Ministerinnen treten zurück: Skandale erschüttern Japans Regierung

Ministerinnen treten zurück: Skandale erschüttern Japans Regierung

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Japans Justizministerin Midori Matsushima gab ihren Posten auf, nachdem sie illegaler Wählergeschenke beschuldigt worden war.

Japans Regierungschef Abe hat sich die Förderung von Frauen zur Stärkung der Wirtschaft auf die Fahnen geschrieben. Jetzt bereitet ihm ausgerechnet seine Frauenriege im Kabinett Ärger: Zwei Ministerinnen treten zurück.

Schwerer Rückschlag für Japans rechtskonservativen Regierungschef Shinzo Abe: Wegen Skandalen um die Verwendung politischer Gelder sind am Montag gleich zwei seiner neuen Ministerinnen zurückgetreten. Eine Wahlkampforganisation von Industrie- und Handelsministerin Yuko Obuchi soll unter anderem Wähler zu verbilligten Theateraufführungen eingeladen haben. Justizministerin Midori Matsushima wird ebenfalls illegaler Wählergeschenke beschuldigt - in Form von Papierfächern.

Abe hatte die beiden zusammen mit drei anderen Frauen erst vergangenen Monat in sein Kabinett geholt. Er wollte sich damit als Unterstützer von Frauen in Japans männerdominierter Gesellschaft profilieren. Frauen seien wichtig für die Stärkung der Wirtschaft.

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Obuchi, 40-jährige Tochter eines früheren Regierungschefs, galt als aufstrebender Star und wurde bereits als künftige Ministerpräsidentin gehandelt. Ihr Rücktritt nach weniger als zwei Monaten ist der erste seit Abes Amtsantritt im Dezember 2012. Neben verbilligten Theaterveranstaltungen für Bürger ihres Wahlbezirks wird Obuchi außerdem vorgeworfen, Wahlkampfspenden in Höhe von umgerechnet rund 30.000 Euro für nichtpolitische Zwecke ausgegeben haben, unter anderem für Accessoires einer Modeboutique, die ihrer Familie gehört.

Fotos mit Neonazis

Abe erfreute sich seit seinem Amtsantritt ungewöhnlich stabiler Zustimmungsraten. Dazu trug neben seiner „Abenomics“ genannten Wirtschaftspolitik aus billigem Geld und schuldenfinanzierten Konjunkturspritzen auch der Umstand bei, dass es in seiner aktuellen Regierung bislang keine Skandale gab. Seine erste Amtszeit von 2006 bis 2007 war von einer ganzen Reihe von Skandalen und Rücktritten geprägt.

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Keine Nation altert schneller als Japan. Gleichzeitig arbeiten dort so wenig Frauen wie in kaum einem anderen Land. Die Firmen bemühen sich nun auf Druck der Regierung, das zu ändern – mit teils ungewöhnlichen Maßnahmen.

Karriere statt Haushalt: Japans Ministerpräsident Shinzo Abe will Frauen stärker am Berufsleben teilhaben lassen. Quelle: dapd

Auch die Berufung von fünf Frauen ins Kabinett förderte zunächst Abes Umfragewerte. Doch sanken die Zustimmungswerte in der Bevölkerung zuletzt, nachdem auch andere seiner Ministerinnen für Kritik sorgten.

So sahen sich Innenministerin Sanae Takaichi und die Vorsitzende der Kommission für nationale Sicherheit, Eriko Yamatani, mit Fotos konfrontiert, die sie mit dem Anführer einer Neonazi-Gruppe zeigen. Sie sagten, sie hätten nicht gewusst, mit wem sie es zu tun hatten.

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