Neue Explosionen an Unglücksort in Tianjin : China bestätigt Austritt von hochgiftigem Natriumzyanid

Neue Explosionen an Unglücksort in Tianjin : China bestätigt Austritt von hochgiftigem Natriumzyanid

, aktualisiert 15. August 2015, 12:22 Uhr
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Die Explosion ereignete sich in der chinesischen Hafenstadt Tianjin.

Neue Explosionen haben die Unglücksstelle auf dem Hafengelände in der nordchinesischen Metropole Tianjin erschüttert, wo zuvor mindestens 85 Menschen ums Leben gekommen sind. Behörden haben eine Evakuierung angeordnet.

In der chinesischen Hafenstadt Tianjin ist auch drei Tage nach den schweren Explosionen in einem Chemikalienlager die Gefahr noch nicht gebannt. An der Unglücksstelle waren am Samstag mehrere schwächere Detonationen zu hören. Kleinere Feuer brachen aus. Zudem bestätigten die Behörden, dass Natriumzyanid ausgetreten ist. Da der Wind drehte, bestand die Gefahr, dass das Gift, das rasch tödlich wirken kann, landeinwärts getrieben wird. Die Zahl der Toten stieg nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua auf 85.

Anwohner in Tianjin mussten eine Schule räumen, in der sie Unterschlupf gefunden hatten, weil der Wind das Gift in ihre Richtung treiben könne, teilte die Nationale Gesundheits- und Familienplanungskommission mit. Die Menschen wurden aufgefordert, lange Hosen und Gesichtsmasken zu tragen. Insgesamt mussten 6300 Menschen ihre Häuser verlassen. In einem Umkreis von drei Kilometern war die Unglücksstelle abgeriegelt.

Ein Polizeivertreter in Tianjin sagte der staatlichen Zeitung "Beijing News", das Natriumzyanid sei östlich der Detonationsstelle nachgewiesen worden. Wie viel von dem Salz der Blausäure gefunden oder freigesetzt wurde, sagte die Polizei nicht. Auch zum Risiko für die Bevölkerung äußerte sie sich nicht. Anwohner zeigten sich allerdings besorgt, dass Luft und Wasser belastet sein könnten. "Ich habe schon ein wenig Angst", sagte ein Bauarbeiter. "Unser Chef hat uns gesagt, dass wir Masken tragen sollen." Bei aller Besorgnis war in den Straßen von Tianjin aber keine Panik zu spüren.

Verzweifelte und wütende Angehörige vermisster Feuerwehrleute versuchten, eine Pressekonferenz zu stürmen. "Wir haben alle Krankenhäuser abgeklappert, und wir haben sie nicht gefunden", klagte Wang Baoxia, deren älterer Bruder vermisst wurde. "Niemand von der Regierung will mit uns sprechen. Nicht einer!"
Den Angehörigen zufolge wurden noch 25 Feuerwehrleute vermisst. Unter den 85 Toten sind Medienberichten zufolge mehr als 20 Feuerwehrleute. Zudem seien 720 Menschen verletzt worden.
Am Mittwochabend hatte es in einem Lager für giftige Stoffe und explosive Gase zwei Detonationen gegeben. Die Ursache blieb unklar. Die Explosionen waren kilometerweit zu spüren. Der Hafen der 15-Millionen-Metropole Tianjin im Nordosten Chinas ist der zehntgrößte der Welt. Die Feuerwehr war dafür kritisiert worden, dass sie versucht hatten, mit Wasser das Feuer zu löschen und damit möglicherweise unwillentlich die Explosionen verstärkte.

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