Nordkorea: UN droht nach Raketenstart neue Sanktionen an

Nordkorea: UN droht nach Raketenstart neue Sanktionen an

Pjöngjang will am Sonntag nur einen Beobachtungssatelliten ins All befördert haben. Die Weltgemeinschaft wertet das aber als Test eines dem kommunistischen Land untersagten ballistischen Trägersystems für Atomwaffen.

Nordkorea hat alle Warnungen in den Wind geschlagen und sich mit dem Abfeuern einer Langstreckenrakete weiter ins internationale Abseits befördert. Der Weltsicherheitsrat verurteilte am Sonntag einhellig den Raketenstart, mit dem laut der Propaganda Pjöngjangs ein Beobachtungssatellit in eine Erdumlaufbahn befördert wurde. Das höchste UN-Gremium sah das anders und kündigte an, es werde sehr schnell eine Resolution mit weiteren schwerwiegenden Sanktionen gegen Nordkorea folgen.

Mit dem Raketenstart habe Nordkorea seinen Plan bekräftigt, ballistische Raketentechnologie zu entwickeln, befand der Sicherheitsrat. Selbst wenn der Test als „Satellitenstart oder Start eines Raumfahrzeugs“ deklariert werde, trage er doch zur Entwicklung von Trägersystemen für Atomwaffen bei, hieß es weiter.

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Der Sicherheitsrat verwies darauf, dass der Einsatz ballistischer Raketentechnologie Nordkorea in bis 2006 zurückreichenden Resolutionen untersagt worden sei. Er sei dennoch entschlossen, „weiter für eine friedliche, diplomatische und politische Lösung der Lage zu arbeiten, die zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel führt.“

Der japanische UN-Botschafter Motohide Yoshikawa sagte unmittelbar vor Beginn der Sicherheitsratsitzung, die von Nordkorea abgefeuerte Rakete sei über Japan hinweggeflogen und nahe den Philippinen abgestürzt. Das sei „eine klare Bedrohung des Lebens vieler Menschen“ gewesen.

Fünf spannende Fakten über Nordkorea

  • Wirtschaft

    Nordkorea produziere kaum wettbewerbsfähige Güter. Außerdem herrsche ein Mangel an Devisen und somit auch Investitionsgütern. Die Infrastruktur ist marode, zahlreiche Industrieanlagen sind seit Jahren nicht mehr in Betrieb, schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite. Allerdings entstanden unter Kim Jong Un 13 neue Sonderwirtschaftszonen.

  • Innenpolitik

    Das Land ist streng zentralistisch organisiert und betreibt einen intensiven Personenkult, um mittlerweile drei Führer. Nordkorea wurde 1948 gegründet, und verfügt formal über Verfassungsorgane wie Parlament, Gerichtsbarkeit und Regierung. Allerdings übt vor allem ein übermächtiger Führer mit einem kleinen Kreis an Vertrauten die Macht aus.

  • Medien, Internet, Handy

    Die Medien sind durchgängig staatlich kontrolliert. Die meisten Nordkoreaner haben keine Möglichkeit auf Internet zuzugreifen, teilweise wissen sie nicht einmal, was es ist. Von den knapp 25 Millionen Nordkoreaner haben gerade mal eine Million Menschen ein Handy: Es gibt lediglich einen einzigen Mobilfunkbetreiber, der zwar ein 3G-Netz anbietet, aber keine Datendienste.

  • Menschenrechte

    Anfang 2014 stellten die Vereinten Nationen einen Bericht über Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Nordkorea vor. Darin heißt es: Nordkorea ist ein totalitärer Staat, in dem als politisch unzuverlässig eingestufte Menschen systematisch ermordet oder als Arbeitssklaven missbraucht werden.

  • Beziehungen zwischen Deutschland und Nordkorea

    Grundsätzlich bestehen zwischen Nordkorea und Deutschland politische Beziehungen, diese sind allerdings auch durch die von der EU und der UN verhängten Sanktionen belastet. Für die ehemalige DDR war Nordkorea einer der wichtigsten Partner des Landes im Ostblock.

Die USA und China haben nach dem am 6. Januar erfolgten nordkoreanischen Atomtest bereits die Arbeit an einer neuen Resolution aufgenommen, die weitere Sanktionen gegen das isolierte kommunistische Land enthalten soll.

Auch Großbritannien, Frankreich und die Ukraine forderten die schnelle Verhängung weiterer Sanktionen gegen Nordkorea. Russland kritisierte den am Sonntagmorgen erfolgten Start ebenfalls und erklärte, Pjöngjang habe damit erneut seine Missachtung des internationalen Rechts gezeigt.

Mehrere Länder verfolgten die Flugbahn der Rakete. Südkorea kündigte nach der laut Präsidentin Park Geun Hye „unertäglichen Provokation“ an, mit Washington über die Aufstellung des US-Raketenabwehrsystems THAAD zu verhandeln.

Zudem will die Regierung in Seoul weitere Arbeiter aus dem gemeinsamen Industriepark Kaesong abziehen. China, der Hauptverbündete von Nordkorea, bedauerte den Raketentest. Zwar sollte Nordkorea ein Recht auf eine friedliche Nutzung des Weltraums haben, doch derzeit sei dieses Recht eingeschränkt durch Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking.

Zahlreiche Länder und Organisationen verurteilten diesen Raketenstart, darunter Deutschland, Italien, Frankreich und die Nato.

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Nordkorea hatte vor wenigen Tagen einen Raketenstart angekündigt, am Sonntag meldete die Raumfahrtbehörde des Landes den Vollzug. Weniger als zehn Minuten nach dem Start einer Trägerrakete sei der neue Erdbeobachtungssatellit Kwangmyongsong 4 (Leuchtender Stern 4) in die Erdumlaufbahn eingetreten. Es würden weitere Starts folgen, hieß es im Staatsfernsehen. Ein US-Regierungsvertreter erklärte indes, es lasse sich erst in Tagen ermitteln, ob der Raketenstart geglückt sei.

Seit seiner Machtübernahme Ende 2011 hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un drei Tests mit Langstreckenraketen befehligt. Zuletzt hatte das kommunistische Land im Dezember 2012 nach etlichen Fehlschlägen eine solche Rakete erprobt, die auch die USA erreichen könnte.

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