Migration: Wie Kanada Arbeitskräfte anlockt

Migration: Wie Kanada Arbeitskräfte anlockt

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Kanadische Fahne über dem Informationszentrum von Cheticamp, Provinz Neu-Schottland

von Martin Seiwert

Das Einwanderungsland Kanada rekrutiert Arbeitskräfte aus aller Welt. Dabei ist der Bedarf auf dem Arbeitsmarkt das Maß aller Dinge.

Multikulti – in Deutschland ein Reizwort, im kanadischen Toronto eher ein Organisationsproblem: Um die Einwohner der Immigranten-Stadt über die Bürgermeisterwahl in der vergangenen Woche zu informieren, druckte die Stadtverwaltung eine Info-Broschüre in 24 Sprachen. Für alle, denen damit nicht geholfen war, gab es noch eine Telefon-Hotline – in mehr als 180 Sprachen.

Immigration gehört zu Kanada wie der Ahornsirup, die Eisbären und die Rocky Mountains. 40 Prozent der Bevölkerung sind Immigranten oder Kinder von Immigranten. In Toronto wurde die Hälfte der Einwohner außerhalb des Landes geboren, die übrigen 50 Prozent haben zumindest einen Elternteil, der im Ausland zur Welt kam. Eine Viertelmillion Menschen siedelt jedes Jahr nach Kanada um – kein Land der Erde nimmt mehr Immigranten pro Einwohner auf.

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Perfekte Immigrationsmaschine

Entsprechend perfektioniert ist die Immigrationsmaschine, mit der Kanada Arbeitskräfte aus aller Welt rekrutiert. Wer hier arbeiten und leben möchte, muss entweder ein festes Job-Angebot eines kanadischen Unternehmens vorweisen, in einer Branche arbeiten, in der das Land dringend Arbeitskräfte braucht oder ein Investor sein, der massiv in ein eigenes Unternehmen in Kanada investiert.

Immigranten ohne Arbeitsvertrag in der Tasche müssen ins Raster der Einwanderungsbehörde passen. Sie müssen Berufserfahrung in einer von 29 genau festgelegten Berufsgruppen haben. Vor allem für die Rohstoffindustrie, die Bauwirtschaft und das Gesundheitswesen sucht Kanada Nachwuchskräfte. Aber auch Köche, Manager, Naturwissenschaftler und Klempner haben Chancen.

Einwanderung nach Punktesystem

Für die Ausbildung und praktische Erfahrung in diesen Berufen gibt es Punkte: Rund 20 sind es für einen Studienabschluss, 21 weitere für vier Jahre Berufserfahrung. Für sehr gute Englischkenntnisse gibt es 16 Punkte, weitere zehn für das richtige Alter (21 bis 49 Jahre) und fünf Punkte für ein Jahr Berufserfahrung in Kanada. Damit wären zum Beispiel die nötige Gesamtpunktzahl für eine Einwanderung – 67 von maximal erreichbaren 100 Punkten – erreicht. Wer darunter liegt, ist chancenlos.

Wer es ins Land geschafft hat, den erwartet eine beispiellose kulturelle Offenheit. Kanadas Regierung unterteilt die Bevölkerung in mehr als 30 ethnische Gruppen und lobt deren "buntes Mosaik". Das Land hat einen Minister für Multikulturalismus und ein Gesetz, das allen ethnischen Gruppen das Recht garantiert, ihr kulturelles Erbe zu bewahren. "Multikulturalismus ist ein fundamentaler Bestandteil Kanadas und eine Basis für Kanadas Zukunft", heißt es dort.

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