Nordkorea-Konflikt: Kim Jong Un „bettelt um Krieg“

Nordkorea-Konflikt: Kim Jong Un „bettelt um Krieg“

, aktualisiert 05. September 2017, 16:15 Uhr
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Der Konflikt um den nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un spitzt sich international weiter zu.

Quelle:Handelsblatt Online

Südkorea setzt nach Nordkoreas Nukleartest seine Militärmanöver fort. Der Norden kündigt weitere Waffentests an. Russland warnt vor „militärischer Hysterie“ und kritisiert die USA. Auch die Kanzlerin äußert sich erneut.

Seoul/BerlinTrotz internationaler Verhandlungsaufrufe lassen die verfeindeten Staaten Koreas weiter militärisch die Muskeln spielen. Die südkoreanische Marine hielt nach dem Atomtest Nordkoreas Manöver vor der Küste ab. Das Land vereinbarte zudem mit den USA, die gemeinsamen militärischen Kapazitäten zu verstärken. Nordkorea kündigte einen weiteren Langstreckentest an. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin verurteilten den Atomtest Nordkoreas und riefen zu Verhandlungen auf.

Nordkorea hatte am Wochenende zum sechsten Mal eine Atomwaffe getestet und behauptet, es handle sich um eine Wasserstoffbombe für Langstreckenraketen. Diese Geschosse sollen auch das US-Festland erreichen können. Eine weitere dieser Raketen könnte in den kommenden Tagen getestet werden, erklärte das Verteidigungsministerium. Ein Datum wurde nicht genannt. In den vergangenen Jahren hatte Nordkorea solche Starts um seinen Gründungstag am 9. September herum vorgenommen.

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Südkorea ließ mehrere Schiffe eine Militärübung abhalten, darunter eine 2500 Tonnen schwere Fregatte, ein Patrouillenschiff und mehrere Schiffe mit Raketenvorrichtungen, wie das Verteidigungsministerium am Dienstag mitteilte. Tags zuvor hatten Kampfflugzeuge und Raketen einen Angriff auf die nordkoreanische Atomversuchsanlage geprobt. Zwischen Mittwoch und Samstag seien weitere Marinemanöver geplant, hieß es.

US-Präsident Donald Trump telefonierte mit seinem südkoreanischen Kollegen Moon Jae In und vereinbarte, die Nutzlast der südkoreanischen Raketen nicht mehr zu begrenzen, wie Moons Büro mitteilte. Trump habe zugestimmt, dass Südkorea US-Waffen und -Militärausrüstung im Wert von mehreren Milliarden Dollar kauft. Der Druck auf Nordkorea müsse mit allen Mitteln verstärkt werden. Später twitterte Trump, er habe Japan und Südkorea erlaubt, erheblich mehr hoch entwickelte Militärausrüstung von den USA zu kaufen.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, sagte, Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un „bettle um Krieg“. Die USA wollten keinen Krieg. „Aber die Geduld unseres Landes ist nicht unbegrenzt“, sagte Haley. „Genug ist genug.“

Merkel warf Nordkorea die schamlose Verletzung internationaler Vereinbarungen vor. Die Krise könne aber nur diplomatisch und friedlich gelöst werden, sagte sie im Bundestag. Am Montagabend hatte sie mit Trump telefoniert.

Putin mahnte zur Besonnenheit. Russland betrachte den Atomtest Nordkoreas als provokant. „Militärische Hysterie aufzupeitschen ergibt in dieser Situation absolut keinen Sinn“, sagte Putin im chinesischen Xiamen. „Das ist eine Straße nach Nirgendwo.“ Es sei wichtig, dass niemandem mit Vernichtung gedroht werde.

Trump und Moon vereinbarten nach Angaben des Weißen Hauses auch, härtere UN-Sanktionen gegen Nordkorea anzustreben. Schon zuvor hatte Trump gedroht, die Handelsbeziehungen zu Ländern abzubrechen, die Nordkorea Geschäfte machen. Haley sagte: „Die Vereinigten Staaten werden jedes Land, das mit Nordkorea Geschäfte betreibt, als Land betrachten, das deren rücksichtslosen und gefährlichen nuklearen Absichten Hilfe leistet.“ Ihr Land werde in dieser Woche eine entsprechende Resolution vorschlagen in der Hoffnung, dass diese nächste Woche verabschiedet werde.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, den Druck auf Nordkorea zu erhöhen, um eine friedliche Lösung des Atomkonfliktes zu erzielen. Dazu sollten die Sanktionen ausgeweitet werden, indem etwa Häfen für nordkoreanische Schiffe gesperrt werden. Zudem sollte auf nordkoreanische Gastarbeiter verzichtet werden, sagte Gabriel am Dienstag in Berlin. Denn alle finanziellen Mittel, die nach Nordkorea gelangten, setze das dortige Regime auch für Atomwaffen ein.

Gastarbeiter gelten als eine wichtige Deviseneinnahmenquelle des Landes. Es wird vermutet, dass die Regierung über staatliche Unternehmen mindestens 50 000 Landsleute zum Arbeiten in etwa 40 Länder geschickt hat, darunter China und Russland.

Er sehe die große Gefahr, dass es Schule machen könnte, wenn sich Nordkorea in diesem Konflikt durchsetzen sollte, warnte Gabriel. Es gelte auf jeden Fall eine militärische Lösung zu verhindern. Im Übrigen habe China ein großes Interesse, die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei zu halten. Deshalb sei Peking ein wichtiger Partner in dem Konflikt.

Putin sagte dagegen, Russland halte weitere Sanktionen für „nutzlos und unwirksam“. Es sei absurd, dass die USA erst mit einem einzigen Sanktionsgesetz gegen Russland und Nordkorea vorgingen und dann verlangten, dass der Kreml beim Verhängen von Sanktionen gegen Pjöngjang behilflich sei.

Quelle:  Handelsblatt Online
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