Militärische Alternativen: Vier Szenarien für Syrien

ThemaNaher Osten

Militärische Alternativen: Vier Szenarien für Syrien

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Die Menschen in Syrien wünschen sich Frieden und Freiheit. Ein militärisches Eingreifen des Westens wird immer wahrscheinlicher.

von Hans Jakob Ginsburg

Es gibt kein Zurück mehr für die USA und ihre engsten Verbündeten: Der Militärschlag gegen Baschar al-Assad kommt, und zwar schon bald. Jedes denkbare Vorgehen ist aber mit erheblichen Nachteilen verbunden – und bei allen werden natürlich Menschen sterben.

So ganz verstehen sich die Marktteilnehmer wohl selbst nicht, die seit Anfang der Woche wegen des mit einiger Sicherheit unmittelbar bevorstehenden Angriffs der USA auf Syrien die Aktienkurse an den meisten Weltbörsen purzeln ließen.

Alle Welt spricht heute von amerikanischen Plänen für einen kurzen und begrenzten Militärschlag. So was kann schief gehen und in einen langen, weltwirtschaftlich verheerenden Krieg münden, gewiss, aber wahrscheinlich ist das nicht, wenn wir uns die möglichen vier Szenarien ansehen, die heute durch die Weltpresse gehen:

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Syrien Investoren fürchten den Krieg

Der Militärschlag gegen Syrien steht offenbar unmittelbar bevor. Sollte der Konflikt eskalieren, könnte dies die Erholung der Weltwirtschaft gefährden. Der Ölpreis zieht kräftig an. Investoren und Ökonomen sind besorgt.

Rohstoff Öl: Die Furcht vor einer Eskalation des Syrienkonflikts treibt den Preis. Quelle: dpa

Raketen auf symbolisch wichtige Zentren des Assad-Systems

Damit sind nicht der Präsidentenpalast auf einem Berg über Damaskus gemeint oder das unheimliche Regierungsviertel am Rand der Damaszener Innenstadt. Erst einmal sterben bei solchen Angriffen regelmäßig nicht die mordlüsternen Spitzenpolitiker, sondern die Adjutanten und die Pförtner. Zweitens würde solches Vorgehen international viel schlechter ankommen, als gezielte Schläge auf Kasernen und Kommandozentralen der Assad-Kerntruppen, also der Republikanischen Garde und der berüchtigten Vierten Division.

Die Möglichkeit weiterer Giftgasattacken wäre dann wohl nicht mehr gegeben, aber am Kräfteverhältnis im Bürgerkrieg hätte sich nicht viel geändert. Der Vorteil dabei: Mit von amerikanischen und vielleicht auch britischen Kriegsschiffen auf und unter dem Mittelmeer gestarteten Raketen ließe sich so eine Angriffswelle ohne eigene Verluste (und nebenbei auch zu sehr überschaubaren Kosten) realisieren. Der Nachteil: Assad und seine Freunde in Teheran und in Moskau könnten über die so ebenso völkerrechtswidrig wie wirkungslos agierenden Amerikaner höhnen; so etwas kommt in vielen Ländern gut an.

Wenn Barack Obama das nicht will, müsste er außer den Raketen auch Stealth-Bomber Richtung Syrien losschicken. Die sind nach Meinung aller Experten den rund um Damaskus installierten russischen Abwehrraketen hoch überlegen, aber das ist auch ein Problem: Nach einer solchen Aktion hätten die USA den kleinen Feind Baschar al-Assad deutlich geschwächt, aber sich einen neuen großen Feind geschaffen: Wladimir Putin. Vernünftig ist anders.

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