ThemaUSA

kolumneNew York Notes: Drama Queen America – der erste Akt stimmt optimistisch

17. November 2012
Republikaner John Boehner, Sprecher des US-Repräsentantenhauses und US-Präsident Barack Obama während ihres ersten Treffens nach der Wahl im Weißen Haus Quelle: dapdBild vergrößern
Republikaner John Boehner, Sprecher des US-Repräsentantenhauses und US-Präsident Barack Obama während ihres ersten Treffens nach der Wahl im Weißen Haus Quelle: dapd
Kolumne von Angela Hennersdorf

Die Fronten sind verhärtet – nach Jahren des Keifens, der Missgunst und der Nicht-Kommunikation. Alle Welt schaut auf US-Präsident Obama und den Kongress, ob sich die beiden Parteien im US-Haushaltsstreit einigen. Woche eins in diesem Drama stimmt optimistisch – ohne Gewähr.

So viel Schmusekurs stimmt hoffnungsfroh: Konstruktiv sei das erste Treffen mit Präsident Barack Obama nach der Präsidentschaftswahl gewesen, sagt der Republikaner, John Boehner, Sprecher des US-Repräsentantenhauses, nach dem Top-Treffen der demokratischen und republikanischen Spitzenpolitiker mit Obama im Roosevelt-Raum im Weißen Haus in Washington am Freitag. „Wir kriegen das schon irgendwie vor Jahresende hin“, gibt sich auch der Demokrat Harry Reid zuversichtlich, der bei dem Gespräch am Freitag in Washington ebenfalls dabei war.

Anzeige

US-Präsident Obama versucht die Stimmung mit einer Charmeoffensive zu verbessern. Er schenkt Oppositionspolitiker Boehner zum Geburtstag eine feine Flasche Wein – vielleicht hilft’s ja, den guten Geist in der fünfköpfigen Spitzentruppe nicht nur fortzusetzen, sondern sie endlich auch zum gemeinsamen Handeln zu bewegen.

USA nach der Wahl Geteiltes Amerika

Barack Obama wurde wiedergewählt – doch fast die Hälfte der Bürger stimmte gegen ihn. Die USA sind gespaltener denn je und verschärfen die angespannte Lage der Supermacht.

USA nach der Wahl: Geteiltes Amerika

Drama Queen America hält mit diesem nunmehr seit fast zwei Jahren anhaltenden Streit um Milliardenkürzungen im US-Haushalt die ganze Welt in Bann. Jede klitzekleine Kleinigkeit registriert die Börse. Der Ton macht die Musik und lässt die Kurse an den Märkten purzeln oder zulegen – das Drama in Washington spiegelt sich genauso dramatisch an der Wall Street wieder, wie es der Freitag dieser Woche offenbarte.

Obamas Notenspiegel

  • Der Notengeber

    Obama-Bilanz von Peter Hooper, USA-Chefökonom der Deutschen Bank in New York.

  • Auslandspolitik

    Sehr gut: Irak- und Afghanistankrieg beendet; Tötung von Terroristenführer Osama Bin Laden

  • Finanzmarktreform

    Gut: hätte schlimmer kommen können

  • Krisenmanagement

    Gut: Stimuluspaket, Auto-Bail-out; Notenbankpolitik der Fed zeigte 2009 positive Wirkung

  • Arbeitsmarkt

    Befriedigend: nicht genug aktive Arbeitsmarktpolitik

  • Immobilienmarkt

    Ausreichend: zu zögerlich, mehr Umschuldungsprogramme wären nötig gewesen

  • Fiskal- und Haushaltspolitik

    Durchgefallen: nicht genug für einen Kompromiss gekämpft; Aufgabe delegiert

Achterbahn fuhr der Dow Jones an diesem Freitag. Im Laufe des Tages verlor er 1,8 Prozent. Kein Wunder – hat sich doch an den Positionen beider Parteien auch nach der Wiederwahl von US-Präsident Obama nichts geändert. Obama will die Steuern gut Verdiendender mit einem Jahresgehalt von mehr als 250.000 US-Dollar erhöhen – der Spitzensatz soll für diese Steuergruppe von derzeit 35 Prozent auf 39,6 Prozent steigen – und damit auf das Niveau der Vor-Bush-Ära zurückfallen – oder besser steigen. Steuererhöhungen allein sind mit den Republikanern nicht zu machen, das betont Spitzen-Republikaner Boehner seit der Wiederwahl von US-Präsident Obama am 6. November immer wieder.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.