Nach Einigung: Russland liefert wieder Gas über Ukraine nach Westeuropa

Nach Einigung: Russland liefert wieder Gas über Ukraine nach Westeuropa

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Eine Filteranlage der Gasverdichterstation der Verbundnetz Gas AG (VNG).

Russland will nach eigenen Angaben heute um 8 Uhr wieder Gas über die Ukraine nach Westeuropa pumpen. Dies teilte der russische Gasmonopolist Gazprom am Morgen mit.

Damit widersprach der Konzern einer früheren Äußerung der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko, nach der das Gas bereits seit 2 Uhr wieder strömen sollte.

Russland und die Ukraine hatten den seit zwei Wochen schwelenden Gasstreit gestern mit einem neuen Abkommen beigelegt. Die Nachbarstaaten unterzeichneten in Moskau einen Gasliefervertrag für eine Laufzeit von zehn Jahren. Experten zufolge dürfte es ein bis zwei Tage dauern, bis das erste russische Gas Europa erreicht.

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Die Zeremonie, an der auch der russische Regierungschef Wladimir Putin und seine ukrainische Kollegin Julia Timoschenko teilnahmen, wurde im Staatsfernsehen live übertragen. „Ich hoffe, dass wir heute den Schlusspunkt gesetzt haben“, sagte Putin. Künftig gebe es zwischen Gazprom und Naftogas keine Zwischenhändler mehr. „In den kommenden Jahren gibt es kein Streit mehr über Gaspreise und Lieferungen“, versprach Timoschenko. In diesem Jahr erhält die Ukraine für Lieferungen aus Russland 20 Prozent Rabatt. In der Nacht zum Sonntag hatten sich beide Regierungschefs geeinigt, dass die Ukraine ab 2010 marktübliche Preise zahlen muss.

Kalte Temperaturen verschärfen die Lage

Russland hat die Erdgaslieferungen in die Ukraine am 1. Januar gestoppt. Am 7. Januar wurde auch der Erdgastransit in die EU-Länder eingestellt. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, für das Dilemma verantwortlich zu sein. In Verhandlungen mit der EU wurde die Entsendung von Beobachtern zur Überwachung der Transitleitungen vereinbart. Russland drehte daraufhin am vergangenen Dienstag den Gashahn wieder auf. Das Erdgas traf aber wegen eines Streits über die Nutzung bestimmter Leitungen nie in seinen Bestimmungsländern ein - nach ukrainischer Darstellung verlangte Russland die Nutzung einer Leitung, die für die Ukraine die weitere Belieferung heimischer Kunden verhindert hätte.

Die EU-Kommission dringt auf die Nennung eines genauen Zeitpunkts, wann die Lieferungen wieder aufgenommen werden sollen. Die Kommission nehme die Unterzeichnung eines auf zehn Jahre angelegten Vertrags zur Kenntnis, teilte die Behörde heute in Brüssel mit. „Wir müssen jetzt den genauen Zeitpunkt mitgeteilt bekommen, wann die Gas-Lieferungen wieder aufgenommen werden.“ Die Beobachter würden überprüfen, ob das Gas tatsächlich wieder strömt. Die Situation bleibe angespannt, hieß es. Kalte Temperaturen könnten die Lage weiter verschärfen. Die Kommission verlange deshalb eine schnellstmögliche Wiederaufnahme der Gaslieferungen.

Bulgarien am meisten betroffen

Nach Angaben einer Gruppe von EU-Gas-Experten ist Bulgarien das von der Totalblockade am meisten betroffene EU-Land. Die meisten Länder hätten die Situation aber erfolgreich gemeistert. Im Rahmen des EU-Binnenmarkts für Gas seien Lieferausfälle etwa in der Slowakei, in Österreich, Ungarn, Slowenien, Polen und sogar im Nicht-EU-Land Kroatien ausgeglichen worden.

Bulgarien hoffe noch auf eine zumindest teilweise Lösung mittels Lieferungen aus Griechenland. Besonders deutsche Gasversorger hätten zusätzliche Mengen durch Österreich nach Ungarn, Slowenien sowie die Nicht-EU-Staaten Kroatien, Serbien und Bosnien-Herzegowina gepumpt. Sofern die Temperaturen nicht wieder fallen und die zusätzlichen Gas-Lieferungen aus anderen EU-Ländern aufrechterhalten werden könnten, könnten die betroffenen Länder die Lage die kommenden Wochen über meisten. Die notwendigen Anpassungen hätten aber zusätzliche Kosten für die Industrie zur Folge, hieß es.

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