Nach Massenhinrichtung in Saudi-Arabien: Iran warnt Saudi-Arabien vor „Rache Gottes“

Nach Massenhinrichtung in Saudi-Arabien: Iran warnt Saudi-Arabien vor „Rache Gottes“

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Irans oberster geistliche Führer Ajatollah Ali Chamenei verurteilte die Hinrichtungen scharf.

Zwischen Saudi-Arabien und dem Iran knirscht es schon lange. Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien verschärfen sich die Spannungen.

Die Hinrichtung des schiitischen Oppositionellen Nimr al-Nimr und 46 weiterer Häftlinge in Saudi-Arabien schürt heftige Spannungen mit dem Iran. In dem schiitisch geführten Land verwüstete eine aufgebrachte Menge die saudi-arabische Botschaft. Riad verurteilte dies scharf und warf der iranischen Regierung vor, terroristische Handlungen zu unterstützen.

Irans oberster geistliche Führer Ajatollah Ali Chamenei verurteilte die Hinrichtungen scharf und erklärte am Sonntag, die „Rache Gottes“ werde saudische Politiker treffen. Al-Nimr habe weder zum bewaffneten Aufstand aufgerufen, noch eine Verschwörung angezettelt, sondern nur die Regierung kritisiert. Die Revolutionsgarden sagten den Untergang der saudischen Monarchie voraus.

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Saudi-Arabiens Außenministerium erklärte, die Kritik des Iran zeige, dass Teheran den Terrorismus unterstütze. Es zitierte den Botschafter Teherans zu sich und warf Iran plumpe Einmischung in die Innenpolitik Saudi-Arabiens vor. Auch der Iran bestellte Saudi-Arabiens Botschafter ein.

Wissenswertes über Saudi-Arabien

  • Geburtsstätte des Islam

    Saudi-Arabien ist mit den für Muslime bedeutenden Städten Mekka und Medina die Geburtsstätte des Islam.

  • Absolute Monarchie

    Seit 1932 wird der Wüstenstaat auf der Arabischen Halbinsel von der Familie Al-Saud als absolute Monarchie geführt. Die Scheichs haben mit dem Wahhabismus eine konservative Auslegung des Islam im Land etabliert und vor allem Frauen mit strengen Regeln belegt. So ist Saudi-Arabien das einzige Land der Welt, in dem Frauen nicht Auto fahren dürfen.

  • Bevölkerung

    In dem Land leben nach Angaben der UN rund 27 Millionen Menschen, ein Drittel von ihnen sind Gastarbeiter. Die Mehrheit der Saudis sind sunnitische Muslime. Im Osten des Landes lebt eine schiitische Minderheit, die jedoch immer wieder Repressalien ausgesetzt ist. Sunniten sprechen ihnen ab, wahre Muslime zu sein.

  • Reich durch Öl

    Als größter Produzent unter den Erdöl-Staaten (Opec) kann das Königreich einen großen Reichtum vorweisen. Die Staatsreserven werden auf 750 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Zuvor war es aufgebrachten Demonstranten gelungen, in die saudische Botschaft in Teheran vorzudringen und Feuer zu legen. Die Polizei vertrieb die Eindringlinge nach eigenen Angaben wieder. Staatspräsident Hassan Ruhani sprach von einem „hässlichen Vorfall“ der nicht zu rechtfertigen sei und forderte die Festnahme der verantwortlichen Extremisten. Laut Staatsanwalt Abbas Dschafari Dowlatabadi wurden 40 Personen gefasst.

Al-Nimr war am Samstag nach Angaben des saudischen Innenministeriums gemeinsam mit 46 anderen wegen Terrorvorwürfen verurteilten Häftlingen exekutiert worden. Er war Leitfigur schiitischer Proteste während des Arabischen Frühlings 2011 sowohl in Saudi-Arabien als auch in Bahrain.

