Niedergang des Dollar : Amerikas Flucht in Gold und Silber

Niedergang des Dollar : Amerikas Flucht in Gold und Silber

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Eine 20-Dollar-Goldmünze aus den USA: Der American Eagle

von Angela Hennersdorf

Das Vertrauen der Amerikaner in ihre eigene Währung schwindet. In den USA wollen 13 Bundesstaaten Gold- und Silbermünzen als Zahlungsmittel einführen. Seit Jahren beschwören Konservative im Lande den Niedergang des Dollar. Und sie fürchten die Hyperinflation, wenn die US-Notenbank mit ihrer expansiven Geldpolitik weiter macht wie bisher.

Für das Parlament im amerikanischen Mormonenstaat Utah ist die Sache schon beschlossen. Gouverneur Gary Herbert hat das Gesetz zur Einführung von Gold- und Silbermünzen als offizielles Zahlungsmittel neben dem Dollar unterschrieben. In Zukunft sollen die Bürger Utahs dann ihre Rechnungen auch mit Silber- und Goldmünzen bezahlen können – ihre Steuern allerdings nicht.

Utah spielt damit den Vorreiter einer neuen überwiegend rechten Bewegung in den USA, die sich gegen die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank Federal Reserve Bank (Fed) wendet, und die den Niedergang des Dollar fürchtet wie der Teufel das Weihwasser.

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In weiteren 12 Bundesstaaten liegen ähnliche Gesetzesinitiativen vor. „Wenn der Dollar weiter fällt, dann helfen wir mit diesem Gesetz den Wert des Dollar zu stabilisieren, und damit stärken wir auch unsere Wirtschaft“, glaubt der Republikaner Brad Galvez, der das Gesetz in Utah maßgeblich unterstützt hat. 

Doch den Beginn einer großen Währungsreform läutet das neue Gesetz in Utah nicht ein. Denn in der US-Verfassung steht, dass Währungsfragen allein vom Bund festgelegt werden dürfen. Auch Utahs Plan, die Kaufkraft der Münzen nach ihrem Materialwert und nicht an ihrem Nennwert bemessen zu wollen, ist zum Scheitern verurteilt. Allein die US-Notenbank legt den Wert von Münzen fest. 

So wird auch in Utah kein Händler, Unternehmer und auch keine Hausfrau ab sofort gezwungen, Dollars in Goldmünzen umzutauschen. Der Dollar gilt weiterhin als Zahlungsmittel. Das Zahlen per Gold- oder Silbermünze können die Bürger quasi unter sich ausmachen – freiwillig. 

Rückkehr zum Goldstandard

Kritiker der Initiative halten die ganze Aktion deshalb auch nur für eine fixe Idee. „Sollen die in Utah doch Salz als neue Währung einsetzen, davon gibt’s doch dort so viel“, lästert ein Kritiker.

Selbst den glühenden Gold-Verfechtern in Utah ist der geringe Effekt des Gesetzes mit dem Namen "Utah Legal Tender Act" klar. Aber immerhin sende es die wichtige Nachricht nach Washington, dass der Wert des Geldes neu definiert werden müsse, meint etwa Jeffrey Bell, Direktor der Bewegung "American Principles in Action" in Washington. „Die Geldpolitik der Fed ist falsch, sie schadet der amerikanischen Wirtschaft“, so Bell. 

Erreichen wollen Leute wie Bell eigentlich eine Rückkehr zum Goldstandard, um endlich wieder eine stabile Währung im Land zu haben. „Goldstandard 2012“ nennen sie hochtrabend ihr Projekt.  Sogar Politiker in Washington sprechen sich für eine Rückkehr zum Goldstandard aus.

Ein glühender Verfechter dieser Bewegung ist etwa der Republikaner Ron Paul aus Texas. Er will die amerikanische Notenbank am liebsten gleich zerschlagen. Die exzessive Geldpolitik der Fed und das hohe Staatsdefizit gefährdeten die Stabilität des Dollar, so Paul. Die Fed treibe das Land in die Inflation und damit an den Rand des Abgrundes. 

Großinvestoren gegen US-Geldpolitik

Nicht nur Politiker der Rechten in den USA kritisieren die Geldpolitik der Notenbank, sondern auch Anleger wie etwa der weltgrößte private Anleiheninvestor Pimco. Weil Pimco schon bald einen Kurseinbruch bei US-Staatsanleihen erwartet, hat sich der Investor kürzlich von langfristigen US-Staatsanleihen getrennt. Auch die US-Investmentfirma Blackrock kauft aus Angst vor einer möglichen Inflation verstärkt kurzfristige US-Anleihen, die bei steigender Inflation nicht so stark an Wert verlieren wie langfristige Bonds.

Mehr als die Hälfte der US-Staatsschuldenpapiere wird mittlerweile nicht mehr von privaten Investoren gehalten, sondern von der US-Notenbank. Die Fed, die massiv Anleihen aufkauft, hält damit die Zinsen niedrig und bringt mehr Geld in Umlauf. Im Juni läuft das Ankaufprogramm der US-Notenbank aus. Bis dahin plant die Fed noch den Kauf von US-Anleihen im Wert von rund 300 Milliarden Dollar. Legt die Fed im Juni kein neues Programm auf, entsteht ein Nachfrageloch. Kaufen dann nicht mehr private Investoren US-Anleihen, drohen ein kräftiger Zinsanstieg und ein weiterer Fall des Dollars.

Spätestens dann wird die Diskussion um die Wiedereinführung des Goldstandards und um die Einführung von Gold- und Silbermünzen als alternatives Zahlungsmittel in den USA wieder losgehen. 

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