Ölpreis: Iran-Embargo beschwört Ölkrise herauf

Ölpreis: Iran-Embargo beschwört Ölkrise herauf

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Im Streit um das iranische Atomprogramm versuchen die westlichen Industriestaaten Irans Ölgeschäft zu schwächen, die Drohgebärden nehmen zu. Wohin mittelfristig der Ölpreis tendiert, ist schwer vorherzusagen.

Gäbe es keinen internationalen Konflikt mit Iran, könnte der Ölpreis auch deutlich niedriger sein. Eskaliert der Diplomatenstreit, befürchten Rohstoffexperten das Schlimmste

Die Europäische Union bereitet ein Ölembargo gegen den Iran vor, hat darüber aber noch keine Entscheidung getroffen. Nach Angaben aus EU-Kreisen in Brüssel werden - wie bereits seit Dezember geplant - Ende Januar die Außenminister über einen Stopp der Ölimporte beschließen. Eine Reihe von Detailfragen sei jedoch noch zu klären, vor allem über den Zeitpunkt, ab dem das Ölembargo greifen soll, herrscht noch Uneinigkeit. Der Iran hat das geplante Öl-Embargo der EU als „feindliche Maßnahme“ und Versuch eines „Handelskriegs“ bezeichnet. Die Regierung mache sich deshalb aber keine Sorgen, sagte Außenminister Ali-Akbar Salehi zu Reportern in Teheran. Das Land habe bereits notwendige Schritte ergriffen, um auf ein Embargo zu antworten. Der iranische Wirtschafts- und Finanzminister Shamseddin Hosseini erklärte: „Alle bösen Pläne der iranischen Feinde sind bislang gescheitert. Nun wollen sie uns mit einem Handelskrieg schaden.“ Alles Staatsbeamten würden jetzt „zu Soldaten, um sich den Plänen der Feinde entgegenzustellen“, kündigte der Minister nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Irna an.

Die Europäische Union will die Regierung in Teheran mit einem Ölembargo daran hindern, Atomwaffen zu bauen und hat zu diesem Zweck bereits Sanktionen gegen den Iran verhängt. Die USA begrüßten die Absichten der EU. Die Regierung in Washington hatte erst vor wenigen Tagen Finanzsanktionen in Kraft gesetzt, die vor allem das Ölgeschäft Irans behindern sollen, indem Transaktionen über die iranische Zentralbank untersagt werden. In diesem Punkt besteht in der Europäischen Union offenbar noch Diskussionsbedarf. Hier geht es vor allem um die Frage, wann und in welchem Umfang auch der Geldverkehr mit der iranischen Zentralbank eingestellt werden soll. Nach Vorlage eines Berichts der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA im November, in dem ein Atomwaffenprogramm des Irans dokumentiert wurde, hatte die EU eine weitere Verschärfung der bereits bestehenden Sanktionen angekündigt.

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Ausgang des Iran-Konflikts ungewiss

Der Iran zeigte sich unbeeindruckt von der Ankündigung, obwohl die EU mit einer Ölmenge von etwa 450.000 Fass pro Tag nach China der größte Abnehmer für iranisches Erdöl ist. Die Teheraner Regierung drohte jüngst damit, im Falle eines Ölembargos die Meerenge von Hormus zum Persischen Golf und damit eine der weltweit wichtigsten Ölhandelsrouten zu schließen. An den Rohstoffmärkten legte der Ölpreis aus Angst vor einer Verschärfung des Konflikts zu: Ein Barrel Rohöl der Marke Brent (Fass á 159 Liter) verteuerte sich zeitweise um mehr als einen Dollar auf knapp 114 Dollar.

„Wäre nicht der Streit mit dem Iran, könnte der Ölpreis gut 10 Dollar niedriger sein“, schätzt Rohstoffanalyst Carsten Fritsch von der Commerzbank. Die verschiedenen denkbaren Szenarien für den Iran-Konflikt machen zuverlässige Prognosen für den Ölpreis jedoch unmöglich, betont Fritsch. „Falls der Iran seine Drohung wahr macht und die Passage zu den großen arabischen Ölförderstaaten blockiert, wären Preise für die Ölsorte Brent von 150 oder 160 Dollar je Barrel durchaus denkbar".. Allerdings hält der Rohstoffexperte die Drohungen Teherans für Säbelrasseln. „Iran hat zu wenige Raffinerien und ist selbst von Benzin- und Dieselimporten abhängig. Würde die Straße von Hormus vom Iran blockiert, würde das Land zudem kriegerische Auseinandersetzungen mit den USA und den Nachbarstaaten riskieren. Aber mit Ölpreisen über 120 Dollar je Barrel müssen wir rechnen.“

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