Nepal: Kommunistische Allianz profitiert von Wahl

Nepal: Kommunistische Allianz profitiert von Wahl

, aktualisiert 09. Dezember 2017, 13:29 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

Zwei kommunistische Parteien könnten die nächste Regierung in Nepal bilden. In elf Jahren hatte das Land zehn Ministerpräsidenten. Die politische Instabilität wird für den langsamen Fortschritte verantwortlich gemacht.

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Mitarbeiter der Wahlkommission bei der Auszählung: Es könnte noch Tage dauern, bis die Ergebnisse feststehen.

KathmanduEine Allianz zweier großer kommunistischer Parteien ist vorläufigen Ergebnissen zufolge der Gewinner der Parlamentswahl in Nepal. Wie aus den von der Wahlkommission am Samstag bekanntgegebenen Ergebnissen hervorgeht, gewann die Allianz aus Kommunistischer Partei von Nepal (Vereinigte Marxistisch-Leninistische) und Kommunistischer Partei von Nepal (Maoistisches Zentrum) 19 Sitze in der Nationalversammlung.

In der Nationalversammlung werden 165 Sitze direkt gewählt, 110 werden basierend auf dem Verhältniswahlrecht an Parteien vergeben. Die bei der letzten Wahl stärkste Partei, der Kongress von Nepal, gewann bislang nur drei Sitze.

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Sudheer Sharma von der Zeitung „Kantipur“ sagte, die Allianz schneide so gut ab, weil ihre Stimmen nicht wie bei vorherigen Wahlen aufgeteilt seien. Die Parteien der Allianz hätten auch eine stabile Regierung für die nächsten fünf Jahre versprochen.

Nepal hat in den vergangenen elf Jahren zehn Ministerpräsidenten gehabt. Die politische Instabilität wird für langsame Fortschritte in Nepal verantwortlich gemacht, das eines der ärmsten Länder der Welt ist. Nepals langsamer Weg hin zu einer Demokratie hatte 2006 begonnen, als Demonstranten den König zur Aufgabe seiner Macht zwangen. Zwei Jahre später schaffte das Land die jahrhundertealte Monarchie offiziell ab. Streit unter politischen Parteien verzögerte bis 2015 die Umsetzung der neuen Verfassung, in der Nepal zu einer Republik erklärt wurde.

Die früheren Rebellen der Kommunistischen Partei von Nepal (Maoistisches Zentrum) hatten zwischen 1996 und 2006 gegen Regierungssoldaten gekämpft. Sie beteiligten sich an einem Friedensabkommen, das von den Vereinten Nationen überwacht wurde.

Nach Behördenangaben könnte es noch Tage dauern, bis die Endergebnisse feststehen. Die Wahl hatte in zwei Phasen stattgefunden. Die nördliche Hälfte des Landes wählte am 26. November, der Rest am Donnerstag.

Quelle:  Handelsblatt Online
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