In Al-Nimrs Heimatstadt Al-Katif im Osten Saudi-Arabiens gingen Hunderte Menschen aus Zorn auf die Straße. In Bahrain trieb die Polizei Demonstranten mit Tränengas auseinander. Selbst in Nordindien kam es zu Protesten.

Getötete und gefangen genommene Top-Terroristen

  • Abu Sajjaf, Mai 2015

    US-Eliteeinheiten töten nach Pentagon-Angaben einen ranghohen Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Der Mann mit dem Kampfnamen Abu Sajjaf sei für Öl-, Gas- und andere finanzielle Operationen des IS zuständig gewesen.

  • Aden Garer, März 2015

    Aden Garer, März 2015: Bei einem US-Drohnenangriff in Somalia wird der mutmaßliche Drahtzieher der Terrorattacke auf das kenianische Einkaufszentrum Westgate, ein Mitglied der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz, getötet.

  • Ahmed Abdi Godane, September 2014

    Der Anführer der Al-Shabaab-Miliz stirbt infolge eines gezielten amerikanischen Raketen-Angriffs in Somalia.

  • Ahmed Abdul Chattala, Juni 2014

    Der Führer der libyschen Islamistengruppe Ansar al-Scharia wird fast zwei Jahre nach dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi als mutmaßlicher Drahtzieher des Anschlags von einem US-Kommando gefasst.

  • Abu Anas Al-Libi, Oktober 2013

    Ein US-Kommando überwältigt den als Spitzenmann der Al-Kaida gesuchten Libyer vor seinem Haus in der Hauptstadt Tripolis. Er wurde im Zusammenhang mit den Angriffen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 gesucht. Er stirbt im Januar 2015 kurz vor Beginn seines Prozesse in New York.

  • Osama bin Laden, Mai 2011

    Nach fast zehnjähriger Jagd erschießen US-Elitesoldaten bei einer Kommandoaktion in der pakistanischen Stadt Abbottabad den meistgesuchten Terroristen der Welt.

Der schiitisch geführte Iran konkurriert mit dem sunnitischen Königreich Saudi-Arabien um die Vormachtstellung in der Region. So unterstützt der Iran Syriens Präsident Baschar al-Assad im Bürgerkrieg, Saudi-Arabien hilft dagegen sunnitischen Rebellen. Im Jemen führen beide Staaten einen Stellvertreterkrieg. Dies sprach Chamenei in seiner Erklärung auch an. Zudem verfolge das Königreich die Schiiten im von Saudi-Arabien gestützten Bahrain.

Die Hinrichtungen könnten aber auch die Beziehungen Riads zum Irak belasten, der ebenfalls eine schiitische Bevölkerungsmehrheit hat. Ministerpräsident Haidar al-Abadi twitterte nach der Exekution, er sei schockiert. Friedliche Opposition sei in Grundrecht. Iraks oberster schiitischer Geistlicher Ali al-Sistani nannte al-Nimr am Sonntag einen Märtyrer, der ungerecht getötet worden sei.

Nach Massenhinrichtung in Saudi-Arabien Demonstranten stürmen saudische Botschaft in Teheran

Saudi-Arabien richtet an einem Tag vier Dutzend Menschen hin. Das löst weltweite Kritik aus, vor allem Riads Erzrivale Iran ist empört. In Teheran wird die saudische Botschaft attackiert.

Demonstranten setzten Teile der saudischen Botschaft in Teheran in Brand. Quelle: REUTERS

In Bagdad bereitet sich die saudi-arabische Botschaft darauf vor, nach 25 Jahren wieder offiziell zu öffnen. Jetzt wurden bereits Stimmen laut, dies nicht zuzulassen.

UN-Menschenrechtskommissar Said Raad al-Hussein kritisierte, einige der Hingerichteten hätten sich selbst nach Ansicht der Richter keine Gewaltverbrechen zuschulden kommen lassen. Trotzdem seien sie zum Tode verurteilt und exekutiert worden. Das widerspreche internationalem Recht. Al-Hussein stellte auch infrage, dass die Gerichtsprozesse der Verurteilten den Standards entsprochen haben.

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