Quelle: REUTERSDie größten Ölreserven der Welt
Argentinien
Riesige Ölvorkommen in Argentinien entdeckt: Der Energiekonzern Repsol YPF hat am 7. November 2011 mitgeteilt, eine Ölreserve in der südargentinischen Provinz Neuquen gefunden zu haben. Im sogenannten Vaca-Muerta-Becken („Becken der toten Kuh“) sollen etwa eine Milliarde Barrel Schieferöl lagern. Das verdoppelt die Erdöl-Menge des Repsol-Konzerns in Argentinien, weltweit steigt sie somit um ein Drittel. Das Foto zeigt einen Betrieb des Unternehmens in der Region.
Nicht nur für das in Madrid ansässige Unternehmen, sondern auch für das Land Argentinien ist der Fund ein Lichtblick. 2010 lagerten dort 2,5 Milliarden Barrel Erdöl, verbraucht wurden in diesem Jahr 203,3 Millionen. Argentinien könne mit dem Fund zu einem Ölexporteur werden, sagte Repsol-Sprecher Kristian Rix.
Mittel- und Südamerika sind beim Erschließen von Erdölfeldern auf dem Vormarsch. 2010 lagerten dort 17,3 Prozent der weltweiten Reserven, vor einem Jahrzehnt waren es noch 8,9 Prozent. Dieses Jahr hat sich ein südamerikanischer Staat an die Spitze der Länder mit den weltweit größten Ölreserven gedrängt. Um welches Land es sich handelt, zeigt folgende Rangliste.
Quelle: dpaPlatz 10: Algerien
12,2 Milliarden Barrel Erdöl schlummerten Ende 2010 laut der OPEC („Organization of the Petroleum Exporting Countries“) in Algerien. Das sind ein Prozent mehr als im Vorjahr. Das Land lebt vor allem von der Förderung und dem Export von Erdöl und Erdgas. Der Erlös aus dem Energieexport steht laut Auswärtigem Amt für rund 97,5 Prozent der Deviseneinnahmen und rund 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Deutschland war im Jahr 2008 nach Frankreich, Italien, China und den USA mit einem Volumen von 2,33 , Mrd. US-Dollar fünftwichtigster Lieferant für Algerien.
Quelle: REUTERSPlatz 9: Katar
Katar gilt als "Boomland", das nach einem realen Wachstum um 14 Prozent im Jahre 2010 für 2011 sogar bis zu 20 Prozent erwartet. Dort lagerten 2010 nach OPEC-Angaben 25,38 Milliarden Barrel Erdöl, 2,1 Prozent mehr als 2009. Laut Auswärtigem Amt macht Katar 62 Prozent seines BIP im Öl- und Gassektor. An erster Stelle der Lieferländer lag nach katarischen Angaben für 2009 die USA mit einem Anteil von 12,3 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 9,1 Prozent.
Quelle: ASSOCIATED PRESSPlatz 8: Nigeria
37,2 Milliarden Barrel an Erdöl-Reserven gibt es in Nigeria. Damit wuchs der Vorrat laut OPEC von 2009 bis 2010 um 3,1 Prozent. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist weitgehend vom Öl-Export abhängig. 90 Prozent der Exporterlöse gehen auf die hohen Reserven zurück, das macht 80 Prozent der staatlichen Einnahmen und rund ein Drittel des BIP aus. Deutschland stand 2009 nach Angaben des Auswärtigen Amts an achter Stelle der Handelspartner Nigerias.
Quelle: REUTERSPlatz 7: Libyen
47,1 Milliarden Barrel betragen die Erdöl-Reserven im Bürgerkriegsland Libyen. Somit waren dies im Jahr 2010 etwa 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor den Kämpfen entfielen 95 Prozent der Ausfuhren auf Mineralöl und Derivate. Haupthandelspartner waren laut Auswärtigem Amt Italien und Deutschland, die rund 50 Prozent der Exporte aufnahmen.
Nach dem Tod des ehemaligen Diktators Muammar al-Gaddafi am 9. September 2011 führt der sogenannte Nationale Übergangsrat das Land. Es hat Abdulrahim al-Kib am 1. November zum neuen Regierungschef gewählt, der eine Übergangsregierung bilden soll.
Quelle: APPlatz 6: Vereinigte Arabische Emirate
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind nach Saudi-Aradien die zweitgrößte Wirtschafstmacht der arabischen Welt. Dort schlummerten nach OPEC-Angaben gegen Ende 2010 rund 97,8 Milliarden Barrell Erdöl. Das waren 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Deutschland war 2010 viertgrößter Handelspartner der VAE (nach Indien, China, USA), die Exporte nach Deutschland waren zu der Zeit auf 519 Millionen Euro gestiegen, ein Plus von zehn Prozent. Die VAE erwarten für 2011 je nach Entwicklung des Ölpreises ein Wirtschaftswachstum von drei bis vier Prozent, für 2012 sind es über vier Prozent.
