Obama in Kuba: Besuch für die Geschichtsbücher

Obama in Kuba: Besuch für die Geschichtsbücher

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Barack Obama besucht mit seiner Familie Kuba.

Was bis vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte, ist Realität: ein amtierender US-Präsident besucht den einstigen Erzfeind.

Geschichtsträchtiger Moment auf Kuba: Erstmals seit der Revolution von 1959 besucht mit Barack Obama ein US-Präsident den sozialistischen Karibikstaat. Die Air Force One mit Obama, First Lady Michelle und ihren Töchtern Malia und Sasha landete am Sonntagabend (MEZ) am Flughafen von Havanna. „¿Que bolá Cuba?“, („Wie geht's, Kuba“), twitterte er in landestypischer Mundart bei seiner Ankunft.

Obama Visite gilt als symbolischer Höhepunkt der Annäherung an den früheren Erzfeind.
Am Flughafen wurden Obama von ranghohen Regierungsvertretern Kubas wie Außenminister Bruno  Rodríguez begrüßt - allerdings nicht von Staatspräsident Raúl Castro.

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Die Geschichte der Kuba-Krise

  • 1960

    Washington erlässt ein Teilembargo. Schon unmittelbar nach der Revolution 1959 hatten die USA die Wirtschaftshilfe eingestellt und die Einfuhr von Zucker gedrosselt, Kubas wichtigstem Exportgut.

  • 1961

    Mit Hilfe des US-Geheimdienstes CIA versucht eine Söldnertruppe von Exilkubanern, das Regime zu stürzen. Kubas Revolutionsarmee schlägt die Invasion in der Schweinebucht zurück.

  • 1962

    Die USA verhängen ein komplettes Embargo über den Handel mit Kuba. Die Kubakrise führt die Welt an den Rand eines Atomkrieges. Wegen der Stationierung sowjetischer Raketen auf der Insel verhängt US-Präsident John F. Kennedy eine Seeblockade, Kremlchef Nikita Chruschtschow zieht die Raketen wieder ab.

  • 1977

    16 Jahre nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen eröffnet Washington in Havanna eine Interessenvertretung unter dem Dach der Schweizer Botschaft. Später vertritt die Schweiz auch Kuba in den USA.

  • 1992

    Der US-Kongress verabschiedet den „Cuban Democracy Act“, der US-Firmen in Drittländern jeden Kuba-Handel untersagt.

  • 1994

    Mehr als 30.000 Kubaner fliehen per Floß in Richtung USA. Washington und Havanna einigen sich später darauf, dass die USA auf See aufgegriffene Bootsflüchtlinge nach Kuba zurückbringen.

  • 1996

    Nach dem Abschuss von zwei Kleinflugzeugen einer exilkubanischen Organisation durch die kubanische Luftwaffe setzt US-Präsident Bill Clinton das umstrittene Helms-Burton-Gesetz in Kraft, das das Kuba-Embargo noch einmal verschärft.

  • 1999

    Die USA lockern ihre Sanktionen. So soll es künftig mehr Charter-Flugverbindungen nach Kuba geben.

  • 2001

    Erstmals seit der Verhängung des Handelsembargos vier Jahrzehnte zuvor liefern Firmen aus den USA wieder Lebensmittel.

  • 2004

    US-Präsident George W. Bush verschärft Reisebeschränkungen für US-Bürger und schränkt Geldüberweisungen weiter ein.

  • 2009

    US-Präsident Barack Obama hebt die Reisebeschränkungen für Exilkubaner auf. Außerdem dürfen sie wieder Geld nach Kuba schicken. Bald darauf gibt es auch wieder Gespräche auf Regierungsebene.

  • 2014

    Die USA und Kuba schlagen ein neues Kapitel ihrer Beziehungen auf. In beiden Hauptstädten sollen wieder Botschaften eröffnet werden, die USA heben zusätzlich einige Beschränkungen beim Handel und bei Finanzgeschäften teilweise auf.

  • 2015

    In Havanna beginnen Verhandlungen zur Normalisierung der bilateralen Beziehungen. Obama plädiert für die Aufhebung des Kuba-Embargos.

Dessen Abwesenheit betrachtete das Weiße Haus indes nicht als Affront. Castros Erscheinen sei „nie erwogen oder besprochen“ worden, sagte Obamas Vize-Sicherheitsberater Ben Rhodes in Washington. Stattdessen will der kubanische Staatschef den hohen Gast am (heutigen) Montag im Palast der Revolution in Havanna begrüßen.

Begleitet wird Obama neben seiner Familie von rund 40 Abgeordneten und einer Delegation von Geschäftsleuten aus den USA, die nach der politischen Öffnung in Kuba Fuß fassen wollen. Nachdem die USA als Reaktion auf die Revolution von 1959 die diplomatischen Verbindungen zu Kuba abgebrochen und ein Wirtschaftsembargo verhängt hatten, war der Besuch eines amtierenden US-Präsidenten auf der Insel jahrzehntelang unvorstellbar gewesen - auch noch nach dem Ende des Kalten Krieges. Doch Ende 2014 kündigten Obama und sein kubanischer Kollege Castro eine schrittweise Normalisierung ihrer Beziehungen an. Unter anderem eröffneten beide Staaten seitdem Botschaften im jeweils anderen Land.

Der erste Termin auf der Agenda Obamas war am Abend ein Treffen mit Mitarbeitern der US-Vertretung in Havanna. „Dies ist eine historische Visite und eine historische Chance“, sagte er ihnen. Obama erinnerte auch an Calvin Coolidge, der vor ihm der erste US-Präsident überhaupt war, der Kuba besuchte. Coolidge sei im Jahr 1928 an Bord eines Kriegsschiffes auf der Karibikinsel angekommen und habe für die Reise drei Tage gebraucht. Bei ihm habe es nur drei Stunden gedauert, sagte Obama.

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Danach unternahm Obama mit seiner Familie trotz strömenden Regens einen Rundgang durch die Altstadt von Havanna. Vor einer Kathedrale spendeten einige Hundert Schaulustige Applaus, etliche riefen den Namen des Präsidenten. Vor dessen Ankunft waren noch eilig Straßen aufgeräumt, Wände gestrichen und US-Flaggen gehisst wurden. Allerdings wurden aber auch mehrere Dutzend Aktivisten der regierungskritischen Gruppe Damen in Weiß vorübergehend festgenommen, nachdem Regierungsanhänger und Polizisten ihre Kundgebung in der Hauptstadt gestoppt hatten.

Obama plant neben einem Gespräch mit Präsident Castro am Montag unter anderem auch Treffen mit Vertretern der Damen in Weiß und anderer Dissidentengruppen. Das Weiße Haus hatte eine solche Begegnung im Vorfeld als Voraussetzung für Obamas Besuch benannt. Am Dienstag werden Obama und Castro bei einem Baseballspiel der kubanischen Nationalmannschaft gegen die Tampa Bay Rays aus Florida dabei sein. Zudem wollte der US-Präsident im Großen Theater von Havanna eine Rede zu seiner Vision für Kuba halten.

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