Motiv aber unklar : Sydney-Täter „besessen von Extremismus“

Motiv aber unklar : Sydney-Täter „besessen von Extremismus“

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Australiens Premierminister Tony Abbott hat am Dienstag wie Hunderte australische Bürger vor ihm Blumen am Martin Place in Sydney niedergelegt.

Der Geiselnehmer von Sydney hat die Menschen in seiner Gewalt stundenlang terrorisiert. Nach Schüssen stürmen Polizisten das besetzte Café. Dabei starben drei Menschen.

Nach dem blutigen Ende des Geiseldramas von Sydney rätselt die Polizei weiter über die Motive des Täters. Der 50-jährige Iraner habe eine lange Geschichte mit gewalttätigen Verbrechen, sagte der australische Premierminister Tony Abbott am Dienstag. Er sei von Extremismus besessen und psychisch labil gewesen. „Er hüllte seine Aktion in Symbole des IS-Totenkults“, sagte Abbott unter Verweis auf die IS-Terrormiliz, die im Irak und Syrien kämpft. Der Mann hatte bei den Verhandlungen mit der Polizei dem Vernehmen nach eine IS-Flagge verlangt. Nach Medienberichten zwang er eine Geisel im Café, auf ihrer Facebook-Seite zu veröffentlichen, es spiele sich eine Attacke der Terrormiliz auf Australien ab.

Unterdessen hatte am Dienstagmorgen ein verdächtiges Paket im australischen Außenministerium am Dienstag vorübergehend Bombenalarm ausgelöst. Die Polizei räumte das Gebäude in Canberra, doch erwies sich das Paket schnell als harmlos, wie die Polizei mitteilte. Mehrere Straßen waren in der Umgebung vorsorglich gesperrt worden. Der Alarm erfolgte wenige Stunden nach dem Ende der blutigen Geiselnahme in Sydney.

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Bei der Stürmung des Cafés waren in der Nacht zwei Geiseln ums Leben gekommen: der 34 Jahre alte Manager des Cafés sowie eine Anwältin und Mutter von drei kleinen Kindern. Die 38-Jährige „war eine unserer besten und intelligentesten Anwältinnen“, teilte die Anwaltskammer von New South Wales mit. „Sie war eine hingebungsvolle Mutter von drei kleinen Kindern.“ Die Frau war mit zwei Kollegen in dem Café, das in unmittelbarer Nähe von Gerichten liegt, als ein vorbestrafter Iraner hereinstürmte und die Anwesenden als Geiseln nahm. Die beiden Kollegen überlebten.

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Mehrere Geiseln konnten fliehen Quelle: AP

Der 34-Jährige arbeitete nach Angaben des Senders ABC seit 2012 in dem Café. Ehemalige Mitarbeiter bezeichneten ihn als selbstlosen Chef. „Andere kamen bei ihm immer zuerst“, sagte Peter Manettas der Zeitung „Australian“. Medien berichteten, er sei gestorben, als er versuchte, dem Geiselnehmer die Waffe zu entreißen. Die Polizei bestätigte das zunächst nicht. Auch der Geiselnehmer kam um. Die Polizei sei um kurz nach 02.00 Uhr morgens eingeschritten, als sie Schüsse aus dem Café hörte, berichtete die stellvertretende Polizeichefin Catherine Burn.


Der Mann hatte 17 Geiseln stundenlang in seiner Gewalt. Der Einsatz sei nötig geworden, um Leben zu retten, sagte Polizeichef Andrew Scipione. Der Geiselnehmer drohte nach seinen Angaben, Sprengsätze in seinem Rucksack zu zünden. Es sei aber kein Sprengstoff gefunden worden. Ein Reporter, der das Geschehen die ganze Nacht aus einem direkt gegenüberliegenden Fernsehstudio verfolgte, sagte, der Täter sei offenbar nervös geworden. Dieser sei in dem Café umhergerannt und habe die Geiseln angeschrien, berichtete Chris Reason im Frühstücksfernsehen. Kurz vor der Stürmung waren einige Geiseln entkommen. Der Mann sei möglicherweise in Panik geraten. Der Reporter harrte in dem Studio aus, in dem die Polizei wegen des direkten Blicks auf das Café einen Scharfschützen postiert hatte.

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Ob beide Geiseln durch Schüsse des Iraners starben, konnte Burn am Dienstag nicht sagen. Dies müssten die anstehenden Untersuchungen klären. Alle Beteiligten würden derzeit befragt, viele seien aber sehr müde und emotional aufgewühlt. Daher werde es noch einige Zeit dauern, bis der Ablauf der Ereignisse rekonstruiert sei. Am Tatort entstand am Dienstag spontan ein Gedenkstätte für die Opfer. Zahlreiche Passanten legten im Geschäftsviertel der australischen Metropole Blumen nieder.

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