Naturkatastrophe: Erdbeben und Tsunami erschüttern Japan

Naturkatastrophe: Erdbeben und Tsunami erschüttern Japan

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Tsunami in Japan

Ein Erdbeben mit unabsehbar schweren Folgen hat weite Teile von Japan erschüttert. Ein Tsunami spülte Autos und Häuser fort.

Ein Erdbeben mit unabsehbar schweren Folgen hat am Freitag weite Teile von Japan erschüttert und offenbar verheerende Schäden verursacht. Erste Messungen von geologischen Instituten registrierten eine Stärke von 8,8. Möglicherweise sei es das bislang schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans sei, sagte der Chefsekretär des Kabinetts, Yukio Edano.

Nach dem schweren Erdbeben ist an einem Turbinengebäude des Atomkraftwerks Onagawa in der Provinz Miyagi im Nordosten des Landes ein Feuer ausgebrochen. Dies erklärte der Betreiber der Anlage, TohokuElectric Power. Demnach trat aus dem Gebäude Rauch aus, die Ursache werde untersucht. Berichte über einen Austritt von Radioaktivität oder Verletzte lägen nicht vor. Das vom Brand betroffene Gebäude ist vom Reaktorgebäude getrennt.

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Eine zehn Meter hohe Flutwelle traf die Küste rund um die Hafenstadt Sendai, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Der Hafen von Sendai wurde ebenso überflutet wie Fischerdörfer der Umgebung. In Aufnahmen aus Hubschraubern war zu sehen, wie die Flutwelle Schiffe, Lastwagen, Autos und Trümmer vor sich her in die Stadt Sendai schob. Nach dem schweren Beben vorJapan ist am Freitag eine Tsunami-Warnung für fast die gesamte Pazifik-Region ausgegeben worden.

Nach ersten offiziellen Angaben kamen mindestens achtzehn Menschen ums Leben, zahllose Bewohner der Küstenregionen und betroffenen Städte wurden verletzt. In Tokio schwankten zahlreiche Gebäude. Züge wurden angehalten. Nach dem Beben sind vier Millionen Menschen im Großraum Tokio von Stromausfall betroffen.

Der Leiter des Goethe-Instituts in Tokio, Raimund Wördemann, sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Es bebt die ganze Zeit.“ Er sitze mit einem Helm unter dem Schreibtisch. Zunächst gibt es keine Hinweise auf deutsche Opfer, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes mit. Nach ersten Schätzungen leben in der am schwersten betroffenen Region an der Ostküste der Hauptinsel Honshu etwa 100 Bundesbürger.

Schwere Wirtschaftsschäden

Das Erdbeben ereignete sich gegen 14.45 Uhr Ortszeit (06.45 Uhr MEZ). Das Epizentrum lag 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio. Das Verteidigungsministerium ordnete nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo den Start von acht Kampfflugzeugen an; die Piloten sollen einen ersten Überblick zu den Schäden erstellen.

Mehrere Atomkraftwerke und Ölraffinerien wurden abgeschaltet, Sony schloss sechs Fabriken, nach Angaben von Reedern wurden alle Häfen in Japan geschlossen. In Chiba geriet nach einer Meldung von Kyodo eine Stahlfabrik in Brand. „Die Schäden lassen sich noch nicht beziffern aber für die nordjapanische Wirtschaft sieht es schrecklich aus. Die Regierung muss schnell handeln und Hilfspakete ankündigen, die Zentralbank sollte mehr Geld in die Wirtschaft pumpen", sagte Tsutomu Yamada, Marktanalyst bei Kabu.com Securities. "Dieses Beben könnte Japans Gesamtwirtschaft genau in dem Moment belasten, als sie erste Anzeichen einer Erholung zeigte.“

Die Region war erst am Mittwoch von einem Erdbeben der Stärke 7,3 getroffen worden. Das Beben war allerdings glimpflich verlaufen. Japan liegt im pazifischen „Feuerring“ mit zahlreichen Vulkanen, in dem Verschiebungen von Erdplatten immer wieder zu Erschütterungen führen. Dort ereignen sich 90 Prozent aller Erdbeben weltweit.Im Jahr 1933 kamen der amerikanische Erdbebenwarte USGS zufolge rund 3.000 Menschen bei einem Erdbeben und einem Tsunami bei Ofunato ums Leben. Damals erreichte die Welle eine Maximalhöhe von 28,7 Metern. 1896 löste ein Erdbeben der Stärke 8,5 einen Tsunami aus, der 27.000 Menschen in dem Gebiet das Leben kostete.

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