New York Notes: Dope statt Coke

kolumneNew York Notes: Dope statt Coke

Bild vergrößern

Coca Cola ist nicht nur am New Yorker Times Square allgegenwärtig. Bürgermeister Bloomberg will den Verzehr der süßen Brause nun einschränken.

Kolumne von Angela Hennersdorf

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg will seinen Bürgern große XXL-Cola-Becher verbieten. Stattdessen soll demnächst in Big Apple straffrei gekifft werden dürfen – New York muss sparen, dafür ist jedes Mittel recht.

New Yorks Bürgermeister Mike Bloomberg gehört zu den Politikern, die ihre eigenen Überzeugungen über das Leben an sich und im Besondern gern anderen auferlegen. Bloomberg mag keine Raucher und hat flugs fast allerorts in New York das Rauchen verboten. Auf die Süßgetränketrinker hat er es schon lange abgesehen.

Für den schlanken Bürgermeister ist es unerklärlich, warum sich Amerikaner im Durchschnitt täglich zwei bis drei Dosen oder Becher Cola, Sprite oder andere süße Limonaden reinziehen. Er selbst würde ein oder zweimal im Sommer ein Soda zu sich nehmen – im Sommer, sagte Bloomberg, wenn es besonders heiß ist. (New York kann im Sommer wirklich richtig, richtig heiß sein). Wenn Bloomberg seine Bürger schon nicht durch Überzeugung davon abhalten kann, die Zucker-Getränke in sich reinzuschütten wie Wasser, dann versucht er es jetzt eben mit Verboten. Doch das, was er nun plant, ist wirklich kaum an Bürokratie zu übertreffen. Da wiehert der Amtsschimmel bis die gelben Zähne vor Lachen wackeln.

Anzeige

An jeder Ecke gibt es in New York große Getränkebecher – egal, ob Cola, Sprite, Ginger Ale – die Amerikaner lieben es big oder vielmehr „large“. In so einen großen Limobecher passen hier 473 Milliliter, also fast ein halber Liter. Doch ab nächstes Jahr soll Schluss sein mit den Getränkeeimern. Weder in New Yorks Restaurants, Imbissbuden, Cafes, an Hot-Dog-Ständen, in Kinos oder Sportstadien soll es mehr die XXL-Becher geben – so der Plan. Verboten werden sollen allerdings nur kalorienreiche Limonaden; große Kaffeebecher, Bier, Fruchtsäfte oder auch Cola-Getränke mit Süßstoff in XXL sind weiterhin erlaubt. Es ist auch nicht verboten zwei oder drei kleinere Becher der süßen Limonaden gleichzeitig zu kaufen. In Supermärkten sind große Flaschen allerdings weiterhin erlaubt. Und in Kinos ist das Nachfüllen von Getränkebechern eh im Preis drin – also, was soll das Ganze?

Bloomberg will gegen die Fettsucht in New York vorgehen und damit die Krankenkassen schonen. Rund 36 Prozent aller Amerikaner haben Übergewicht. „Fettleibigkeit ist ein nationales Problem und überall im Land schlagen die Experten die Hände über dem Kopf zusammen und sagen „Oh, das ist so schlimm“, sagte Bloomberg der New York Times. New York werde nicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, sondern etwas tun. In Big Apple werden also demnächst die Stadtoffiziellen nicht nur durch die Restaurants ziehen, um zu prüfen, wie sauber es dort ist, sondern auch die Getränkebecher in tausenden Pommes- und Würstchenbuden, Restaurants und Kinos kontrollieren -  ein nettes Arbeitsbeschaffungsprogramm.

Tatsächlich ist die Übergewichtsrate in New York City sogar etwas geringer als im übrigen Land. Doch auch hier nimmt sie zu. Im Jahre 2002 waren erst gut 18 Prozent der New Yorker zu dick, 2010 waren es schon rund 24 Prozent. Am höchsten ist die Übergewichtsquote im ärmeren Stadtteil Bronx. Dort leiden mehr als 31 Prozent an Fettsucht.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%