Obama-Antrittsrede: Obama-Fans in Deutschland eint das Prinzip Hoffnung

Obama-Antrittsrede: Obama-Fans in Deutschland eint das Prinzip Hoffnung

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Überall auf der Welt (wie hier im Bloor Cinema in Toronto) haben Menschen die Amtseinführung Barack Obamas mitverfolgt

Während in Washington Millionen feierten, fielen in Deutschland Parties zu Obamas Amtsantritt weniger opulent aus. wiwo.de war in Düsseldorf dabei und fand, dass US-Expats eines eint: Die Hoffnung, dass nun alles besser wird.

Die amerikanische Flagge hängt friedlich neben der deutschen, elegant gekleidete Menschen sitzen schweigend an kleinen Cocktailtischen oder warten stehend daneben. Fast fünfhundert Leute, Amerikaner und Deutsche, haben sich an diesem Dienstagabend im ersten Stock des Düsseldorfer Landtags eingefunden.

Auf der Tagesordnung stehen diesmal nicht die Sorgen des Landes Nordrhein-Westfalen, sondern die große Weltpolitik. Und der Starredner ist kein geringerer als Barack Obama – wenn auch nur via Live-Übertragung auf der Videoleinwand.

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Kurz vor 18 Uhr, knapp bevor Obama seinen Amtseid als 44. Präsident der USA ablegt, verebben die Cocktail-Gespräche. Die Spannung steigt, als der künftige US-Präsident überlebensgroß von der Videoleinwand scheint, seine Hand auf die Bibel legt – und beim Nachsprechen des Amtseides noch einmal nachfragen muss, weil seine Anhänger vor dem Washingtoner Kapitol für tosenden Lärm sorgen.

"Für mich war Obamas Amtseid der wichtigste Moment der ganzen Übertragung“, sagt Richard Dooley, ein amerikanischer TV-Produzent. „Da habe ich mir innerlich auf den Kopf geschlagen und gesagt: Mein Gott, er hat’s wirklich geschafft, Präsident der Vereinigten Staaten zu werden“. Beim Absingen der Nationalhymne, verrät Dooley, sei er fast nicht durchgekommen, weil er so von Emotionen überwältigt worden sei. Nach acht Jahren unter George Bush ist Dooley wieder stolz auf sein Heimatland. „Obama versuchte in seiner Rede alle einzuschließen, ohne arrogant zu sein. Und das ist eine gute Veränderung.“

„Ich bin hoffnungsvoll“, sagt Ronald Geisler, Verkaufsleiter für eine amerikanische Firma in Deutschland. „Bei unserem letzten Präsidenten hatte ich Angst, eine amerikanische Flagge am Auto zu haben“. Obama habe in seiner Rede nicht alles schöngeredet, sondern die Probleme beim Namen genannt. „Er sagte, wir machen etwas Anderes als in den letzten acht Jahren, wir gehen auf die Leute zu. Auf der Welt können wir nur Frieden haben, wenn wir mit anderen reden.“

„Die Bereitschaft, auf andere zuzugehen, fand ich auch sehr gut“, sagt Geislers Frau Elisabeth. „Er wird es schaffen, den Scherbenhaufen der letzten acht Jahre wiederherzustellen.“

„Die Probleme kann er nie in einer Amtszeit lösen. Aber ich habe Hoffnung“, sagt Elaine Argot. Endlich sei ein Traum wahrgeworden, auf den sie 40 Jahre lang gewartet habe, meint die Schwarze, die einen Teil ihrer Kindheit in den USA verbrachte und seit 15 Jahren in Düsseldorf lebt. „Er ist der Mann, den wir brauchen“.

Selbst Matthew G. Boyse, der amerikanische Generalkonsul in Düsseldorf, spricht von einem besonderen Ereignis. „Amtsübergaben werden jedes Mal mit großen Zeremonien gefeiert, aber dieses Jahr ist das Interesse aus aller Welt viel größer“, sagt Boyse. Von der Rede war er angetan: „Obama hat die Herausforderungen, vor denen wir stehen, alle aufgelistet. Das ist eine sehr ambitionierte Agenda“, so Boyse. Um eines bittet Boyse angesichts der himmelhohen Erwartungen an den neuen Präsidenten: Geduld. „Wir sind erst in den ersten 40 Minuten seiner Amtszeit."

Wenn das Buffet auf der Düsseldorfer Wahlparty ein Zeichen für den bevorstehenden Wandel der USA ist, dann stehen uns globale Zeiten amerikanischer Prägung ins Haus: Halbe Bagels und amerikanischer Käsekuchen wurden zu Latte Macchiato und kalifornischen Weinen gereicht. Ein sehr modernes – und gleichzeitig sehr amerikanisches – Essen also.

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