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Militärische Intervention: USA bereiten sich auf Eingreifen in Syrien vor

24. August 2013
US-Präsident Barack Obama lässt das Verteidigungsministerium Optionen für einen möglichen Militäreinsatz in Syrien prüfen. Quelle: dpaBild vergrößern
US-Präsident Barack Obama lässt das Verteidigungsministerium Optionen für einen möglichen Militäreinsatz in Syrien prüfen. Quelle: dpa

Hat der angebliche Giftgaseinsatz in Syrien einen Meinungsumschwung im Weißen Haus bewirkt? Die USA überarbeiten ihre Eingriffoptionen. Entschieden hat Obama aber noch nicht. Bundeskanzlerin Merkel kritisiert Moskaus Haltung im UN-Sicherheitsrat.

Nach Berichten über den angeblichen Einsatz von Giftgas bereiten sich die USA auf ein mögliches militärisches Eingreifen im syrischen Bürgerkrieg vor. Laut dem Nachrichtensender CNN überarbeitete das Militär seine Optionen. Die US-Marine baue ihre Präsenz im östlichen Mittelmeer aus.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte Russland und China im Streit um die Frage, ob und von wem Giftgas in Syrien eingesetzt wurde. „Jetzt geht es darum, den UNO-Inspekteuren (...) schnellstmöglich Zugang zum Ort des Geschehens zu verschaffen“, sagte sie dem Magazin „Focus“. „Leider hat der Widerstand Russlands und Chinas eine eindeutige Aufforderung des UNO-Sicherheitsrats an das syrische Regime verhindert, den freien Zugang zu gewährleisten.“

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) rief im „Hamburger Abendblatt“ Moskau auf, „den Druck auf Damaskus“ zu erhöhen, „damit die Inspekteure unabhängig untersuchen können“. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon entsandte seine deutsche Abrüstungsexpertin Angela Kane nach Syrien. Etwa 20 UN-Experten sind im Land, um drei angebliche Giftgaseinsätze im Frühjahr zu untersuchen. Regierung und Rebellen werfen sich gegenseitig die Nutzung der geächteten Waffen vor.

Regionale Player im Syrien-Konflikt

  • Israel

    Ein Einsatz syrischer Massenvernichtungswaffen ist ein Alptraum für Israel, das dem Konflikt bisher eher als Beobachter beiwohnte. Jetzt warnt Jerusalem laut davor, dass Assads Chemie- und Flugabwehrwaffen in die Hände der Hisbollah oder Al-Kaidas fallen könnten. Positiv wäre für Israel, dass sein Erzfeind Iran mit Assad seinen wichtigsten Stützpfeiler in der Region verlieren würde. Mit Assad könnte Israel allerdings auch einen Nachbarn verlieren, der für weitgehende Ruhe an der gemeinsamen Grenze gesorgt hat.

  • Saudi Arabien und Katar

    Die sunnitischen Herrscher vom Golf unterstützen in Syrien - wie schon zuvor in Libyen - die islamisch-konservativen Kräfte. Und versuchen, einen Verbündeten ihres Erzfeindes Iran zu schwächen. Daheim können sie sich so als Unterstützer der Revolution präsentieren, ohne Protesten Vorschub zu leisten. Damaskus will in Saudi-Arabien und Katar die Urheber des „Komplotts“ gegen sich identifiziert haben.

  • Türkei

    Das Nato-Mitglied ist seit langem einer der schärfsten Kritiker des syrischen Regimes. Weiter verschärft wurde das Verhältnis Ende Juni durch den Abschuss eines türkischen Kampfflugzeuges vor der syrischen Küste. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan sagte dem syrischen Volk daraufhin Unterstützung bis zur Befreiung von „Diktator“ Assad zu, bei weiteren Zwischenfällen werde sein Land mit Gewalt zurückschlagen. Ein Teil des Nachschubs der syrischen Rebellen wird durch die Türkei geschleust, die allerdings offiziell keine Waffen liefert.

  • Libanon

    Das westliche Nachbarland Syriens ist zerrissen - eine gefährliche Lage. Die Sunniten im Libanon stehen mehrheitlich auf der Seite der syrischen Opposition, die zum Großteil ebenfalls aus Sunniten besteht. Über die Grenze werden auch Waffen geliefert. Die schiitische Hisbollah-Miliz hingegen, die in Beirut in der Regierung sitzt, ist mit dem Assad-Regime verbündet. Die Waffen, mit denen sie ihre Herrschaft sichert, kommen aus Damaskus. Seit einigen Wochen gibt es im Libanon Auseinandersetzungen zwischen pro- und anti-syrischen Gruppierungen, dabei gab es auch Tote.

  • Iran

    Aus iranischer Sicht darf das syrische Regime keinesfalls fallen. Im Frühjahr erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad, er kenne keine Grenzen bei seiner Unterstützung für Präsident Assad. Angeblich schickte Teheran Militärberater und Kämpfer. Ohne Assads Regime würde es für den Iran schwerer, die eigene anti-israelische Ideologie zu verbreiten. Auch die pro-iranischen Milizen, besonders die Hisbollah in Libanon, würden geschwächt. Zuletzt bestätigte der Iran Gespräche mit Regimegegnern in Syrien und brachte sich als Vermittler ins Gespräch.

  • Al-Kaida

    Das Terrornetzwerk Al-Kaida versucht einmal mehr, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Die Terroristen wollen sich als Speerspitze der Revolution präsentieren und das anschließende Tohuwabohu für ihre Zwecke nutzen.

Ein hoher Beamter des US-Verteidigungsministeriums erklärte CNN am Freitag, die Liste möglicher Ziele von Luftangriffen sei auf den neusten Stand gebracht worden. Die Planungen würden auch die Verwendung von Marschflugkörpern einschließen.

Auch der US-Sender CBS berichtete von Pentagon-Planungen für einen Cruise-Missile-Angriff auf syrische Regierungstruppen. Es werde erwartet, dass US-Generalstabschef Martin Dempsey am heutigen Samstag Optionen für einen Angriff bei einem Treffen im Weißen Haus vorlegen werde, hieß es bei CBS weiter. Eine Entscheidung von Präsident Barack Obama stehe aber noch aus.

CNN zufolge wurde ein Zerstörer ins östliche Mittelmeer entsandt. Dort seien bereits drei weitere US-Kriegsschiffe im Einsatz. Die Schiffe seien unter anderem mit Marschflugkörpern bewaffnet.

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Kommentare | 3Alle Kommentare
  • 24.08.2013, 16:21 Uhrshadowdancer

    Das Lügengequatsche der USA geht mit gehörig auf die Nerven !!!!!!!!
    Irak Teil 2 oder was - es gibt keinen Giftgasangriff der syrischen Truppen - Lügen bis der Arzt kommt ????????????????

  • 24.08.2013, 17:48 Uhrmathias

    Ah so !
    Will der Ami nun auf Syrischem Boden Material testen im bevorstehendem KRIEG gegen Russland?
    Sind die deutschen auch schon "heiss" auf Krieg ??
    Hat Bush - Merkel bereits Asyl angeboten??Oder Merkel im "Adolfwahn"??

  • 24.08.2013, 20:38 Uhrguhvieh

    Da hatte doch der Amipräsi vor vielen Wochen Giftgaseinsätze der Regierung als bewiesen bezeichnet. Warum muß jetzt noch Hollywood eingreifen?
    Die USA sind die Friedensmacht auf der Erde! Demokratie ist das oberste Ziel. Siehe Kuwait.
    Wahrhaftigkeit trägt den Namen USA. Siehe Irak!

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