Nordkorea-Konflikt: Das Raketen-Arsenal des Kim Jong-Un

Nordkorea-Konflikt: Das Raketen-Arsenal des Kim Jong-Un

, aktualisiert 09. August 2017, 11:56 Uhr
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North Korean leader Kim Jong Un supervised a ballistic rocket launching drill of Hwasong artillery units of the Strategic Force of the KPA on the spot in this undated photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) in Pyongyang March 7, 2017. KCNA/via REUTERSATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. NO THIRD PARTY SALES. NOT FOR USE BY REUTERS THIRD PARTY DISTRIBUTORS. SOUTH KOREA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN SOUTH KOREA. TPX IMAGES OF THE DAY

Quelle:Handelsblatt Online

US-Präsident Donald Trump droht Nordkoreas Diktator mit „Feuer und Wut“. Nur Stunden reagiert Kim Jong-Un – und kündigt einen Angriff auf die US-Pazifikinsel Guam an. Doch wie ausgereift sind Kims Raketen eigentlich?

Nordkorea prüft nach eigenen Angaben einen militärischen Schlag gegen Guam im Westpazifik. Die Streitkräfte zögen eine solche Attacke „auf Guam ernsthaft in Erwägung“, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Der Plan zum Angriff könne „jederzeit“ ausgeführt werden, sobald Machthaber Kim Jong-Un die Entscheidung dazu treffe, sagte ein Militärsprecher. Die USA sollten ihre „rücksichtslosen militärischen Provokationen“ unterlassen, so dass man nicht „gezwungen“ sei, eine „unvermeidliche militärische Entscheidung“ zu treffen.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump hat den gefährlichen Konflikt mit Nordkorea durch seine Drohung mit „Feuer, Wut und Macht“ weiter angefacht. Mit der extremen Wortwahl US-Präsidenten wächst die Sorge, dass sich beide Kontrahenten weiter aufschaukeln. Beobachtern in Seoul fiel auf, dass die Drohung Nordkoreas mit einem Angriff auf die Pazifikinsel Guam zumindest gemessen an der üblichen, wilden Kriegspropaganda fast differenziert wirkte.

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Die Drohung war auch keineswegs neu und schon früher ähnlich geäußert worden. Das US-Außengebiet liegt rund 3400 Kilometer von der Koreanischen Halbinsel entfernt. Experten nehmen an, dass Pjöngjang im Besitz mehrerer Raketen ist, die Guam potenziell erreichen könnten. Unklar ist jedoch, ob die Raketen in Guam auch tatsächlich Schaden anrichten könnten. Ein Überblick über Raketentypen, die möglicherweise fähig sind, die Insel zu erreichen.

Hwasong-12

Das nordkoreanische Militär erklärte am Mittwoch, dass es einen Angriff auf Guam prüfe, bei dem die Insel in „Feuer gehüllt“ werden sollte. Dafür wolle die Armee die ballistische Mittelstreckenrakete Hwasong-12 verwenden, die Nordkorea erstmals im Mai dieses Jahres erfolgreich getestet hatte. Die Rakete wird mit Flüssigtreibstoff betrieben und kann von mobilen Bodenstationen abgeschossen werden. Nordkorea hatte in der Vergangenheit bereits gedroht, mit einer Rakete dieses Typs Alaska oder Hawaii erreichen zu können. Flugdaten des Tests im Mai legten nahe, dass die Hwasong-12 zwischen 4000 und 7000 Kilometer weit fliegen könnte. Im Juli testete Nordkorea dann die Hwasong-14, eine interkontinentale ballistische Rakete. Experten nehmen an, dass ein Großteil des US-Festlandes in Reichweite dieser Raketen liegt, wenn das System ausgereift ist.

Musudan

Analysten sagen, die mit Flüssigtreibstoff betriebene Rakete hat das Potenzial, bis zu 3500 Kilometern weit zu fliegen – was einen großen Teil Asiens und Inseln im Pazifik zu Zielen machen könnte. Nordkorea scheiterte mit mehreren Starts des Raketentyps, bevor im Juni vergangenen Jahres ein erfolgreicher Abschuss gelang. Zuvor war die Rakete jedoch bereits bei Militärparaden präsentiert worden. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jon Un sagte damals, seine Nation sei fähig, die Pazifik-Einsätze der Amerikaner anzugreifen.

Pukguksong-2

Die ballistische Mittelstreckenrakete befindet sich derzeit in Entwicklung. Im Februar dieses Jahres war der mit Festbrennstoff betriebene Raketentyp erstmals erfolgreich getestet worden. Drei Monate später gab Pjöngjang bekannt, dass die Land-Variante der eigentlich von U-Booten abgeschossenen Rakete so weit ausgereift sei, dass sie nach einem weiteren erfolgreichen Start in Massenproduktion gehen könnte. Experten sagen, dass die militärischen Fähigkeiten Nordkoreas mit der Pukguksong-12 gestiegen seien, weil Raketen, die festen Brennstoff nutzen, schneller und geheimer abgeschossen werden können als die mit Flüssigbrennstoff. Diese müssen vor dem Abschuss aufgefüllt und per Lkw transportiert werden, was möglicherweise von Überwachungssatelliten registriert werden könnte.

Nordkorea nennt die Pukguksong-12 eine „strategische Mittel- bis Langstreckenrakete“, den gleichen Begriff nutzt es auch für die Hwasong-12. Einige südkoreanische Experten sagen, die Rakete sei fähig, Guam zu erreichen. Mitarbeiter des südkoreanischen Verteidigungsministerium erklärten nach dem Test der Rakete im Mai jedoch, dass die Reichweite bei etwa 2000 Kilometern läge, was genug sei, um US-Stützpunkte in Japan zu erreichen, nicht aber Guam.

Quelle:  Handelsblatt Online
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