Nach der Amtseinführung: Zehntausende protestieren gegen Trump

Nach der Amtseinführung: Zehntausende protestieren gegen Trump

, aktualisiert 21. Januar 2017, 16:41 Uhr
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Wie hier in Budapest fanden am Samstag auf der ganzen Welt „Frauenmärsche“ als Protest gegen den neuen US-Präsidenten statt.

Quelle:Handelsblatt Online

Betroffenheit und Proteste in aller Welt nach der Amtsübernahme von Donald Trump: Die aggressive Antrittsrede des US-Präsidenten schürt neue Ängste. Zehntausende Menschen gehen in den USA auf die Straße.

WashingtonEinen Tag nach dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident sind in vielen Städten der USA Zehntausende Menschen zum Protest auf die Straße gegangen. Die zentrale Veranstaltung war in Washington geplant, hier versammelte sich bereits am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) eine große Menschenmenge zu einem „Marsch der Frauen“.

Die Organisatoren rechneten allein in der US-Hauptstadt mit 200.000 bis 500.000 Teilnehmern – und damit einer der größten Kundgebungen, die das Land in den vergangenen Jahren erlebt hat.

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Der von Frauenrechtsaktivisten initiierte Protest richtet sich gegen Frauenfeindlichkeit, Gewalt, Rassismus, Homophobie und religiöse Intoleranz. Rund 50 Redner hatten sich für die Veranstaltung in Washington angesagt, darunter auch eine Reihe von Prominenten wie die Schauspielerinnen Ashley Judd und Scarlett Johansson, der Regisseur Michael Moore, die Frauenrechtlerin Gloria Steinem sowie Bürgerrechtlerin Angela Davis.

Nach einer Auftaktkundgebung am Vormittag wollte die Menge zum Weißen Haus ziehen. Viele Teilnehmerinnen trugen pinkfarbene Mützen, die im Vorfeld der Demonstration zu Hunderttausenden gestrickt worden waren – zum Teil auch im Ausland als Zeichen internationaler Solidarität. Beispielsweise in Kopenhagen.

Auch in Städten wie Los Angeles, Chicago, New York und Boston waren Demonstrationen geplant – so genannte „Schwestermärsche“. In Boston erwarteten die Veranstalter 100.000 Menschen. Insgesamt waren in den USA mehr als 600 größere Protestaktionen angekündigt.

Unterstützt wurden die US-Demonstranten durch Kundgebungen in Dutzenden anderen Ländern, so in London, wo am Samstag ebenfalls Tausende Menschen gegen Trump auf die Straße gingen. Auch in Berlin demonstrierten mehrere Hundert Frauen und Männer vor der US-Botschaft.

In Prag hielten einige Hundert Menschen aus Solidarität mit den Frauen in der US-Hauptstadt eine Kundgebung ab. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schwenkten sie auf dem Wenzelsplatz Porträts von Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie Banner, auf denen „Das ist nur der Anfang“ geschrieben stand. Organisatorin Johanna Nejedlova sagte: „Wir sind besorgt über die Art und Weise, in der einige Politiker reden, vor allem während des amerikanischen Wahlkampfes.“

Die internationalen Medien hatten auf die Amtsübernahme des 70 Jahre alten Politikneulings überwiegend negativ reagiert. „2017 hat Trump der Welt klar gemacht, dass sie sehr besorgt sein sollte. Trumps Rede war abwechselnd bitter, angeberisch und banal. Sie kochte über vor Groll und Verachtung für die Politik sowie die Gewaltenteilung im US-System“, schrieb der britische „Guardian“. Die Trump-freundlichere „Times“ glaubt, seine Präsidentschaft könne zum Erfolg führen, dafür müsse er aber mehr Bescheidenheit an den Tag legen. Trump selbst bedankte sich beim US-Sender Fox News und anderen Medien für die „großartige“ Berichterstattung.

Quelle:  Handelsblatt Online
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