Nach Abschuss des russischen Kampfjets: Barack Obama warnt vor Eskalation

Nach Abschuss des russischen Kampfjets: Barack Obama warnt vor Eskalation

, aktualisiert 24. November 2015, 19:49 Uhr
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Barack Obama und Francois Hollande im Weißen Haus.

Nach dem Abschuss eines Kampfjets durch die Türkei hat US-Präsident Barack Obama vor einer Eskalation gewarnt. Zugleich sicherte er dem französischen Präsidenten Francois Hollande Unterstützung im Kampf gegen den IS zu.

Der Abschuss eines russischen Kampfflugzeug durch die Türkei darf nach Ansicht von US-Präsident Barack Obama nicht zu einer Eskalation führen. Zugleich sagte er am Dienstag, die Türkei habe das Recht, ihr Territorium zu verteidigen.

US-Militärsprecher Steve Warren bestätigte aufgrund mitgehörter Funksprüche, dass die russischen Piloten vor dem Abschuss von türkischen Piloten mehrfach gewarnt worden seien. Demnach gab es zehn Warnungen, die von den russischen Piloten unbeantwortet blieben.

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Der Zwischenfall dürfte ein gemeinsames Vorgehen zwischen westlichen Ländern und Russland im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat noch komplizierter machen. Obama kritisierte, die russischen Luftangriffe in Syrien auf gemäßigte Rebellen stärkten die Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Russland ist enger Verbündeter von Assad.

Mit dem französischen Präsidenten François Hollande besprach Obama ein gemeinsames Vorgehen gegen den IS. Die Terrormiliz hatte sich für die Terrorserie in Paris mit 130 Toten verantwortlich erklärt. Frankreich und die USA wollen nach den Worten von Präsident Hollande ihre Luftangriffe auf Stellungen der Islamisten-Miliz IS in Syrien und im Irak verstärken. Darauf habe er sich mit Obama verständigt, sagte Hollande in Washington. Zugleich betonte Hollande die Notwendigkeit, die Grenze zwischen Syrien und der Türkei zu schließen, damit keine Terroristen mehr nach Europa gelangen könnten.

Russischer Kampfjet abgeschossen Nato kommt zu Krisensitzung zusammen

Die Nato kommt noch am Dienstag in Brüssel zu einem Krisentreffen zusammen, bei dem es um den Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei geht.

Ein Screenshot aus dem türkischen Fernsehen HaberTurk zeigt den abstürzenden Kampfjet. Quelle: dpa

Obama versicherte Frankreich der Solidarität seines Landes. "Als Amerikaner stehen wir zu unseren Freunden in guten und in schlechten Zeiten, ganz gleich, was passiert", sagte Obama. Nach den Anschlägen in Paris wirbt Hollande weltweit für ein verstärktes militärisches Vorgehen gegen den IS.

Scharfe Kritik aus Deutschland

Vizekanzler Sigmar Gabriel hat derweil das Vorgehen Ankaras in der Syrien-Krise scharf kritisiert. „Erstmal zeigt der Zwischenfall, dass wir einen Spieler dabei haben, der nach Aussage von verschiedenen Teilen der Region unkalkulierbar ist: Das ist die Türkei und damit nicht die Russen“, sagte der SPD-Chef am Dienstag bei einer Politikkonferenz der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Dass die Russen jetzt die Konfrontation auslösen durch die Verletzung des Luftraums, darf einen ja nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Türkei dort in diesem Konflikt eine schwierige Rolle spielt.“

Der Abschuss des russischen Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet hat neue heftige Spannungen zwischen Ankara und Moskau ausgelöst und die Nato zu einer Sondersitzung veranlasst. Russlands Präsident Wladimir Putin kritisierte die türkische Regierung als „Helfershelfer von Terroristen“.

Gabriel (SPD) sagte, er hoffe, dass kein Schaden für die angestrebte internationale Koalition unter Einbeziehung Russlands gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) entstehe. „Aber denkbar ist das natürlich“, fügte er hinzu. Putin habe „eher ein hohes Interesse“, in Syrien eine konstruktive Rolle zu spielen. „Ob das gefährdet ist, kann ich nicht sagen“, meinte der Bundeswirtschaftsminister.

Ein russischer Hubschrauber ist während der Suche nach der Mannschaft eines abgeschossenen Kampfjets selbst vom Himmel geholt worden. Russische Militärsprecher bestätigten, dass der Helikopter in Syrien von Rebellen abgeschossen worden und ein Crewmitglied getötet worden sei.

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