Neuer Präsident von Südkorea: Moon zu Nordkorea-Besuch bereit

Neuer Präsident von Südkorea: Moon zu Nordkorea-Besuch bereit

, aktualisiert 10. Mai 2017, 08:38 Uhr
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Südkoreas neuer Präsident wäre zu einem Besuch in Nordkorea bereit.

Quelle:Handelsblatt Online

Bessere Beziehungen zu Nordkorea und neue Verhandlungen über das US-Raketenabwehrsystem THAAD: Der neue südkoreanische Präsident Moon beteuert, er wolle den Frieden auf der Koreanischen Halbinsel um jeden Preis bewahren.

SeoulDer zum neuen Präsidenten von Südkorea gewählte Moon Jae In ist vereidigt worden. Er sei bereit, unter den passenden Umständen die Regierung in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang zu treffen, sagte Moon bei der Vereidigungszeremonie am Mittwoch. „Ich bin gewillt, für den Frieden auf der Koreanischen Halbinsel überall hinzugehen“, erklärte er. Dabei nannte er als Reiseziele auch Washington, Peking und Tokio. Am Dienstag hatte der Liberale Moon die Wahl mit großem Vorsprung vor seinen Gegnern gewonnen.

Die Staatenlenker von China und Japan gratulierten Moon. Aus Peking kam lediglich ein Einzeiler, den die chinesische staatliche Nachrichtenagentur am Mittwoch veröffentlichte. Die Verbindungen zwischen Seoul und Peking sind derzeit nicht gut, weil Südkorea unter der Regierung von Ex-Präsidentin Park Geun Hye die Stationierung des US-Raketenabwehrsystems THAAD vorangetrieben hatte. Auch zu Japan sind die Beziehungen angespannt, Streitpunkt ist dabei die sexuelle Ausbeutung von Südkoreanerinnen im Zweiten Weltkrieg durch japanische Soldaten.

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Mit Blick auf das THAAD-System kündigte Moon an, dessen Stationierung mit den USA „ernsthaft verhandeln“ zu wollen. Die Vereinigten Staaten sind Seouls Top-Verbündeter. Peking sieht das Abwehrsystem hingegen als Bedrohung – der Radar sei stark genug, um chinesische Militäreinsätze auszuspionieren.

Schon im Wahlkampf hatte Moon versprochen, bei THAAD und beim Umgang mit Nordkorea auf einen anderen Ansatz als die konservativen Vorgängerregierungen zu setzen. Er sprach sich für eine engere Bindung mit Nordkorea aus, da die harte Linie der Konservativen in Südkorea Pjöngjang nicht davon abgehalten habe, nukleare Waffen zu entwickeln.

Moon, der das Kind von Flüchtlingen aus Nordkorea ist, war Stabschef unter dem letzten liberalen Präsidenten Roh Moo Hyun. Dieser sprach sich bereits für engere Bindungen zu den Nachbarn im Norden aus. Der neue Präsident wurde für eine fünfjährige Amtszeit gewählt.

Moon wird die Amtsgeschäfte sofort übernehmen. Eine zweimonatige Übergangszeit entfällt, da die Wahl von 2018 auf dieses Jahr vorgezogen worden war. Die Südkoreaner waren zur Abstimmung aufgerufen, nachdem die Konservative Park Geun Hye wegen Korruptionsvorwürfen im März ihres Amtes enthoben worden war. Gegen die Ex-Präsidentin ist inzwischen Anklage erhoben worden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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