Quelle: REUTERSPlatz 5: Kuwait
In Kuwait sind die Erdöl-Reserven im Jahr 2010 um 8,5 Prozent gestiegen – gegen Jahresende betrugen sie 101,5 Milliarden Barrel. Der Ölsektor macht seit Jahren mit einem Anteil von inzwischen über 90 Prozent den bedeutendsten Posten der Staatseinnahmen aus. Das BIP, das 2009 aufgrund der Weltwirtschaftskrise real um etwa 4,6 Prozent geschrumpft war, hat sich 2010 mit einem realen Wachstum von etwa zwei bis drei Prozent erholt. Die Exporte nach Deutschland sanken jedoch in diesem Jahr um knapp ein Drittel auf 59,8 Millionen Euro. Hauptabnehmer kuwaitischer Ausfuhren sind Japan, Südkorea, Indien, USA und China.
Quelle: REUTERSPlatz 4: Irak
143,1 Milliarden Barrel Öl hat der von Krieg und Terrorismus geplagte Irak in Reserve. Damit stieg die Menge laut OPEC von 2009 bis 2010 um zwölf Prozent. Nach Angaben des Auswärtigen Amts machen Ölexporte 90 Prozent der Staatseinnahmen und über 60% des BIP aus. Dieses stieg 2010 real um 21,5 Prozent auf 84,1 Milliarden US-Dollar. Allein im Juni 2011 verzeichnete der Irak 8 Milliarden US-Dollar durch Ölexporte. In den kommenden Jahren sollen die staatlichen Öl-Einnahmen steigen, da das Land in den vergangenen Monaten mehrere Förderlizenzen an ausländische Konzerne vergeben hat und der Ölpreis pro Barrel weiter angestiegen ist.
Quelle: APPlatz 3: Iran
Der Gottesstatt Iran besitzt die weltweit drittgrößten Ölreserven. Laut OPEC stiegen sie im Jahr 2010 um 12,7 Prozent auf 151,17 Milliarden Barrel an. 69 Prozent der iranischen Exporte entfielen im persischen Jahr 1389 (März 2010 bis März 2011) auf Öl. Die Gesamtexporterlöse stiegen dabei gegenüber dem Vorjahr um etwa 11 Prozent. Der Handel mit Deutschland hat jedoch seit 2006 abgenommen. Grund sind die internationale Kritik für das iranische Atomprogramm und die Sanktionen durch die Europäische Union und die Vereinten Nationen. Ein Großteil des deutsch-iranischen Handels zwischen 2008 bis 2010 fand überwiegend aufgrund älterer Verträge statt. Bedeutende Handelspartner des Irans außerhalb der EU sind China, die Vereinigten Arabischen Emirate, Süd-Korea und Indien.
Quelle: REUTERSPlatz 2: Saudi-Arabien
Bisher hatte Saudi-Arabien die weltweit größten Ölreserven stets bei sich verbuchen können. Dieses Jahr wurde es jedoch von einem südamerikanischen Land vom Thron gestoßen. Und as obwohl die Saudis laut OPEC ihre Ölvorkommen von 2009 bis 2010 um 22,2 Prozent gesteigert haben. Damit können sie eine beachtliche Menge von 264,52 Milliarden Barrel Öl vorweisen. Die größte Volkswirtschaft des arabischen Raums hat 2008 laut Auswärtigem Amt insgesamt einen Wert von 313,4 Milliarden US-Dollar exportiert, davon stammten 309 Milliarden US-Dollar aus Export von Öl und Ölprodukten. Nach Deutschland verkaufte Saudi-Arabien lediglich einen Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar.
Die größten Ölreserven der Welt
Argentinien
Riesige Ölvorkommen in Argentinien entdeckt: Der Energiekonzern Repsol YPF hat am 7. November 2011 mitgeteilt, eine Ölreserve in der südargentinischen Provinz Neuquen gefunden zu haben. Im sogenannten Vaca-Muerta-Becken („Becken der toten Kuh“) sollen etwa eine Milliarde Barrel Schieferöl lagern. Das verdoppelt die Erdöl-Menge des Repsol-Konzerns in Argentinien, weltweit steigt sie somit um ein Drittel. Das Foto zeigt einen Betrieb des Unternehmens in der Region.
