Milliardäre in Russland: Die ungewöhnliche Spendierlaune der Oligarchen

Milliardäre in Russland: Die ungewöhnliche Spendierlaune der Oligarchen

, aktualisiert 30. Mai 2016, 07:41 Uhr
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Russische Rubel-Banknoten

von André BallinQuelle:Handelsblatt Online

Spenden statt vererben: Immer mehr russische Oligarchen wollen ihr Vermögen nach dem Tod verschenken. Ihre Kinder gehen folglich leer aus. Die Motive allerdings sind insgesamt zweifelhaft.

Der zweitreichste Mann Russlands verschenkt sein Erbe: Oligarch Michail Fridman, laut dem Wirtschaftsmagazin „Forbes“ mit einem Vermögen von 13,3 Milliarden Dollar in seinem Besitz, spendet einen Großteil seines Geldes nach seinem Tod für wohltätige Zwecke – und hinterlässt es eben nicht seinen Erben. Die vier Kinder des – offiziell unverheirateten – 52-jährigen Bankiers drohen damit leer auszugehen.

„Das Schlimmste, was ich meinen Kindern antun könnte, wäre, ihnen eine große Summe Geld zu hinterlassen“, erklärte Fridman. „Einem Kind oder Jugendlichen solides Kapital zu überlassen, birgt das große Risiko in sich, ihm das Leben zu zerstören.“ Er hoffe, so Friedman, dass seine Kinder selbst Karriere machten – und somit nicht auf das Milliarden-Erbe angewiesen sind.

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Das gleiche Schicksal erwartet möglicherweise auch Alexis Kusmitschow, der kürzlich noch mit 8,5 Milliarden Dollar potenzieller Hinterlassenschaft als viertreichster Erbe Russlands galt. Der Siebenjährige ist der einzige Sohn von Milliardär Alexej Kusmitschow, der zusammen mit Fridman und dem vierfachen Vater German Chan (Vermögen: 8,7 Milliarden Dollar) den Industrie- und Finanzkonzern Alfa-Group kontrolliert. Fridman zumindest erklärte, seine Geschäftspartner würden seinem Beispiel folgen wollen – Kusmitschow und Chan hingegen haben sich dazu noch nicht geäußert.

Ähnliche Pläne hat Alexander Mamut: Der Bankier und Besitzer des Medienportals Rambler will seinen Kindern ebenfalls nur einen Bruchteil seines Kapitals hinterlassen – eine Summe von 2,4 Milliarden Euro. „Das Verbraten von Papas Hab und Gut kann wohl kaum ein würdiger Lebensinhalt sein“, sagte Mamut.

Er selbst wolle sein Vermögen an Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen und „Stiftungen, die zum Wohle des Landes arbeiten“, übergeben – genauere Angaben machte er nicht. In jedem Fall erhält die philanthropische Kampagne „Giving Pledge“ weiter Zulauf: Die von Bill Gates und Warren Buffett ins Leben gerufene Initiative soll Wohlhabende davon überzeugen, ihr Vermögen für das Gemeinwohl zu spenden. Bislang hatte in Moskau nur Buntmetall-Oligarch Wladimir Potanin die Initiative unterstützt – er hatte schon vor sechs Jahren versprochen, sein Kapital an einen Trust zu übergeben.


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