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OECD-Direktor: Lebensmittelpreise werden wieder sinken

Die extrem hohen Nahrungsmittelpreise werden nicht von Dauer sein. Davon geht Stefan Tangermann, Direktor für Handel und Landwirtschaft bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), aus.

Stefan Tangermann, OECD-Direktor für Handel und Landwirtschaft Quelle: Pressefoto
Stefan Tangermann, OECD-Direktor für Handel und Landwirtschaft Quelle: Pressefoto

Im Interview mit der „WirtschaftsWoche" sagte Tangermann: "Allerdings wird der mittelfristige Rückgang der Preise eher langsam vonstatten gehen." Den Einfluss von Spekulanten auf die rasant angestiegenen Preise hält Tangermann für „überschätzt". Vielmehr wirke das Phänomen, das in Phasen schnell steigender Preise ein sich selbst beschleunigender Prozess einsetze. Tangermann: Marktteilnehmer ziehen Käufe vor. Das heizt den Preisauftrieb an."

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Tangermann appelliert, die derzeitigen Marktinterventionen vieler Staaten in Asien und Afrika dürften nicht dauerhaft bestehen bleiben. Sie seien auf mittlere Sicht kontraproduktiv: "Wenn die Preise für ein stark nachgefragtes Gut eingefroren werden, geht das offizielle Angebot in den Läden zurück - stattdessen blüht der Schwarzmarkt." Auch führten Ausfuhrrestriktionen zu einem gesamtwirtschaftlichen Verlust, da die Exporterlöse sänken.

„Große Versäumnisse" bei Forschung und Innovationen wirft der OECD-Direktor der Agrarpolitik weltweit vor, "insbesondere was Produktivitätssteigerungen in Entwicklungsländern" angehe. Tangermann: "Vielleicht ist die aktuelle Krise ja ein Weckruf für die Regierungen wieder mehr Geld in die Agrarforschung zu investieren, aber auch die landwirtschaftliche Entwicklung in armen Ländern stärker zu fördern. In diesem Zusammenhang spricht sich Tangermann eindeutig für die grüne Gentechnik aus: "Wir können es uns nicht leisten darauf zu verzichten", sagte er dem Düsseldorfer Magazin.

Von der europäischen Agrarpolitik erwartet Tangermann die Fortsetzung ihres in den vergangenen Jahren eingeschlagenen "stärker marktwirtschaftlichen Kurses". Tangermann: Exportsubventionen beschädigen die Agrarmärkte in Entwicklungsländern und tragen so, zumindest indirekt, zu der desolaten Lage bei." Völlig am Ziel vorbei gehen nach Tangermanns Ansicht die Subventionen in den Biosprit der ersten Generation: „Die Politik verplempert Milliardensummen für die Kraftstoffproduktion aus Getreide, Zucker und Ölsaaten."

Dies gehe zulasten der Nahrungsmittelproduktion, treibe die Preise und bringe wegen der energieaufwendigen Herstellung auch fast nichts für den Klimaschutz. Tangermann: „Die Politik sollte diese Subventionen besser in die Technologieförderung stecken, um die zweite Biosprit-Generation, die zum Beispiel Abfälle und Holzreste nutzt und noch in den Kinderschuhen steckt, schneller marktreif zu machen."

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 29.05.2008, 00:27 UhrMilchbauer

    Tja der Tangermann arbeitet ja auch nicht von 5.30 Uhr bis um 20.30 Uhr für einen stundenlohn von ca 2 €.
    Was verdienen Sie denn Tangermann kommen wir mit 200.000€ hin? ich denke es wird noch mehr sein. los tun Sie mal was in einer Krise (eine KRiSE für die Milchbauern) die wollen auch eine villa am Meer und eine S-klasse (nein ich denke es reicht schon wenn wir gut leben könnten auch mit einem golf)
    ich schlage vor sie gehen mal zu einem milchbauern und arbeiten dort mal mit dann sehen sie warum die streiken

    mfg miclhbauer

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