New York: Comeback am Ground Zero

New York: Comeback am Ground Zero

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In Arbeit. Der erste Teil des neuen World-Trade-Centers wird am 10. JAhrestages der Terroranschläge eröffnet.

von Angela Hennersdorf

Zehn Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 feiert New York sein Comeback als liberales, ökonomisches und kulturelles Zentrum Amerikas.

Michele Sartini tupft sich mit einem Taschentuch die Tränen weg: „Auf diesen Moment habe ich 14 Jahre lang gewartet, endlich bin ich Amerikaner.“ Der 45-jährige Einwanderer aus Italien ist einer von 50 Menschen, die an diesem schwülen Augusttag Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika werden, in einem nüchternen Saal im dritten Stock des Bürohauses an der Federal Plaza in Manhattan.

Hier residiert die New Yorker Abteilung der US Citizenship and Immigration Services, und hier begrüßt Direktorin Andrea Quarantillo ihre neuen Mitbürger. Nicht müde wird sie zu betonen, was für ein besonderer Tag das sei: „Ab heute seid ihr keine Immigranten mehr, sondern Amerikaner mit neuen Rechten und Pflichten!“ Und was heißt das? Die Beamtin fährt fort: „New York ist eine tolle Stadt, wir sind eine tolle Nation. Aber wir sind nicht perfekt. Tragt euren Teil dazu bei, dass dieses Land noch besser wird!“ Dann sprechen alle brav den Eid auf die Fahne und singen die Nationalhymne. Präsident Barack Obama heißt seine neuen Mitbürger per Video willkommen und schließt die kurze Ansprache mit den Worten: „Gott segne Amerika!“ Die 50 winken mit US-Fähnchen, und nicht nur Sartini kommen die Tränen.

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Metropole mit Facelifting

Am Schmelztiegel New York haben die Terroranschläge vom 11. September 2001 nichts geändert. Ungebrochen ist zehn Jahre danach der Strom der Menschen, die hierher kommen und bleiben wollen. Im vergangenen Jahrzehnt haben die USA 6,6 Millionen Menschen eingebürgert. New York ist nach Kalifornien bei den Neuankömmlingen – die meisten stammen aus Mexiko, China und Indien – besonders beliebt. 2010 erhielten 676 000 Einwanderer die Staatsbürgerschaft.

Erinnert sich noch jemand an die Unheilsprognosen aus den ersten Wochen nach 9/11? Dass Amerika sich jetzt von der Welt abschotten und die Stadt New York sich nie mehr erholen werde? Dass die Wall Street vom Herzen des amerikanischen Kapitalismus absinken werde zur bedeutungslosen Bürohausstraße, in deren Umgebung aus Angst vor neuen Terrorangriffen niemals mehr ein neuer Wolkenkratzer entsteht? All das ist nicht eingetroffen, eher schon das Gegenteil.

Schöner, höher, moderner: Zehn Jahre nach den Anschlägen ist die größte und nebenbei auch teuerste Stadt Amerikas auferstanden. Die Acht-Millionen-Metropole ist aber nicht mehr dieselbe wie vor dem September 2001, auf die Katastrophe ist das gründliche Facelifting gefolgt. An der Südspitze Manhattans, rund um den Katastrophenort Ground Zero, entsteht ein neuer Stadtteil, lebendiger und dynamischer als vor den Attentaten, mit neuen Wohnhäusern, Geschäften, Restaurants und Hotels. Wo früher die Zwillingstürme standen, entsteht mit dem One World Trade Center 1 der höchste Wolkenkratzer der Stadt.

Ein Symbol des neuen Luxus hat der amerikanische Stararchitekt Frank Gehry ungefähr 400 Meter östlich von Ground Zero platziert. Der Tower an der Spruce Street sei seine „Liebeserklärung an New York“, sagt er. Nebenbei ist es mit 265 Metern und 76 Etagen das höchste Wohnhaus der westlichen Welt.

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