Notenbank Federal Reserve: Verbraucher treiben US-Wirtschaft an

Notenbank Federal Reserve: Verbraucher treiben US-Wirtschaft an

, aktualisiert 30. Januar 2015, 16:59 Uhr
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Unter anderem drückten gesunkene Staatsausgaben das BIP.

Im vergangenen Jahr wuchs das Bruttoinlandsprodukt der USA so kräftig wie zuletzt 2010. Der niedrige Ölpreis hat seinen Beitrag dazu geleistet, birgt aber auch Risiken. So verlor die US-Wirtschaft Ende 2014 an Tempo.

Die US-Wirtschaft ist in so guter Form wie lange nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im vergangenen Jahr mit 2,4 Prozent so kräftig wie zuletzt 2010. Getragen wird die Konjunktur vor allem von kauffreudigen Verbrauchern, wie aus den am Freitag vom Handelsministerium veröffentlichten Daten hervorgeht. Der niedrigere Ölpreis entlastet sie um viele Milliarden, weshalb die weltgrößte Volkswirtschaft in diesem Jahr noch schneller wachsen dürfte. Allerdings hat der rapide Preisverfall auch einen Nachteil: Viele große Ölfirmen aus den USA streichen ihre Investitionen zusammen und entlassen Mitarbeiter. Ein weiteres Risiko ist die Aufwertung des Dollar, die Waren im Ausland teuerer macht und so den Export dämpft.

"Der starke Konsum dürfte in den kommenden Quartalen für eine hohe Wachstumsdynamik sorgen", ist sich Ökonom Gennadiy Goldberg vom Brokerhaus TD Securities in New York sicher. Sein Optimismus wird vom Internationalen Währungsfonds geteilt. Demnach werden die USA in diesem Jahr eine der globalen Wachstumslokomotiven bleiben: Dann soll ein Plus von 3,6 Prozent herausspringen - mehr als in jedem anderen großen Industriestaat. Deutschland werden nur 1,3 Prozent zugetraut.

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Allerdings verlor die US-Wirtschaft Ende 2014 überraschend deutlich an Schwung. Von Oktober bis Dezember stieg das BIP nur noch mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,6 Prozent und damit nur noch gut halb so stark wie im dritten Quartal. Hauptgrund: Die Investitionen der Unternehmen schrumpften so kräftig wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr, da die Ölbranche sich wegen des Preisverfalls zurückhielt. Der US-Konzern Schlumberger kündigte bereits den Abbau von 9000 Stellen an, während Chevron seine Investitionen im laufenden Jahr um 13 Prozent auf 35 Milliarden Dollar eindampfen will.

Der Ölfirmen Leid ist des Verbrauchers Freud: Sie müssen an den Zapfsäulen fast die Hälfte weniger für Benzin und Diesel hinblättern als noch im Juni 2014. Ihr Konsum legte deshalb am Jahresende so kräftig zu wie seit 2006 nicht mehr. Der private Konsum macht etwa 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung aus.

Die zehn wettbewerbsfähigsten Länder der Welt

  • Platz 10

    Unter den Top 10 der wettbewerbsfähigsten Ländern befinden sich gleich drei skandinavische Staaten. Den Anfang macht Norwegen auf Rang 10. Damit verliert das Land im Vergleich zum Vorjahr vier Plätze. Nahezu unschlagbar ist Norwegen in den Punkten gesellschaftliche Rahmenbedingung, Produktivität und Effizienz, sowie politischer Stabilität. Doch die Steuerlast und die Einkommen sind sehr hoch. Das macht es für Unternehmen in dem Land schwer, konkurrenzfähige Preise zu bieten.

  • Platz 9

    Neu vertreten unter den zehn wettbewerbsfähigsten Ländern der Welt ist Dänemark. Die Skandinavier klettern um drei Plätze nach oben. Das Land weist die geringste soziale Ungleichheit auf (Rang eins beim Gini-Index), kennt das Wort Korruption praktisch nicht (Rang eins) und hat einen äußerst flexiblen Arbeitsmarkt (Rang zwei). Auf der Negativseite steht die hohe Besteuerung von Konsumgütern (Rang 49) und dem Einkommen (Rang 59) .

  • Platz 8

    Auch die Vereinigten Arabischen Emirate verteidigen ihren Platz in den Top 10. Von Platz 16 im Jahr 2012 ging es 2013 und 2014 hoch auf Rang acht. Die Emirate gelten als der Knotenpunkt für Tourismus, Handel und Luftfahrt. Im Ranking punkten die Arabischen Emirate besonders mit den Unternehmenssteuern (Platz eins im weltweiten Vergleich), den Umsatzsteuern (Platz eins), der Einkommenssteuer (Platz eins), den Sozialversicherungsbeiträgen, der Bürokratie und dem Altersdurchschnitt der Gesellschaft. Auch beim Image, der Erfahrung und der Bereitschaft, ausländische Fachkräfte anzuheuern, kann das Land punkten. Mau sieht es dagegen mit der Beschäftigungsrate von Frauen aus.

