Naher Osten: Die Ölmonarchie Saudi-Arabien

Naher Osten: Die Ölmonarchie Saudi-Arabien

Bild vergrößern

Der saudische König Abdullah (rechts) im Gespräch mit Bahreins König Hamad bin Isa al-Khalifa.

von Hans Jakob Ginsburg

Während die Proteste in Syrien eskalieren, macht Saudi-Arabien das Volk mit sozialen Wohltaten gefügig. Wie lange geht das noch gut – und wer hat künftig in der Ölmonarchie das Sagen?

Der nächste Dominostein in der aufgewühlten arabischen Welt wackelt: In Syrien machen Scharfschützen Jagd auf Demonstranten, es gibt eine Verhaftungswelle, in vielen Orten sind die Strom- und Telefonverbindungen gekappt. Die Armee ist in die südliche Stadt Daraa eingerückt; sie gilt als Hochburg der Regimegegner, die seit Mitte März gegen Präsident Baschar al-Assad und seine Regierung protestieren.

Die arabische Aufstandsbewegung hat in Tunesien und Ägypten die Herrschercliquen hinweggefegt, in Libyen zum Bürgerkrieg mit ausländischer Beteiligung geführt und provoziert nun in Syrien Gegenschläge eines Diktators. Doch was passiert beim politisch und ökonomisch wichtigsten Land der arabischen Welt? In Saudi-Arabien bittet der König zum Tanz.

Anzeige

Um politische Normalität zu demonstrieren, erschien König Abdullah jüngst zum alljährlichen Kulturfestival am Stadtrand von Riad und eröffnete die „Aradha“, den Schwerttanz der waffenfähigen Männer. Fotos vom König und den wichtigsten Prinzen bei der Hüpferei schmücken jedes Frühjahr die saudischen Zeitungen, seit Abdullah 2005 König wurde – anfangs als Zeichen der Traditionsverbundenheit des Monarchen, vorige Woche als Beleg für seine Vitalität. Immerhin hatte es zuletzt immer wieder Gerüchte gegeben, der 86-Jährige liege im Sterben.

Die Alten von der Tankstelle

Abdullahs Demonstration hatte nur einen Schönheitsfehler: Als sich seine Brüder, Söhne und Neffen zum Tanz formierten, blieb er krankheitshalber sitzen. Seine Zeit geht zu Ende, das darf jetzt auch der saudische Zeitungsleser wissen. Dass die Dynastie an der Macht bleibt, daran herrschen bei politischen Beobachtern allerdings wenig Zweifel. Eine aufgeklärte Zivilgesellschaft fehlt in Saudi-Arabien ebenso wie charismatische Oppositionelle. Auf die Unruhen in der Nachbarschaft hat die Monarchie innenpolitisch mit sozialen Wohltaten reagiert. Es soll höhere Gehälter im öffentlichen Dienst, mehr Geld für soziale Einrichtungen und Prämien für Familiengründer geben; umgerechnet 26 Milliarden Euro will der greise Monarch Abdullah verteilen. Das ist viel Geld für seine 26 Millionen Untertanen, von denen nach unabhängigen Schätzungen bis zu einem Viertel arbeitslos ist.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%