Nicht nur für das in Madrid ansässige Unternehmen, sondern auch für das Land Argentinien ist der Fund ein Lichtblick. 2010 lagerten dort 2,5 Milliarden Barrel Erdöl, verbraucht wurden in diesem Jahr 203,3 Millionen. Argentinien könne mit dem Fund zu einem Ölexporteur werden, sagte Repsol-Sprecher Kristian Rix.
Mittel- und Südamerika sind beim Erschließen von Erdölfeldern auf dem Vormarsch. 2010 lagerten dort 17,3 Prozent der weltweiten Reserven, vor einem Jahrzehnt waren es noch 8,9 Prozent. Dieses Jahr hat sich ein südamerikanischer Staat an die Spitze der Länder mit den weltweit größten Ölreserven gedrängt. Um welches Land es sich handelt, zeigt folgende Rangliste.
Die Europäische Union bereitet die schärfsten Iran-Sanktionen seit 2005 vor. Vertreter der 27 EU-Regierungen einigten sich am Vormittag in Brüssel darauf, ab 1. Juli die Einfuhr von iranischem Erdöl zu verbieten. Bis zu diesem Zeitpunkt bereits laufende Verträge dürfen noch abgewickelt werden. Die Vorlage soll am Mittag offiziell von den EU-Außenministern beschlossen werden.
Ein sofortiges Ölembargo gegen den Iran konnte nicht durchgesetzt werden. Dagegen haben ausgerechnet die wirtschaftlich schwächsten Europäer Einspruch eingelegt. Griechenland bezieht bislang 30 Prozent seines Ölbedarfs aus iranischen Quellen und versuchte in den vergangenen Tagen, eine Übergangsfrist von mindestens einem halben Jahr zu erreichen, während der bereits angeschlossene Lieferverträge abgewickelt werden können. Italien und Spanien, die ebenfalls einen Teil ihres Rohöls aus dem Iran beziehen, zogen am selben Strang.
Die Sanktionen sind trotzdem schmerzhaft. Denn neben dem Ölimport-Embargo hat Europa auch ein Einfuhrverbot für alle petrochemischen Produkte und Investitionen in die iranische Ölindustrie untersagt. Vor allem aber werden die europäischen Konten der iranischen Zentralbank eingefroren. Das erschwert iranische Ölexporte auch an andere Kunden in der Welt: Inder und Ostasiaten hatten schon in den vergangenen Monaten wachsende Schwierigkeiten, Zahlungswege für ihre Ölimporte aus dem Mullah-Staat zu finden, weil die Bankwege in immer mehr Industriestaaten ausfielen. Aus Teheraner Sicht droht das Land auf seinem einzigen profitablen Exportgut sitzen zu bleiben. Ist das bedrohlich wirkende Atomprogramm den herrschenden Islamisten wirklich so viel wert?
Nuklearfabrik soll bald eröffnet werden
Noch scheint es so. Trotz der lange angekündigten europäischen Maßnahmen hat der Direktor der Teheraner Atomenergiebehörde Mitte zu Jahresanfang offiziell mitgeteilt, die Nuklearfabrik Fordo ganz in der Nähe des Wallfahrtsorts Qom werde „bald eröffnet und funktionstüchtig“ sein. Chef-Atomforscher Fereydoon Abbasi sprach von einem Bau unter der Erde, für feindliche Luft- oder Raketenangriffe ein viel schwierigeres Ziel als die heute schon fertig gestellten arbeitenden Nuklearanlagen. Es klang fast wie eine Einladung an die amerikanischen und israelischen Generale, die seit Monaten ihre Regierungen zu Präventivschlägen gegen den Iran auffordern, solange Teheran noch keine Atombombe hat und die Aufbereitungsanlagen nicht hinreichend geschützt sind.
Unwahrscheinlich, dass die US-Regierung oder auch Israel auf die Teheraner Provokationen militärisch reagieren werden. Washington hat seit Monaten seine Verbündeten zur jetzt anlaufenden Verschärfung der Sanktionen gedrängt, nicht nur die Europäer, sondern auch Japan, Südkorea und die mit Teheran keineswegs verfeindete Türkei. Wenn Banken aus aller Welt, die mit der Zentralbank des Iran immer noch im Geschäft sind, wie vorgesehen schon vom amerikanischen Markt ausgeschlossen werden, wird die finanzielle Abwicklung des iranischen Ölexports in jedes denkbare Land extrem schwierig und kostspielig.
Eine gefährliche Strategie: Den Industrieländern droht die Ölpreiskrise, wenn das iranische Erdöl – mehr als fünf Prozent der globalen Produktion – auf dem Weltmarkt ausfällt. Dem Iran selber stände allerdings der Abstieg ins Elend bevor.










