Milliarden-Kauf-Programm angekündigt: Macht die Fed Wahlkampfhilfe für Obama?

ThemaUSA

KommentarMilliarden-Kauf-Programm angekündigt: Macht die Fed Wahlkampfhilfe für Obama?

Bild vergrößern

Barack Obama und Ben Bernanke schütteln sich die Hände.

von Angela Hennersdorf

Im Kampf gegen die Konjunkturflaute pumpt US-Notenbank-Chef Ben Bernanke erneut Milliarden in die US-Wirtschaft. Für 40 Milliarden Dollar monatlich will die Fed Anleihen kaufen. Ein Wahlkampfgeschenk für US-Präsident Obama?

Es ist bereits die dritte Runde von Anleihekäufen der US-Notenbank. Nun will sie erneut monatlich für 40 Milliarden Dollar (31 Milliarden Euro) Hypothekenbonds kaufen, und zwar so lange, bis sich der Arbeitsmarkt in den USA verbessert. "Sollte sich der Ausblick für den Arbeitsmarkt nicht substanziell verbessern, wird das Komitee weiterhin Zukäufe von mit Hypotheken besicherten Wertpapieren tätigen, die von den staatlichen Hypothekeninstituten garantiert werden", heißt es in der Stellungnahme der Fed.

Zudem sollen "weitere Käufe von Vermögenswerten getätigt und - soweit angemessen - andere Mittel eingesetzt werden." Außerdem will die Fed auch die Zinsen für kurzfristige Kredite bis Mitte 2015 auf dem gegenwärtigen Rekordtief bei fast Null belassen. Bislang hatte sie versichert, den Leitzins bis Ende 2014 zwischen null und 0,25 Prozent zu lassen.

Anzeige

Federal Reserve US-Notenbank kündigt weitere Anleihekäufe an

Der Kaufrausch der US-Notenbank Fed scheint kein Ende zu nehmen. Bernanke will künftig monatlich 40 Milliarden Dollar (31 Milliarden Euro) für den Kauf von Staatsanleihen aufwenden.

Federal Reserve Board Chairman Ben Bernanke Quelle: dapd

Dass die Fed erneut Geld in den Markt pumpt, war nur noch eine Frage der Zeit. Doch dass sie nun mit einem zeitlich unbegrenzten Ankauf-Programm aufwartet, das so lange und darüber hinaus weitergeführt werden soll, bis sich der Arbeitsmarkt in den USA verbessert, ist ein kühnes Unterfangen. Die Arbeitslosenquote in den USA stagniert bei rund 8 Prozent.

Sämtliche monetären Maßnahmen der Notenbank haben bisher nicht dazu beigetragen, dass sich die Konjunktur spürbar verbessert oder gar die Arbeitslosenzahlen signifikant sinken. Die amerikanischen Unternehmen halten sich zurück mit Investitionen und in Folge dessen auch damit, mehr Mitarbeiter einzustellen. Zu unsicher ist die konjunkturelle Lage – in den USA, aber auch weltweit.

Erst im Sommer hatte Bernanke vor einem weitern Abschwung gewarnt: Das Wirtschaftswachstum habe in den USA im ersten Halbjahr 2012 deutlich an Tempo verloren und lediglich bei zwei Prozent gelegen, gegenüber 2,5 Prozent im zweiten Halbjahr 2011.

Nun korrigiert die Federal Reserve ihren Ausblick. Die US-Wirtschaft würde stärker wachsen als bislang angenommen. Für 2013 korrigierte sie die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts für 2013 auf 2,5 bis 3,0 Prozent nach oben. Die vorherige Erwartung aus dem Juni lag bei nur 2,2 bis 2,8 Prozent. Für 2014 gehen die Fed von 3,0 bis 3,8 Prozent aus, nach zuvor lediglich 3,0 bis 3,5 Prozent.

Haben da die Währungshüter schon den Erfolg ihres Milliardenankaufprogramms in die Prognose hineingerechnet? Ein  weiterer Abschwung wäre jedenfalls fatal - für die USA selbst als auch für die weltweite Entwicklung der Konjunktur. „Die Weltwirtschaft kann nicht wachsen, wenn die US-Wirtschaft nicht wächst“, sagt Benjamin Pace, Chief Investment Officer bei der privaten Vermögensverwaltung der Deutschen Bank in New York. Fraglich allerdings bliebe, ob die neue Aktion der Fed in der Realwirtschaft tatsächlich ihre Wirkung zeige.

Weitere Artikel

Wem also hilft das Milliardenprogramm überhaupt? Sollten die Stimuli tatsächlich greifen, und sich die US-Konjunktur kurzfristig verbessern, könnte tatsächlich US-Präsident Barack Obama davon profitieren und mehr Wählerstimmen auf seine Seite ziehen. Das erneute Kaufprogramm der Fed könnte sich aber auch als Bumerang für den Präsidenten erweisen.

Es zeigt, wie fragil die Erholung in den USA immer noch ist – Wasser auf die Mühlen der Republikaner. Mitt Romney hat wiederholt auf die gefährliche Politik des billigen Geldes hingewiesen, mit der die Inflationsgefahr steige, der Wirtschaft aber kein Deut geholfen sei. Bisher hat der Republikaner damit Recht behalten.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%