Neue Märkte: Die Politik hat zu viel Angst vor Afrika

Neue Märkte: Die Politik hat zu viel Angst vor Afrika

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Deutsche Investoren sind auf dem afrikanischen Kontinent noch eine Seltenheit.

von Florian Willershausen

Die schwarz-gelbe Regierung hat die Afrikapolitik aus der Sackgasse der Entwicklungshilfe geholt. Für die Zukunft erhofft sich die Wirtschaft noch mehr politische Unterstützung bei Investitionen auf dem schwarzen Kontinent.

Günter Nooke macht Nägel mit Köpfen: Diesen Donnerstag, pünktlich um acht Uhr früh, steht der Reisebus in der Berliner Stresemannstraße. Es gibt Käffchen und Häppchen im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) – dann geht’s pünktlich ab nach Freiberg im Erzgebirge. Dort schlummert jenes Bergbau-Know-how, das Afrika aus Sicht des CDU-Manns Nooke gut gebrauchen kann. Der Afrika-Beauftragte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat darum an jenem Donnerstag knapp 30 afrikanischer Botschafter zur exklusiven Leistungsschau eingeladen.

Vor fünf Jahren hätten sie ihn hinterher aus dem Amt gejagt. Unter den Teilnehmern sind mit Guinea-Bissau, Ruanda und Süd-Sudan Staaten vertreten, deren Machthaber nicht gerade durch toleranten Umgang mit Kritikern und Minderheiten auffallen. Die Grünen, deren Parteibuch Nooke vor zwei Jahrzehnten zurückgegeben hatte, hätten Zeter und Mordio geschrien: Darf die Politik die deutsche Wirtschaft ihrer Rohstoff-Interessen wegen mit den Vertretern afrikanischer Diktaturen zusammenbringen?

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Sie darf nicht nur, sie muss sogar, sagt Günter Nooke und strahlt eine stoische Ruhe aus. Der einstige DDR-Bürgerrechtler sieht Afrika als Rohstoff-Eldorado. Wenn die deutsche Wirtschaft dort zu Geschäften komme, könne sie ihre Abhängigkeit von Rohstoffen lindern, in Afrika selbst für Arbeitsplätze sorgen und nebenbei noch gutes Geld verdienen.
Zwar fehlt es der kleinteiligen Wirtschaftsstruktur in Deutschland an einem Rohstoffriesen vom Schlage BHP Billiton. Im Bergbaustädtchen Freiberg aber verstecken sich Mittelständler, deren Fördertechniken und Kartographie-Technologien in afrikanischen Rohstoffgebieten von Nutzen sein könnten. Die muss man aber erst einmal kennen lernen. Dafür sorgt Nooke, indem er die Afrikaner hierhin karrt. Die sollen dann in ihre Heimatländer kabeln, welch tolle Sachen diese Deutschen können.
Die Afrikapolitik der Bundesregierung hat sich in der ablaufenden Wahlperiode verwandelt: Noch unter der Großen Koalition, als das BMZ fest in SPD-Hand war, galt Afrika als reine Destination für Almosen, sprich Entwicklungshilfe. Die versickerte oft in den korrupten Kanälen – und zementierende zum Teil die ineffizienten Strukturen in den Ländern, wie Kritiker um Dambisa Moyo behaupten.

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