Open Forum: Viel Einigkeit rund ums Wasser

Open Forum: Viel Einigkeit rund ums Wasser

von Roland Tichy

Wasser ist das Thema, das im Vorfeld des Forums von den Medien am stärksten thematisiert wurde. Roland Tichy berichtet vom Open Forum in Davos.

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Die öffentliche Diskussionsrunde des World Economic Forum

Das "Open Forum", die öffentliche Diskussionsrunde des World Economic Forum ist bis auf den letzten Stuhl besetzt. Selbst auf der Balustrade neben den Treppen hat das  Publikum Platz genommen. Viele ältere Einheimische sind darunter. Die Schüler der Schweizerischen alpinen Mittelschule, in deren Aula die Diskussion über "Wassermangel und Stress" stattfindet, genießen wohl lieber die traumhaften Pistenverhältnisse mit mehr als anderthalb Metern Schnee.
Die Diskussionsrunde ist hochkarätig besetzt: Nestle-Verwaltungsratschef Peter Brabeck-Letmathe ist natürlich dabei, als Initiator der Wasserinitiative des World Economic Forums (WEF) ist das sein großer Auftritt. Wasser ist das Thema, das im Vorfeld des Forums von den Medien am stärksten thematisiert wurde. WEF-Kritiker haben auf dem Auslagetisch mit Informationsmaterialien, einen Folder platziert, der "Die Wahrheit über Nestles Geschäfte mit dem Wasser" zum Thema hat.


Von vielen Experten wird Wasser als die wichtigste Ressource überhaupt angesehen, denn ohne Wasser gibt es keine Landwirtschaft (auf die Landwirtschaft entfallen 70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs) und auch die Energieerzeugung ist ohne Wasser schwer möglich: Für die Erzeugung eines Liters Biodiesel werden nicht weniger als 9.200 Liter Wasser gebraucht. Insgesamt steht der Welt ein nicht veränderbares Volumen von 4.500 Kubikkilometer sauberes Wasser zur Verfügung. Alles was darüber hinaus entnommen wird, geht an die Substanz, beispielsweise an die fossilen, nicht erneuerbaren Wasservorkommen in der Wüste. Seit zehn Jahren entnimmt die Menschheit schon 10 Prozent mehr Wasser, als ihr nachhaltig zur Verfügung stehen.

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Nestle hat sich weltweit viele Wasservorkommen gesichert und macht mit einer Vielzahl an Wassermarken derzeit schon einen jährlichen Umsatz von zehn Milliarden Schweizer Franken. "Nestle ist ein Wasserjäger, ein Raubtier auf der Suche nach dem letzten sauberen Wasser dieser Erde", so kritisiert Maude Barlow, UN-Chefberaterin für Wasserfragen.

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