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Merkel fordert: EU-Länder müssen mehr Kompetenzen abgeben

Quelle: Handelsblatt Online

Die EU-Staaten müssen weitere Kompetenzen nach Brüssel abgeben, fordert die Bundeskanzlerin. Andernfalls sehe Angela Merkel wenig Chancen, die grundlegenden Mängel der Union zu beseitigen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: AFP
Bundeskanzlerin Angela Merkel. Quelle: AFP

BerlinNur mit einer umfassenden Reform ihrer Strukturen kann die Europäische Union nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre grundlegenden Mängel beseitigten. Zu der künftig nötigen Politischen Union gehöre eine EU-Kommission, die wie eine europäische Regierung funktioniere, sagte Merkel am Dienstagabend in einer Rede vor der Bela-Stiftung in Berlin. Neben einem starken Europäischen Parlament werde der EU-Rat der 27 Regierungen dann wie eine zweite Kammer funktionieren.

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Ausdrücklich bekannte sich die Bundeskanzlerin dazu, dass künftig weitere Kompetenzen der Nationalstaaten auf die EU-Ebene übertragen werden müssten. Damit widersprach sie Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, der in einem gemeinsamen Interview mit Merkel noch am Montagabend eine weitere Kompetenzübertragung nach Brüssel abgelehnt hatte.

Das Thema werde noch zu heftigen Debatten in der Europäischen Union führen, räumte die Kanzlerin ein. Sie begründete die Forderung nach einer weiteren Übertragung damit, dass „grundlegende Mängel in der Konstruktion der Wirtschafts- und Währungsunion“ beseitigt werden müssten. Die Finanzkrise habe diese Mängel schonungslos offengelegt. Es sei deutlich geworden, dass in der EU und vor allem in der Euro-Zone die wirtschaftspolitischen Entscheidungen in einem Staat immer mehr auch alle anderen Länder beträfen.

„Das heißt, europäische Politik wird Schritt für Schritt immer mehr Innenpolitik.“ Diese Entwicklung werde immer wieder dazu führen, „dass wir hin und wieder Zuständigkeiten an Europa abtreten werden“, sagte Merkel. Auch in der Verteidigungspolitik müssten die Europäer enger zusammenarbeiten. Zudem forderte die Kanzlerin die Entwicklung einer europäischen Öffentlichkeit.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.02.2012, 05:06 UhrAnonymer Benutzer: Joselyn

    Das diese ganze "Vereinheitlichung" nicht funktioniert, ist ja nun hinreichend bewiesen.

    Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass das Ganze von vornherein geplant war, dass die Länder immer mehr ihre Selbstständigkeit aufgeben sollen.

  • 07.02.2012, 23:50 UhrAnonymer Benutzer: Joker1

    Das ist absoluter Nonsens.
    Dieser verkommene Dreckshaufen in Brüssel kann nur Gelder
    verschleudern; die Polithansel dort sind doch vom Format
    BB- um es in der Sprache der Ratingagenturen auszudrücken.

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