Obama streicht Asienreise: Ökonomen warnen vor Folgen des US-Haushaltsstreits

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Obama streicht Asienreise: Ökonomen warnen vor Folgen des US-Haushaltsstreits

, aktualisiert 04. Oktober 2013, 12:01 Uhr

Deutsche Ökonomen und der IWF warnen vor schweren weltwirtschaftlichen Folgen des US-Etatstreits. Auch Finanzminister Lew sieht schon "eine größere Krise als einst die Große Depression" auf die USA zukommen. Am Morgen sagte Präsident Obama seine Asienreise ab.

Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise hat vor den Folgen für die Weltwirtschaft gewarnt, sollte die US-Haushaltskrise länger andauern. Schon jetzt sei der Budgetstreit „einer kontinuierlichen Erholung der US-Wirtschaft sicherlich nicht zuträglich“, sagte der Ökonom „Handelsblatt Online“.

Ein nur kurzer „Shutdown“ von beispielsweise einer Woche werde die Konjunktur wahrscheinlich nicht nachhaltig dämpfen. „Die Risiken steigen jedoch mit einem längeren politischen Stillstand und der noch kommenden Debatte um die Erhöhung der Verschuldungsgrenze.“

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Der Chefvolkswirt der DZ Bank, Stefan Bielmeier, fürchtet vor diesem Hintergrund Nachteile für die deutsche Wirtschaft: Wenn der US-Budgetstreit innerhalb von wenigen Tagen gelöst werde, würden für die deutschen Exporteure kaum negative Auswirkungen spürbar sein. „Wenn sich die Angelegenheit jedoch über mehrere Wochen hinziehen sollte, so werden auch die Geschäfte deutscher Unternehmen in den USA Schaden nehmen“, sagte Bielmeier „Handelsblatt Online“.

Haushaltskrise Shutdown ist der politische Bankrott der USA

Wer geht auf wen zu im Haushaltsstreit? US-Präsident Barack Obama bleibt hart. Mit den Republikanern verhandeln will er erst nach einem neuen Etat. Die Staatspleite rückt gefährlich näher.

Im US-Haushaltsstreit ist keine Einigung in Sicht. Weder Republikaner noch Demokraten signalisieren Kompromissbereitschaft. Die Bürger protestieren. Quelle: AP

Für die deutsche Exportwirtschaft sei der US-Markt nach wie vor „von sehr großer Bedeutung“. In den letzten Jahren hätten die Ausfuhren in die USA sogar wieder überdurchschnittlich zugelegt und damit zur wirtschaftlichen Stabilität in Deutschland beigetragen.

Auch die US-Regierung und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben bereits vor schweren weltwirtschaftlichen Folgen des Etatstreits gewarnt. Sollte sich die Politik in Washington nicht auf eine Anhebung des Limits einigen, brächte das Probleme sowohl für die Wirtschaft in den USA als auch weltweit mit sich, mahnte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag. Es sei daher absolut notwendig, diese Frage schnellstmöglich zu klären. Das Wirtschaftswachstum in den USA sei bereits durch eine zu starke Haushaltskonsolidierung ausgebremst worden. „Die ganze Welt würde Probleme bekommen“, warnte auch US-Präsident Barack Obama. „Wenn wir das vermasseln, vermasseln wir es für jeden.“

Schon der Stillstand der Staatsbetriebes seit Dienstag hat Auswirkungen auf Unternehmen der weltgrößten Volkswirtschaft. Nachdem zunächst fast 800.000 Regierungsangestellte in den Zwangsurlaub geschickt wurden, droht jetzt Tausenden Industriearbeitern und externen Auftragnehmern ein ähnliches Schicksal. Eine politische Lösung deutet sich noch immer nicht an.

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