Olympische Spiele: China: 600 Millionen Dollar für die Sicherheit

Olympische Spiele: China: 600 Millionen Dollar für die Sicherheit

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Polizeiwagen vor dem Olympiastadion in Peking

Aus Angst vor Unruhen und Terroranschlägen kontrolliert die chinesische Regierung beinahe jeden Abschnitt des öffentlichen Lebens. Nach einem schweren Anschlag gestern in der nordwestchinesischen Region Xinjiang haben die dortigen Behörden ihrer Sicherheitsmaßnahmen noch mal verschärft.

Für Lkws, Busse und Transportknotenpunkte ordnete das Verkehrsbüro von Xinjiang auf Veranlassung der chinesischen Regierung umfassende Kontrollen an. Bei dem Anschlag wurden 16 Polizisten getötet und ebenso viele weitere verwundet. Laut staatlichen Medien könnten separatistische Extremisten für den Anschlag verantwortlich sein. In Xinjiang leben etwa acht Millionen Uiguren - turksprachige Muslime, von denen viele die chinesische Vorherrschaft ablehnen. Neben den Aktivisten für ein unabhängiges Tibet sieht China in den uigurischen Extremisten eine der größten Bedrohungen für die Olympischen Spiele.

Im Folgenden ein Überblick über Maßnahmen der chinesischen Behörden, die rund 600 Millionen Dollar kosten sollen, ein Drittel der Kosten der Olympischen Sommerspiele von Athen.

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Einreise nach China

Die Visa-Bestimmungen wurden drastisch verschärft. Einreisende müssen nunmehr ein Rückflugticket und eine Hotelbuchung vorweisen, bevor sie ein Visum erwerben können. Hongkong, Gastgeber der Reitwettbewerbe und eines der Haupteingangstore nach China, hat zusätzlich eine Liste unerwünschter Personen erstellt. Die Sicherheitskräfte am Pekinger Flughafen können bei ihren Kontrollen die Datenbank von Interpol nutzen, in der mehr als 14 Millionen verlorene oder gestohlene Reisedokumente verzeichnet sind.

Sicherheitskräfte

Die chinesische Regierung hat extra für die Spiele eine 100.000 Mann starke Anti-Terror-Truppe aufgestellt, unter ihnen auch Elitesoldaten der Einheit „Schneewolf“. Die Truppe befindet sich bereits in ständiger Alarmbereitschaft. Seit Mai trainieren die für Sicherheitskontrollen eingeteilten Kräfte der Armee täglich die Entschärfung von Sprengsätzen und die Rettung von Personen aus zerstörten Häusern. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat außerdem Sicherheitskräfte auf Anschläge mit radioaktiven Sprengsätzen wie „schmutzigen Bomben“, vorbereitet.

Peking

300.000 Überwachungskameras überwachen die Straßen und Plätze der Stadt. Wahllose Ausweiskontrollen haben zugenommen. Mobile Röntgengeräte und Spürhunde stehen zur Überprüfung von Gepäckstücken im öffentlichen Personennahverkehr bereit. Zudem müssen sich die Passagiere auf die Kontrolle ihrer Trinkflaschen einstellen. Feuerwerke sind in der chinesischen Hauptstadt seit dem 1. Juli für drei Monate verboten. Einige Bars und Restaurants in Nähe der Wettkampfstätten wurden aufgefordert, während der Spiele zu schließen. Inspektoren überwachen während der Spiele die Lebensmittelproduktion in und um Peking, um Sabotageakte zu verhindern.

Olympische Wettkampfstätten

Mindestens zwei Abschuss-Stationen für Boden-Luft-Raketen wurden in rund einem Kilometer Entfernung des Olympiastadions, dem sogenannten „Vogelnest“, in Stellung gebracht. Zum Schutz vor Anschlägen ist das Olympische Dorf von einer hohen Mauer und zwei Reihen Hochsicherheitszäunen umgeben. Zusätzlich gibt es beim Betreten des Geländes Ausweis- und Taschenkontrollen. Unbemannte Überwachungsdrohnen überfliegen die Stadt Qingdao, vor deren Küste die olympischen Segelwettbewerbe stattfinden.

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