
Mitte dieser Woche ist über der größten Stadt Amerikas ein heftiges Gewitter hereingebrochen. Die schweren dunklen Wolken, Regenfälle mit dicken Hagelkörnern, Blitzen und Donnerschlägen in New York City, waren ziemlich angsteinflößend. Trotzdem waren die Menschen erleichtert – endlich hat es sich etwas abgekühlt, die dampfende Hitze mit mehr als 35 Grad Celsius war in den Straßenschluchten von Manhattan kaum noch auszuhalten.
Etwas mehr Dampf, um nicht zu sagen, viel mehr Dampf könnte Amerikas Konjunktur dagegen gut gebrauchen. Doch daraus wird vorerst nichts, wieder haben mehr Menschen in der vergangenen Woche erstmals Hilfe auf Arbeitslosenhilfe beantragt, die Verbraucherzuversicht sinkt, die US-Banken kämpfen mit der Eurokrise und dem eigenen schwachen Geschäft – vor allem im Investment-Banking. Steht die nächste Rezession in Amerika schon vor der Tür?
Düstere Prophezeiungen
Bild: dpaIrak-Krieg
Obama war stets ein Gegner der Irak-Invasion, und im Wahkampf 2008 versprach er, den Krieg zu beenden. Er hielt Wort: Ende 2011 zogen die letzten US-Kampftruppen aus dem Irak ab.
Bild: dapdAfghanistan-Krieg
Nachdem er noch einmal die Truppenanzahl verstärkt hatte, legte Obama erstmals einen Plan für das Ende des Afghanistan-Kriegs vor: Bis zum Jahr 2014 sollen US-Kampftruppen das Land am Hindukusch verlassen haben.
Bild: APKampf gegen den Terror
Mit ähnlicher Härte wie Vorgänger George W. Bush geht Obama gegen Al-Kaida vor: Durch Drohnen-Attacken und Kommandoaktionen in Afghanistan, Pakistan und im Jemen wurde die Führungsstruktur des Terrornetzwerks geschwächt. Obamas Devise: Mit Al-Kaida kann man nicht verhandeln.
Bild: dapdOsama bin Laden
Es ist der größte außenpolitische Erfolg des US-Präsidenten: Im Mai spürten ein Spezialkommando der US-Armee den Al-Kaida-Chef in Pakistan auf und tötete den Staatsfeind Nummer eins. Obama ordnete den riskanten Einsatz persönlich an, gegen den Rat seiner engsten Berater.
Bild: dapdGuantanamo
Zwar beendete Obama kurz nach seiner Amtsübernahme wie versprochen die Folter als Verhörmethode der CIA und stoppte sowohl die Entführungen von Terrorverdächtigen aus anderen Ländern als auch die geheimen Gefängnisse des Geheidienstes. Doch ein Wahlversprechen ist noch immer offen: Der Präsident schaffte es nicht, das Gefangenenlager Guantanamo zu schließen. Oder er wollte es nicht.
Bild: dpaIran-Konflikt
Obama spart nicht mit kräftiger Rethorik, wenn es darum geht, den Iran vor dem mutmaßlichen Bau einer Atombombe zu warnen. Doch Teheran setzt sein Programm unbeirrt fort – und die US-Regierung muss zuschauen. Cyber-Attacken mit dem Computervirus Stuxnet, das aus US-Laboren stammen soll, immerhin haben Irans Atomanlagen offenbar empfindlich geschädigt.
Bild: ReutersNahost-Politik
Die politischen Gegner werfen Obama vor, sich im Iran-Konflikt nicht klar genug um die Sorgen Israels zu kümmern. Überhaupt ist das Verhältnis zwischen dem US-Präsidenten und dem jüdischen Staat nicht unkompliziert: Der Amerikaner und Israels Premier verstehen sich nicht, die Lage im Nahostkonflikt hat sich in Obamas erster Amtszeit nicht gerade verbessert.
Bild: dapdArabischer Frühling
Mit Unterstützung der Amerikaner haben libysche Rebellen Diktator Muammar Gaddafi gestürzt. Doch zu dem seit nunmehr mehr als ein Jahr tobenden Bürgerkrieg in Syrien scheint Obama kein Konzept zu haben. Derweil wird der Ruf bei den Republikanern lauter, die USA müssten mehr tun, um die Regimegegner zu unterstützen.
Irak-Krieg
Obama war stets ein Gegner der Irak-Invasion, und im Wahkampf 2008 versprach er, den Krieg zu beenden. Er hielt Wort: Ende 2011 zogen die letzten US-Kampftruppen aus dem Irak ab.
Ach, was. Mitten im Tsunami erweist sich Amerika trotz allem als sicherer Hafen – mangels Alternative. Bei Investoren genießt das Land hohes Ansehen, fragt sich nur, wie lange noch?
Erinnern wir uns: vor einem Jahr stufte die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor’s die Bonitätsstufe der Nation herab – ein einmaliger Vorgang in der Historie des Landes. Die Börsenkurse weltweit stürzten ab, das Ende Amerikas schien besiegelt. Der Republikaner Mitt Romney, mittlerweile Präsidentschaftskandidat seiner Partei, sah eine "Kernschmelze" kommen und warnte vor höheren Zinsen und einer irreparablen Beschädigung des internationalen Ansehens Amerikas – vor allem bei ausländischen Investoren.
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