Nach Atomtest: USA und Südkorea drohen Nordkorea mit Sanktionen

Nach Atomtest: USA und Südkorea drohen Nordkorea mit Sanktionen

, aktualisiert 07. Januar 2016, 07:52 Uhr
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Nach seinem jüngsten Atomwaffentest muss sich Nordkorea auf harte internationale Reaktionen einstellen.

Quelle:Handelsblatt Online

Nordkorea provoziert die Welt mit der Meldung eines erfolgreichen Atombombentests – und muss nun mit einer harten internationalen Reaktion rechnen. Die USA und Südkorea drohen mit Sanktionen.

SeoulNach dem von Nordkorea verkündeten Atomtest haben die USA, Südkorea und Japan dem kommunistischen Land mit einer starken internationalen Reaktion gedroht. Dafür werde Washington mit seinen Verbündeten die Zusammenarbeit verstärken, teilte das Weiße Haus nach einem Gespräch zwischen Obama, der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye und Japans Regierungschef Shinzo Abe mit.

Nordkorea hatte nach eigenen Angaben am Mittwoch erstmals erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet. Atomexperten in Südkorea und anderen Staaten bestätigten nach Erdbebenmessungen einen Kernwaffentest in dem international isolierten Land. Sie bezweifelten aber angesichts der begrenzten Sprengkraft, dass tatsächlich eine Wasserstoffbombe (H-Bombe) detoniert ist. Deren Sprengkraft liegt normalerweise um ein Vielfaches höher als bei einer Atombombe.

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US-Präsident Barack Obama und seine südkoreanische Kollegin Park Geun-Hye verurteilten Nordkoreas Vorgehen in einem Telefonat in der Nacht zum Donnerstag als erneuten Verstoß gegen das Völkerrecht, wie das Weiße Haus mitteilte. Die USA haben Südkorea unter ihren „nuklearen Schutzschild“ gestellt. Zudem sind 28.500 US-Soldaten in Südkorea als Abschreckung stationiert. 

Südkoreas Generalstabschef Lee Sun Jin und der Befehlshaber der US-Streitkräfte Korea (USFK), Curtis Scaparrotti, hätten bei einem Treffen nach dem Atomtest in Nordkorea über die Verlegung strategischer Waffen der USA nach Südkorea gesprochen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Seoul. Dazu gehörten etwa die mögliche Verlegung eines Atom-U-Boots, eines B-52-Langstreckenbombers oder von Jagdflugzeugen des Typs F-22. Details seien aber noch nicht festgelegt worden, hieß es. 

In einer Dringlichkeitssitzung hatte auch der UN-Sicherheitsrat den jüngsten Atomtest durch Nordkorea verurteilt. Der Test verstößt gegen vier bestehende UN-Resolutionen. Der Rat ziehe „weitere bedeutende Maßnahmen“ in Betracht, sagte der derzeitige Ratsvorsitzende Elbio Rosselli in New York.

Nordkorea hatte zwischen 2006 und 2013 auf dem Testgelände in Punggye Ri im Kreis Kilju im Nordosten bereits drei Atomwaffentests unternommen, auf die der Sicherheitsrat jeweils mit neuen Sanktionen antwortete. Die Diktatur unter Machthaber Kim Jong Un sieht sich von den USA bedroht und stockt ihr Nukleararsenal seit Jahren stetig auf.

Quellle:  Handelsblatt Online
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