Nordkorea-Konflikt: Letzte Verbindung nach Südkorea gekappt

Nordkorea-Konflikt: Letzte Verbindung nach Südkorea gekappt

Nordkorea hat den Südkoreanern den Zutritt zur Sonderwirtschaftszone Kaesong verboten. Seoul droht mit Militäraktionen, sollte die Sicherheit der dort verbliebenen Landsleute in Gefahr sein.

Im Nordkorea-Konflikt gibt es eine neue Eskalationsstufe: Nach der Entsendung zweier US-Kriegsschiffe in den West-Pazifik hat das Regime in Pjöngjang Pendlern aus Südkorea den Zugang zur gemeinsamen Sonderwirtschaftszone Kaesong untersagt - und damit die letzte Verbindung zum Süden gekappt. Südkoreas Verteidigungsminister Kim Kwang Jin drohte mit militärischen Aktionen, falls seinen in dem Industriepark verbliebenen Landleuten Gefahr drohen sollte.

Südkoreaner, die sich bereits in Kaesong in der nordkoreanischen Grenzregion aufhielten, konnten am Mittwoch jedoch auf eigenen Wunsch zurückkommen. Bis zum Abend (Ortszeit) kehrten nach offiziellen Angaben 33 von mehr als 860 Südkoreanern aus Kaesong heim. Der weitgehend von südkoreanischer Seite finanzierte Komplex Kaesong ist das einzige noch verbliebene Kooperationsprojekt zwischen beiden verfeindeten Ländern. Der nur einige Kilometer von der schwer bewachten Grenze entfernte Industriepark gilt als wichtiger Devisenbringer für den verarmten, aber hochgerüsteten Norden. Außenminister Guido Westerwelle würdigte in einem Telefonat mit seinem Kollegen in Seoul die verantwortungsvolle Reaktion Südkoreas. „Besonnenheit sei das Gebot der Stunde, um in dieser schwierigen Lage auf eine Deeskalation hinzuwirken“, erklärte er.

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Nordkorea lässt seine Atom-Muskeln spielen, während die USA Stärke demonstriert und Kampfflugzeuge sowie einen Zerstörer in die Konfliktregion schickt. China ruft dagegen zum Dialog auf.

Die USA stärkten Südkorea im Konflikt mit dem Regime im Norden demonstrativ den Rücken. US-Außenminister John Kerry sagte nach einem Gespräch mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Yun Byung Se am Dienstag in Washington, die USA seien bereit, „sich selbst und Südkorea“ zu verteidigen. Die nordkoreanische Kriegsrhetorik sei provokativ und gefährlich.

Südkoreas Verteidigungsminister wurde von einem Abgeordneten der regierenden Saenuri-Partei mit den Worten zitiert, dass man sich „alle Optionen“ offen halten werde und nötigenfalls die Landsleute aus Kaesong rausholen müsse. Regierungsbeamte in Seoul stellten aber klar, dass Militäraktionen nur die „allerletzte Option“ seien. 2009 hatte Nordkorea einmal vorübergehend die Grenze bei Kaesong komplett dicht gemacht.

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Nordkorea habe Südkorea am Morgen informiert, den Zutritt nicht mehr zu erlauben, die Südkoreaner in Kaesong aber ausreisen zu lassen, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums. Die verbliebenen Arbeiter wollten offenbar dafür sorgen, dass die Fabriken normal weiterlaufen könnten, hieß es. Sollten jedoch keine Rohmaterialien für die Produktion der 123 südkoreanischen Unternehmen in Kaesong mehr eingehen, wäre eine Schließung des Industrieparks letztlich unvermeidlich. Mehr als 50 000 niedrig bezahlte Nordkoreaner arbeiten für die Unternehmen. Es werden dort unter anderem Textilien und Bekleidung, Haushaltsgeräte sowie Autoteile hergestellt. Im vergangenen Jahr wurden in dem Komplex Güter im Wert von rund 470 Millionen Dollar produziert.

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