Migrationsbericht 2015: Nur die Hälfte der Menschen wird bleiben dürfen

Migrationsbericht 2015: Nur die Hälfte der Menschen wird bleiben dürfen

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huGO-BildID: 49431931 Flüchtlinge gehen am 22.09.2015 auf dem Flughafenbahnhof in Köln (Nordrhein-Westfalen) über den Bahnsteig. Am Köln/Bonner Flughafen traf ein Zug mit mehr als 550 Menschen ein. Der Zug war in Salzburg gestartet. Mit Bussen sollten die Flüchtlinge anschließend zu ihren Unterkünften in ganz NRW gefahren werden. Foto: Federico Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Mehr als eine Million Asylbewerber soll es 2015 voraussichtlich in Europa geben – allein in Deutschland 800.000. Laut Migrationsbericht der OECD darf aber nur etwa die Hälfte in Europa bleiben.

Die OECD hat wohlhabende Länder zu einer schnellen Integration und Ausbildung von Zuwanderern aufgerufen. Auf diese Weise könnten Immigranten zu den Volkswirtschaften beitragen statt sie zu belasten. Sie empfiehlt den 34 Mitgliedsstaaten, darunter die USA und europäische Länder, den Migranten Sprachkurse und andere Bildungsmaßnahmen sowie den Zugang zum Gesundheitssystem zu ermöglichen.

"2015 wird ein Rekordjahr für die Asylmigration nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa und die OECD insgesamt", sagte Thomas Liebig von der Industriestaaten-Organisation OECD bei der Vorlage des Migrationsausblicks. Rund eine Million Asylbewerber dürfte es in diesem Jahr in Europa geben, von denen 400.000 bis 450.000 bleiben dürften. Dies sei rund 0,1 Prozent der Bevölkerung. "Das sollte zu schaffen sein, aber es konzentriert sich auf wenige Länder." Allein in Deutschland dürften rund 800.000 Flüchtlinge ankommen.

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Im Vergleich zu den 1990er-Jahren sieht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung derzeit günstigere Voraussetzungen zur Bewältigung des Flüchtlingsstroms. So sei die öffentliche Meinung zu Flüchtlingen positiver und Deutschland sei durch eine effizientere Asylinfrastruktur und wirksamere Integrationspolitik besser vorbereitet. Zudem sei die Arbeitsmarktlage günstig.

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Die CDU möchte gegenüber Flüchtlingen keine „Angst schüren“, weil das dem politischen Gegner nützen könnte. Beschwichtigungspolitik aber nützt ihm womöglich weit mehr.

huGO-BildID: 49303243 ARCHIV - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lässt sich am 10.09.2015 nach dem Besuch einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Berlin-Spandau für ein Selfie zusammen mit einem Flüchtling fotografieren. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa (zu dpa "Frankreich und Merkels Asylpolitik: Gleichschritt trotz Kurswechseln?" vom 18.09.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Flüchtlinge sollten nach Ansicht der OECD vor allem in Regionen mit einem gut laufenden Arbeitmarkt angesiedelt werden. "Im Idealfall sollte man Flüchtlinge dorthin bringen, wo gute Jobaussichten sind und nicht dort, wo günstiger Wohnraum zur Verfügung steht", sagte Liebig. Dies sei zwar nicht immer leicht. Erfahrungen aus Schweden hätten aber gezeigt, dass diese Art der Integration erfolgreicher sei. Liebig plädierte dafür, dass Asylbewerber, die wegen eines Jobangebots innerhalb Deutschlands umziehen, nicht mit einer Kürzung von Hilfsleistungen bestraft werden.

Im Durchschnitt dauerte es in der Vergangenheit in den europäischen Ländern etwa fünf bis sechs Jahre, bis die Mehrheit eine Beschäftigung habe. Diese Zeit schwanke jedoch und sei abhängig von der Arbeitsmarktlage und der Integrationspolitik. "Je früher die Kinder in die Schulsysteme integriert werden und die Erwachsenen in den Arbeitsmarkt, desto besser ist die langfristige Integration."

Auch jenseits der aktuellen Flüchtlingsströme rechnet die OECD weiter mit umfassender internationaler Migration. „Der Druck ist hoch in einer Reihe von Herkunftsländern“, heißt es.

So geben in Nigeria 44 Prozent der über 15-Jährigen an, dauerhaft auswandern zu wollen. In Albanien sind es 39, im Senegal 37 und in Syrien 31 Prozent. Bei fast allen dieser Länder wird mindestens ein EU-Land unter den ersten drei bevorzugten Zielen genannt.

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Zur aktuellen Lage verweist die Studie zudem auf Menschen, die auf Weiterreise warteten. So lebten derzeit etwa zwei Millionen syrische Flüchtlinge in der Türkei. Dort warteten zudem rund 300.000 Menschen aus Afghanistan, dem Irak und Pakistan auf einen Weg in die EU. Mehr als 1,1 Millionen Syrer seien im zunehmend unsicheren Libanon.

Als besondere Lage wertet die OECD, viele gleichzeitige Krisen um Europa hätten „geringe Aussichten auf Besserung“ wie etwa in Syrien.

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