Nach dem Putschversuch: Hunderte weitere Festnahmen in der Türkei

Nach dem Putschversuch: Hunderte weitere Festnahmen in der Türkei

, aktualisiert 20. Februar 2017, 18:44 Uhr
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Militärpolizisten bringen Angeklagte zu einem Gericht am in Mugla (Türkei). Dort stehen 47 Menschen im Zusammenhang mit dem Putschversuch in der Türkei vom Juli 2016 vor Gericht.

Quelle:Handelsblatt Online

Türkische Behörden haben in der vergangenen Woche fast 1600 Menschen festgenommen. Ihnen werden Verbindungen zu militanten Gruppen vorgeworfen. Gegen 125 Personen wurde Haftbefehl erlassen.

AnkaraTürkische Behörden haben in der vergangenen Woche fast 1600 Menschen wegen mutmaßlicher Verbindungen zu militanten Gruppen festgenommen. Gegen 125 Personen sei Haftbefehl ergangen, teilte das Innenministerium am Montag mit. Wie viele von ihnen nach dem Verhör wieder auf freien Fuß kamen, war offen.

Rund 1000 Verdächtigen werfen die Behörden Verbindungen zur verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) vor. Etwa 20 Personen wurden festgenommen, weil sie Verbindungen zur radikalislamischen IS-Miliz haben sollen. 500 Festgenommene seien wegen mutmaßlicher Kontakte zur Gülen-Bewegung verhört worden. Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete zudem die Entlassung von 227 weiteren Juristen im Zusammenhang mit dem Putschversuch im Juli.

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Die PKK kämpft seit etwa drei Jahrzehnten für die Autonomie kurdisch besiedelter Gebiete im Südosten der Türkei. Sie wird für mehrere Bombenanschläge verantwortlich gemacht. Die Gülen-Bewegung geht auf den in den USA im Exil lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen zurück, den die Regierung in Ankara als Drahtzieher des Putschversuchs ansieht. Gülen weist den Vorwurf zurück. Seit der versuchten Machtübernahme wurden in der Türkei mehr als 40.000 Menschen verhaftet. Zudem wurden 100.000 Beschäftigte unter anderem des öffentlichen Dienstes, der Justiz, der Polizei und des Militärs entlassen oder suspendiert. Menschenrechtler und Verbündete des Nato-Mitglieds Türkei befürchten, dass die Bürgerrechte immer weiter eingeschränkt werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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