Obama in Moskau: Hilfe, der Feind ist weg

Obama in Moskau: Hilfe, der Feind ist weg

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US-Präsdient Obama schüttelt Russlands Premierminister Vladimir Putin die Hand

US-Präsident Barack Obama beschwört in Moskau die multipolare Welt und reicht den Russen die Hand zur Zusammenarbeit. Die werden Schwierigkeiten haben, sich auf den neuen Ton aus Washington einzustellen. Ein Kommentar von Florian Willershausen, Russland-Korrespondent der WirtschaftsWoche.

Den Kremlstrategen fiel Außenpolitik sehr viel leichter, als George W. Bush noch Präsident der USA war. Der verstand sich als Führer einer Supermacht und betrieb Geopolitik vom hohen Ross herab. Sein Konzept von Demokratie wollte er – gleich einem Missionar – hinaus in die große weite Welt zu tragen, die Nato bis an Russlands Grenzen erweitern. Washington hat nach Moskauer Interpretation jede Revolution in der russischen Nachbarschaft finanziert und will mit Raketen in Polen und Tschechien gegen Russland rüsten. Alles nur, um die neue alte Großmacht klein zu halten.

Die Kreml-Falken um Wladimir Putin, den Ex-Präsidenten in der Position eines mächtigen Premierministers, haben mit den USA ein künstliches Feindbild geschaffen, von dem sich Russland abgrenzen kann. Mit dem außenpolitischen Contra-Kurs stabilisiert Putin sich und sein Land im Inneren. Er rechtfertigt eine Demokratie, die keine ist – und eine Marktwirtschaft, in der der Staat so frei ist, das Markttreiben zu kontrollieren. Kein Wunder, dass mehr als 80 Prozent der russischen Bevölkerung Amerika kritisch gegenüberstehen.

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Obama betont gemeinsames Handeln mit Russsland

Doch der neue Mann aus Washington, der am Dienstagmorgen bei Putin zum Frühstück aufschlug, passt nicht in die alten Schubladen des Kalten Kriegs. Barack Obama streckte den Russen bei seinem Antrittsbesuch in Moskau die Hand aus: Er beschwor die multipolare Welt – ähnlich wie Putin in seinen legendären Attacken auf Vorgänger George W. – und rief Moskau zum gemeinsamen Handeln in der Weltpolitik auf. „Die Vereinigten Staaten sind an einem starken, friedlichen und prosperierenden Russland interessiert“, sagte der US-Präsident, der die stolzen Russen in seinen Reden mehrfach als „Großmacht“ bauchpinselte.

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