Michael Flynn: Trumps Team soll Russland-Kontakte gesteuert haben

Michael Flynn Bekenntnis: Trumps Team soll Russland-Kontakte gesteuert haben

, aktualisiert 01. Dezember 2017, 18:39 Uhr

Donald Trumps früherer Sicherheitsberater Michael Flynn hat sich schuldig bekannt und schwere Vorwürfe gegen engste Mitarbeiter des Präsidenten erhoben.

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Der ehemalige US-Sicherheitsberater Michael Flynn hat sich heute schuldig bekannt.

Der ehemalige Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Michael Flynn, hat sich im Zusammenhang mit der Russland-Affäre der Falschaussage gegenüber dem FBI schuldig bekannt und eine weitere Person aus Trumps engem Umfeld belastet. Ohne die Person beim Namen zu nennen, erklärte Flynn, ein hochrangiges Mitglied von Trumps Übergangsteam habe seine Kontakte nach Russland gesteuert. Ein Anwalt des Weißen Hauses, Ty Cobb, sagte, Flynns Aussage belaste nur ihn selbst.

Flynn ist eine der zentralen Figuren in der Untersuchung von FBI-Sonderermittler Robert Mueller über die mutmaßliche Einflussnahme Russlands auf die US-Wahl und mögliche Verbindungen von Trumps Wahlkampfteam nach Moskau. Er gehörte zu Trumps frühesten Unterstützern und wurde nach dessen Amtsantritt Nationaler Sicherheitsberater. Doch bereits im Februar musste er zurücktreten, weil er das Weiße Haus über seine Treffen mit dem russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak im Unklaren gelassen hatten.

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Nur wenige Tage nach Trumps Amtsantritt, und zwar am 24. Januar, wurde Flynn vom FBI zum Treffen mit Kisljak befragt und behauptete, nie mit dem Botschafter über die Russland-Sanktionen gesprochen zu haben. Damit habe er wissentlich und bewusst gelogen, hieß es in seinem Schuldeingeständnis. Er gebe zu, dass er falsch gehandelt habe. Sein Schuldeingeständnis geschehe im besten Interesse seiner Familie und des Landes. „Ich übernehme volle Verantwortung für meine Taten“, erklärte Flynn.

Gleichzeitig bestätigte Flynn, dass er mit dem Team von FBI-Sonderermittler Robert Mueller zusammenarbeite. Damit dürfte er sich wohl auch die vergleichsweise milde Anklage in nur einem Punkt wegen Falschaussage gesichert haben. Richter Rudolph Contreras sagte bei der Anhörung am Freitag, die Staatsanwaltschaft werde entscheiden, wie effektiv Flynn mit den Ermittlern zusammenarbeite.

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Flynn ist der vierte Verdächtige, gegen den Muellers Team Anklage erhoben hat. Aber er ist der erste, der auch im Weißen Haus gearbeitet hat. Die übrigen waren Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort und dessen Geschäftspartner Rick Gates sowie ein ehemaliger außenpolitischer Berater, George Papadopoulos.

Der Anwalt des Weißen Hauses, Cobb, distanzierte sich von Flynn. Der habe nur 25 Tage im Weißen Haus gearbeitet und sei ein Mitarbeiter der Vorgängerregierung von Präsident Barack Obama gewesen. Die Falschaussagen, zu denen er sich nun bekannt habe, seien auch die, wegen denen er seinen Posten im Weißen Haus verloren habe.

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