Obamas Indienreise: Warum Indien für die USA so wertvoll ist

Obamas Indienreise: Warum Indien für die USA so wertvoll ist

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Der indische Premierminister Narendra Modi trifft sich diesen Monat mit US-Präsident Obama.

von Martin S. Feldstein

Zum zweiten Mal in nur drei Monaten trifft sich der amerikanische Präsident Barack Obama in diesem Monat mit dem indischen Regierungschef Narendra Modi. Er scheint verstanden zu haben, wie wichtig Indien geworden ist.

Narendra Modi hat in seinen ersten sieben Monaten als indischer Ministerpräsident viele mit seiner höchst aktiven Außenpolitik überrascht. Es begann damit, dass er die politischen Führers des alten Feindes Pakistan und anderer Nachbarländer zu seiner Amtseinführung einlud. Anschließend reiste Modi nach China, nach Australien und zu uns in die USA. Und dann empfing er den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Delhi, mit dem er eine ganze Anzahl von Handelsabkommen unterschrieb – vor allem die Bestellung von russischen Atomreaktoren für Indien. Modi will seinen Landsleuten klar machen, dass Indien unter seiner Regierung ein starkes und rund um den Globus angesehenes Land ist.

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Und jetzt kommt Barack Obama nach Delhi, als Ehrengast bei den Feierlichkeiten zum indischen Tag der Republik am 26. Januar. Vor knapp drei Monaten erst haben der amerikanische Präsident und der indische Premier in Washington miteinander verhandelt. Der schnelle Gegenbesuch ist ein deutliches Zeichen dafür, dass nicht nur Modi, sondern auch Obama die amerikanisch-indischen Beziehungen stärken will.

Aber warum? Was sind die Ziele des Präsidenten beim erneuten Treffen mit Modi, und was will Obama tun, um das Verhältnis zu Indien weiter auszubauen? Drei Themen sind hier wesentlich, vor allen anderen der Handel mit seinen politischen wie wirtschaftlichen Auswirkungen.

Obama möchte die Verhandlungen über die so genannte Trans-Pazifische Partnerschaft 2015 abschließen und vom Senat in Washington ratifizieren lassen. Das TPP – nicht zu verwechseln mit dem TTIP zwischen den USA und der Europäischen Union – wird kein so wirksamens Freihandelsabkommen sein wie ursprünglich geplant: Dafür sind zu viele Ausnahmeregelungen und zu lange Übergangszeiten vorgesehen. Trotzdem wird das TPP die USA und elf weitere Anrainerstaaten des Pazifischen Ozeans zu einem neuen Wirtschaftsblock vereinen. Japan gehört dazu, China nicht – und Indien auch nicht. Obama sollte mit allem Nachdruck klar machen, dass das an der Geographie liegt und an nichts anderem. Das Meer um Indien herum ist nun einmal nicht der Pazifik, sondern der Indische Ozean – darum heißt er ja auch so.

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Das vermindert aber in keiner Weise das große Interesse am Ausbau des bilateralen Handels mit Indien und der amerikanischen Direktinvestitionen in diesem Land.

Das zweite große Thema heißt Terrorismus. In Washington geht genau wie in europäischen Hauptstädten die Furcht um, dass eigene Staatsbürger, die für den „Islamischen Staat“ oder für Al Qaeda im Nahen Osten gekämpft haben, nach Hause zurückkehren und mörderische Anschläge ausführen. Indien hat mit schrecklichen terroristischen Anschlägen auf seinem Boden allerhand Erfahrung. Die kontinuierliche Zusammenarbeit amerikanischer und indischer Nachrichtendienste sollte dazu beitragen, die Gefahr wenigstens etwas einzudämmen.

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