NSA-Affäre: Snowden enthüllt Namen der schnüffelnden Unternehmen

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NSA-Affäre: Snowden enthüllt Namen der schnüffelnden Unternehmen

Vodafone, British Telecom, Verizon: An den Spionage-Aktionen des US-Geheimdienstes waren private Telekommunikationsanbieter offenbar noch stärker beteiligt, als bislang angenommen.

Private Telekommunikationsanbieter sind noch stärker in die Abhöraktionen ausländischer Geheimdienste verwickelt als angenommen. Der britische Geheimdienst GCHQ etwa, ein enger Partner des US-Dienstes NSA, arbeite beim Abhören des Internetverkehrs mit sieben großen Firmen zusammen, berichten "Süddeutsche Zeitung“ und NDR. Sie berufen sich auf Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden, die beide Medien einsehen konnten.

Die Dokumente von 2009 nennen neben den internationalen Unternehmen British Telecom, Verizon und Vodafone auch die Netzwerkbetreiber Level 3 Interoute, Viatel und Global Crossing als Schlüsselpartner des GCHQ. Global Crossing wurde inzwischen von Level 3 gekauft. Gemeinsam spannen sie laut NDR und „SZ“ ein engmaschiges Datennetz über Europa und weite Teile der Welt. Einige Firmen wie Level 3 betreiben in Deutschland demnach große Datenzentren.

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Eine Kuppel der ehemaligen Abhörstation der NSA auf dem Berliner Teufelsberg. Bis 1992 hörte der amerikanische Geheimdienst NSA von dort aus den Funk-und Telefonverkehr im Osten ab. Quelle: dpa

Teilweise sei die Kooperation mit dem Geheimdienst über den einfachen Zugang zu den Datennetzen hinausgegangen, hieß es. Einige Firmen sollen laut den Dokumenten sogar Computerprogramme entwickelt haben, um dem britischen Geheimdienst das Abfangen der Daten in ihren Netzen zu erleichtern. Faktisch habe der GCHQ einen Teil seiner Ausspäharbeit an Privatunternehmen delegiert.

Die meisten der Unternehmen verwiesen laut NDR und „SZ“ auf Gesetze, die Regierungen erlaubten, Firmen unter Umständen zur Herausgabe von Informationen zu verpflichten. Viatel erklärte, nicht mit dem GCHQ zu kooperieren und auch keinen Zugang zur Infrastruktur oder zu Kundendaten zu gewähren.

Derweil hat Edward Snowden nach mehr als fünf Wochen des Wartens in der Transitzone des Moskauer Flughafens Asyl in Russland erhalten und den Airport verlassen. Snowden hat sich zunächst an einem unbekannten Ort niedergelassen. Der Ex-Geheimdienstler verließ am Donnerstag den Flughafen Scheremetjewo unbemerkt, wie sein russischer Anwalt Anatoli Kutscherena erklärte. Über seinen Aufenthaltsort lagen keine Informationen vor. Dieser solle auch geheim bleiben, meinte Kutschera, zumal sich Snowden um sein Leben und Gesundheit sorge. „Er glaubt, dass Leute vom amerikanischen Geheimdienst hinter ihm her sind.“

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