  • Platz 7

    Kanada festigt den siebten Platz. Das Land gilt wegen seiner Facharbeiter, der politischen Stabilität, dem hohen Bildungslevel, der guten Infrastruktur und dem unternehmerfreundlichen Umfeld als besonders attraktiv für Unternehmen.

  • Platz 6

    Gleich drei Ränge nach oben geht es für Deutschland. Der positive Trend setzt sich damit fort. Berlin belegte im Jahr 2007 noch Rang 16. Besonders gut steht Deutschland unter anderem bei der Jugendarbeitslosigkeit (weltweit Rang fünf), Export (weltweit Rang drei) und der Diversifizierung der Wirtschaftstätigkeit (Rang zwei) da. Auch bei Ausbildung und Lehre (Platz eins), Fortbildungen (Platz zwei), Produktivität der Arbeitskräfte und kleinen und mittelständischen Unternehmen (jeweils Platz eins) macht Deutschland keiner etwas vor. Bei Sozialversicherungsbeiträgen (Rang 54), Arbeitsstunden (Rang 53) oder dem Ausbau von Highspeed-Breitband (Rang 53) kann Deutschland noch etwas lernen.

  • Platz 5

    Schweden kommt in dem internationalen Vergleichsranking als zweitbeste europäische Nation auf einen guten fünften Platz. 2013 hatte es zwar noch für Rang vier gereicht, dennoch ist das nordische Land optimal für den globalen Wettbewerb aufgestellt - ganz anders als etwa 2007, als das Land nur Platz 19 belegte. Besonders in den Bereichen Bildung, Gesundheitsversorgung, Management und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ist das skandinavische Land unschlagbar. Auch die Produktivität der Firmen und das Finanz-Know-How sind weltspitze.

  • Platz 4

    Um einen Platz nach unten geht es für die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong. 2012 hatte es die chinesische Metropole noch auf Platz eins geschafft. Unternehmen aus aller Welt schätzen Hongkong besonders wegen der attraktiven und wettbewerbsfähigen Besteuerung der Unternehmen, dem wirksamen Rechtssystem, der unternehmerfreundlichen Umgebung, der verlässlichen Infrastruktur und der dynamischen Wirtschaftsentwicklung. Ganz gut steht Hongkong auch bei der Höhe der Steuersätze für die Bürger, dem Bank- und Finanzsektor sowie den Direktinvestitionen da.

  • Platz 3

    Vom fünften auf den dritte Platz geht in diesem Jahr für Singapur. Das asiatische Land wird von Unternehmen wegen seiner kompetenten Regierung, der verlässlichen Infrastruktur, dem wirksamen Rechtssystem und dem stabilen politischen System sowie seiner Unternehmerfreundlichkeit geschätzt.

  • Platz 2

    Der zweite Platz geht - wie im Vorjahr - an die Schweiz. Der kleine Alpenstaat mit seinen nur rund acht Millionen Einwohnern punktet besonders mit sehr gut ausgebildeten Fachkräften und hohen wissenschaftlichen Standards. Unternehmen aus aller Welt schätzen die politische Stabilität in der Schweiz genauso wie die gut ausgebildeten Arbeitskräfte vor Ort, die hohe Bildung, die herrschenden Steuersätze und die verlässliche Infrastruktur.

  • Platz 1

    Die wirtschaftlich stärkste und wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Welt sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Zu diesem Ergebnis kommt das IMD World Competitiveness Center in seiner aktuellen Vergleichsstudie. Demnach punktet die US-Amerikaner mit einer dynamische Wirtschaft, qualifizierten Arbeitskräften, den guten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten, sowie den starken Fokus auf Forschung und Entwicklung.

Gedämpft werden könnte der Aufschwung vom starken Dollar. Dadurch legten die Exporte Ende 2014 nur noch um 2,8 Prozent zu, die Importe dagegen drei Mal so schnell. Der schwächere Außenhandel dürfte für die Notenbank Fed ein Warnsignal sein, sagte BayernLB-Ökonom Johannes Mayr. Je höher die Zinsen steigen, desto attraktiver wird der Dollar für Anleger. In den vergangenen zwölf Monaten hat der Euro bereits rund 17 Prozent zum Dollar verloren. Google hat wegen ungünstiger Wechselkurseffekte zuletzt weniger verdient und umgesetzt als erwartet, da der Internet-Riese die Hälfte seiner Erlöse im Ausland erwirtschaftet. Finanzchef Patrick Pichette sprach von einem Umsatzanstieg "trotz eines starken Gegenwinds" durch die Währungseffekte.

Wegen der guten Wirtschaftslage dürfte die US-Notenbank im Laufe des Jahres ihren Leitzins anheben. Experten rechnen im Sommer mit diesem Schritt. Seit Ende 2008 liegen die Zinsen nahe null Prozent - eine Reaktion auf die globale Finanzkrise. Notenbanker James Bullard warnte nun aber davor, mit einem ersten Schritt zu lange zu zögern. Ansonsten müsse der Zins später umso aggressiver angehoben werden, sagte er dem Sender Bloomberg TV.

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