Opec kämpft gegen Preisverfall: "Wir haben eine Einigung"

Opec kämpft gegen Preisverfall: "Wir haben eine Einigung"

, aktualisiert 11. Dezember 2016, 13:48 Uhr

Die Opec setzt auf Förderkappung auch in anderen Ländern. Andere Staaten sollen 580.000 Barrel Öl weniger fördern, die Organisation selbst hat bereits die Kappung von 1,2 Mio Barrel beschlossen.

Die Opec und mehrere nicht zu dem Förderkartell gehörende Länder haben sich auf eine gemeinsame Kappung ihrer Öl-Produktion geeinigt, um einen weiteren Preisverfall zu verhindern. Die Nicht-Opec-Länder gaben bei einem Treffen am Samstag in Wien entsprechende Zusagen, die gemeinsam mit der schon beschlossenen Kürzung bei der Opec zum Rückgang der weltweiten Ölförderung von rund zwei Prozent führen soll. Es ist die erste Absprache dieser Art zwischen Opec und Nicht-Opec seit 2001. Der Energieminister des weltgrößten Öl-Exporteurs Saudi Arabien, Khalid al-Falih, nannte die Einigung "historisch". Diese lege eine Basis für eine langfristige Kooperation der Länder. Nun wird mit Spannung auf die Reaktion am Ölmarkt gewartet: Bereits am Feitag war der Ölpreis in Erwartung einer Einigung um ein Prozent gestiegen.

Die rund zehn in Wien vertretenen Nicht-Opec-Länder sagten eine Kappung ihrer Produktion um 558.000 Fass pro Tag zu. Das ist etwas weniger als die vorher erhofften 600.000. Allein auf Russland entfallen dabei 300.000. Die 13 Opec-Länder selbst hatten schon Ende November vereinbart, ihre Förderung um 1,2 Millionen Fass pro Tag zu kürzen. Hier trägt Saudi-Arabien mit 486.000 Fass den Großteil. Der Opec-Einigung vorausgegangen war ein Entgegenkommen Saudi-Arabiens an den Erzrivalen Iran. Beide Länder ringen um die politische Vorherrschaft am Golf.

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Der Ölpreis war von Mitte 2014 bis Anfang 2016 von 115 auf 30 Dollar pro Fass (159 Liter) eingebrochen. Ursache dafür ist vor allem ein Öl-Überangebot bei schwacher Nachfrage im Zuge der mauen Weltkonjunktur. Der Preisrückgang hat tiefe Löcher in die Haushalte vieler Förderländer gerissen - und damit auch den Druck erhöht, sich mit anderen Ländern abzusprechen. In den vergangenen Wochen hatte sich der Preis pro Fass zwischen 40 und 50 Dollar eingependelt.

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Der saudische Ölminister Al-Falih beim Opec-Treffen in Wien in der vergangenen Woche. Sein Land leistet den größten Beitrag zur vereinbarten Förderkürzung. Quelle: AP

In der Opec mit ihren derzeit 13 Mitgliedern haben sich in der Vergangenheit nicht immer alle Länder an vereinbarte Quoten gehalten. Auch Russland hatte vor 15 Jahren sein Versprechen zur Reduzierung der Fördermenge nicht eingehalten. Beobachter gehen aber davon aus, dass es Moskau diesmal ernst meint. "Alle freuen sich über höhere Preise und anfangs werden sie sich auch an die Vereinbarung halten", sagte Gary Ross vom Beratungsdienst Pira Energy. Wenn der Ölpreis dann aber weiter steige, dürfte die Verpflichtung nachlassen.

Zudem dürfte bei einem steigenden Preis auch in den USA mehr Öl gefördert werden: Je höher der Ölpreis ist, desto rentabler lässt sich der Rohstoff dort aus Schiefergestein pressen. "Die Realität ist nun einmal so, dass bei Preisen über 50 Dollar die US-Ölförderer wieder zu bohren beginnen", sagte jüngst Dean Rogers, Chef-Analyst beim auf Energie spezialisierten Hedge-Fonds Kase & Co.

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