Mobilität: Deutscher will Elektroautos aus China importieren

Mobilität: Deutscher will Elektroautos aus China importieren

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Autoproduktion in China: Ein deutscher Unternehmer will im großen Stil Elektroautos importieren

von Matthias Kamp

Ein Unternehmer aus Hamburg will nicht warten bis die deutsche Industrie soweit ist: Er will demnächst auf eigene Faust E-Autos aus China importieren. Beim ersten Versuch gab es allerdings ein Desaster beim Tüv.

Seit fast zwei Jahrzehnten kauft Georg Eichner in China Quads ein. Die vierrädrigen Flitzer verkauft er mit großem Erfolg in Deutschland. "Vor zwei Jahren kam mir dann die Idee, Elektroautos aus China zu importieren", sagt Eichner, der im Hamburger Stadtteil Bergedorf eine Autowerkstatt betreibt. Unterstützung bekam er von einem Freund. Peter Meyer ist Chef bei City Express Logistik, einem privaten Kurierdienst in Hamburg. Rund 180 Kleinwagen umfasst die Flotte des Unternehmens. Schon seit einiger Zeit will er einen Teil seiner Fahrzeuge durch Elektroautos ersetzen.

Erste Zusammenarbeit wird zum Desaster

Mit Hilfe seiner jahrzehntelangen Kontakte fand Eichner in China einen geeigneten Hersteller. Das Unternehmen Changhe aus der zentralchinesischen Provinz Jiangxi baut seit fünf Jahren in einem Joint Venture mit dem japanischen Hersteller Suzuki Kleinwagen. Unter anderem rollt in dem chinesischen Werk das Modell "Ideal" vom Band, ein Auto mit Verbrennungsmotor, das in Europa unter der Bezeichnung "Wagon R" vertrieben wird. Eichner kaufte bei den Chinesen zunächst vier der Autos und ließ sie nach Hamburg bringen, um sie beim deutschen Tüv vorzuführen. Das Ergebnis war ein Desaster. Mehr als 20 Punkte umfasst die Mängelliste der deutschen Prüfer. Ob Verglasung, Lampen oder Reifen: Fast in keinem Punkt genügte das Auto den deutschen Anforderungen.

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Inzwischen haben Eichner und die Mechaniker von Changhe in China es geschafft, den Wagen auf deutschen Standard zu bringen. Das so genannte EEC-Zertifikat, die Lizenz, das Auto in kleinen Stückzahlen nach Europa einzuführen, haben die Behörden dem Hamburger Unternehmer mittlerweile erteilt. Derzeit läuft das Verfahren für die Zulassung, die es Eichner erlauben würde, das Auto unbeschränkt nach Deutschland zu importieren.

"Unternehmen und Behörden warten auf dieses Auto"

Die Endmontage des Fahrzeugs findet in China bei dem Unternehmen Lujo in Weihai im Nordosten Chinas statt. Lujo ist in China mit der Herstelung von Elektrobussen groß geworden und bestückt Eichners Kleinwagen mit Batterien. Mit einer Ladung kommt der kleine Suzuki immerhin auf eine Reichweite zwischen 120 und 150 Kilometer. Die Motoren liefert ein Hersteller aus dem südchinesischen Guangzhou.

Auf der Messe Auto Mobil International, die im April komenden Jahres in Leipzig stattfindet, will Eichner das Fahrzeug erstmals einem größeren Publikum präsentieren. Am Erfolg seines ungewöhnlichen Vorhabens zweifelt er nicht. "Unternehmen und Behörden warten auf dieses Auto", sagt der Unternehmer, "sie wollen ihre Flotten mit Elektrofahrzeugen bestücken." Rund 15.000 Euro müssen Gewerbetreibende in Deutschland für den fünftürigen Elektroflitzer aus dem Reich der Mitte bezahlen. Den vergleichsweise günstigen Preis erklärt Eichner mit den geringen Arbeitskosten und den presigünstigen Zulieferbetrieben in China. Peter Meyer, der Chef des Hamburger Kurierdienstes, hat immerhin signalisiert, er wolle im ersten Jahr zehn E-Autos von Eichner kaufen.

Doch Eichner will seine Autos ‚Made in China’ mittelfristig auch an Privatkunden verkaufen. Zurzeit führt er Verhandlungen mit Händlern in Deutschland und Österreich. Privatkunden werden allerdings etwas tiefer in die Tasche greifen müssen: Inklusive Überführung dürfte das Auto dann etwa 18.000 Euro kosten.

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