Nahverkehr: Massive Streiks in Griechenland

Nahverkehr: Massive Streiks in Griechenland

, aktualisiert 01. Dezember 2011, 10:52 Uhr
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Zwei Männer im Hafen von Piräus: Auch der Fährverkehr ist vom Streik betroffen.

Quelle:Handelsblatt Online

In Athen haben viele Griechen ihre Arbeit niedergelegt. Betroffen sind unter anderem der öffentliche Nahverkehr, staatliche Unternehmen und Schulen. Der Streik richtet sich gegen Massenentlassungen und Lohnkürzungen.

AthenMit dem ersten Generalstreik seit dem Amtsantritt des neuen Ministerpräsidenten Lukas Papademos haben am Donnerstag tausende Griechen gegen weitere Einsparungen protestiert. In Athen und vielen anderen Städten standen Züge und Busse still. Zahlreiche Schulen blieben geschlossen, in Krankenhäusern wurden nur noch Notfälle angenommen. Auch die Müllabfuhr beteiligte sich an dem auf 24 Stunden angesetzten Ausstand. Der Flugverkehr findet dagegen nach Angaben des Flughafens Athens normal statt. Die Fluglotsen nehmen am Streik nicht teil, um dem Tourismus keinen Schlag zu verpassen, hieß es seitens ihrer Gewerkschaft.

Mit dem Protest wollen die Gewerkschaften ihren Unmut über weitere Einsparungen und Steuererhöhungen zum Ausdruck bringen, die der Haushalt 2012 vorsieht. Im Tagesverlauf sollten im ganzen Land zahlreiche Kundgebungen und Demonstrationen stattfinden. Zu dem Streik haben die beiden größten Gewerkschaftsverbände des staatlichen (ADEDY) und des privaten (GSEE) Bereichs aufgerufen.

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„Genug ist genug. Wir ziehen auf die Straßen, um deutlich zu machen, dass es sich um einen Sparhaushalt, einen Hungerhaushalt handelt, der so nicht verabschiedet werden darf“, sagte Christos Kiosis, Betriebsratschef des Athener Wasserversorgers. Die Pläne der neuen Regierung würden weitere Einschnitte und schlechtere Arbeitsbedingungen bedeuten. Das Parlament in Athen wird voraussichtlich noch in diesem Monat über das nächste Sparpaket abstimmen, das zusätzliche Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen vorsieht. Dadurch soll sichergestellt werden, dass das Haushaltsdefizit im nächsten Jahr auf maximal 6,7 Prozent der Wirtschaftsleistung von zuletzt neun Prozent schrumpft.

Die Reformen sind auch Bedingung für weitere Hilfszahlungen der EU-Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) an das hochverschuldete Land. Die Euro-Finanzminister hatten am Dienstag grünes Licht für die Auszahlung der nächsten Kredittranche über acht Milliarden Euro gegeben. Das Geld lag seit zwei Monaten auf Eis, weil das Land die vereinbarten Spar- und Reformziele nicht eingehalten hatte.

Griechenland muss seit Mitte 2010 mit einem Rettungspaket von 110 Milliarden Euro vom IWF und den Euro-Ländern vor der Pleite bewahrt werden. Ende Oktober wurde ein zweites Programm über 130 Milliarden Euro vereinbart sowie ein Schuldenerlass der privaten Gläubiger über 100 Milliarden Euro. In dem wachstumsschwachen Mittelmeerland war die Schuldenkrise Ende 2009 ausgebrochen, die nach Portugal und Irland jetzt auch Italien und Spanien in den Abgrund zu ziehen droht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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