OSZE-Geiseln in Slawjansk: Angela Merkel bittet Wladimir Putin um Hilfe

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OSZE-Geiseln in Slawjansk: Angela Merkel bittet Wladimir Putin um Hilfe

, aktualisiert 01. Mai 2014, 18:23 Uhr
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Kanzlerin Angela Merkel spricht mit Kremlchef Wladimir Putin.

Im Fall der entführten OSZE-Beobachter in der Ukraine bittet Bundeskanzlerin Merkel Russlands Präsidenten Putin um Unterstützung. In der Ost-Ukraine ist die Lage weiter eskaliert: Separatisten stürmten ein Justizgebäude.

Im Nervenkrieg um die festgesetzten OSZE-Militärbeobachter in der Ostukraine hat Kanzlerin Angela Merkel den russischen Präsidenten Wladimir Putin um Hilfe gebeten. Merkel appellierte laut Kreml an Putin, seinen Einfluss auf die prorussischen Aktivisten in Slawjansk geltend zu machen, um die Geiseln - darunter vier Deutsche - freizubekommen. In der Krisenregion eskalierte am Donnerstag die Gewalt. Hunderte prorussische Aktivisten stürmten in Donezk ein Justizgebäude; es gab Verletzte.

Die zum Teil maskierten Angreifer in Donezk attackierten das Gebäude der Staatsanwaltschaft mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Brandsätzen. Anschließend zwangen sie die ukrainischen Sicherheitskräfte zum Abzug, wie die Agentur Interfax meldete. Auf dem Dach hissten Separatisten die Fahne der selbst ernannten Volksrepublik Donezk. Die Situation war nach einem Protestzug Tausender Demonstranten eskaliert. Die Menge forderte einen Anschluss der Ostukraine an Russland - nach dem Vorbild der Halbinsel Krim.

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Unbehelligt von Sicherheitskräften hatten Separatisten zuvor auch die Gebietsverwaltung der Stadt Lugansk eingenommen. Auch in Gorlowka besetzten prorussische Demonstranten weitere Verwaltungsgebäude. Übergangspräsident Alexander Turtschinow räumte ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben. Den Sicherheitskräften warf er Versagen vor.

Putin forderte im Gespräch mit Merkel nach Kremlangaben einen Rückzug der ukrainischen Regierungstruppen aus der Ostukraine, ein Ende der Gewalt und einen nationalen Dialog.

Der Westen beschuldigt Russland, sich einer Umsetzung der unter Beteiligung Moskaus ausgehandelten Genfer Vereinbarungen zu verweigern und die Krise in der Ukraine anzufachen. Der Friedensplan sieht unter anderem die Entwaffnung militanter Gruppen und die Räumung besetzter Gebäude vor. Die EU und die USA hatten am Montag ihre Strafmaßnahmen gegen Russland ausgeweitet.

In Slawjansk sagte Milizenführer Wjatscheslaw Ponomarjow „bild.de“, er habe noch keinen Kontakt zu Moskau gehabt und seine Gruppe gehorche auch nicht Putin. Der Agentur Interfax sagte Ponomarjow, die Gefangenen seien weiter in Slawjansk. Er hoffe, sie gegen eigene Anhänger austauschen zu können, die von der Regierung in Kiew gefangenengenommen wurden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier trifft am Freitagmorgen im schweizerischen Bern den amtierenden OSZE-Vorsitzenden, Bundespräsident Didier Burkhalter, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Unterhändler der OSZE versuchen seit Tagen vor Ort, eine Freilassung zu erwirken.

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