Oxfam: Die 62 Reichsten haben so viel wie die halbe Weltbevölkerung

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Oxfam: Die 62 Reichsten haben so viel wie die halbe Weltbevölkerung

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Obdachlose Frauen in Nepal.

Zwar zeigt der Kampf gegen extreme Armut in der Welt durchaus Erfolge. Dennoch wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer. Die Hilfsorganisation Oxfam klagt an.

Die Ungleichheit nehme immer dramatischere Formen an, warnt die britische Hilfsorganisation kurz vor Eröffnung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos in einem Bericht. Schuld daran seien nicht zuletzt die Steueroasen für Reiche und Superreiche.

„Wir leben in einer Welt, deren Regeln für die Superreichen gemacht sind“, meint der Oxfam-Mitarbeiter Tobias Hauschild. „Nötig ist dagegen ein Wirtschafts- und Finanzsystem, von dem alle profitieren. Konzerne dürfen sich nicht länger aus ihrer Verantwortung stehlen. Sie müssen ihre Gewinne dort versteuern, wo sie sie erwirtschaften.“ Die Politik müsse die Steueroasen trockenlegen.

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Die Kluft zwischen Arm und Reich werde immer tiefer, warnte Oxfam am Montag. So sei das Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung in den vergangenen fünf Jahren um rund eine Billion US-Dollar geschrumpft. Das sei ein Rückgang um 41 Prozent - obwohl die Bevölkerung in dieser Zeit erheblich zugenommen habe.

Doch das Vermögen der reichsten 62 Menschen sei in diesem Zeitraum um mehr als eine halbe Billion US-Dollar gewachsen. Lediglich neun der reichsten Menschen seien Frauen, fügte Oxfam hinzu.

Wo die meisten Millionäre leben

  • Platz 10

    Spanien: 1 Prozent

    In Spanien sind Hunderttausende ohne Arbeit – das Land kämpft immer noch mit den Nachwehen der Euro-Krise. Einige scheinen trotzdem Gewinne zu machen. Insgesamt 89.000 neue Millionäre verzeichnet Spanien. Insgesamt leben dort 465.000 Millionäre - das entspricht einem Prozent aller Millionäre weltweit.

  • Platz 9

    Schweiz: 2 Prozent

    Die Reichen bunkern nicht nur ihr Schwarzgeld in der Schweiz – viele leben auch dort.  Insgesamt beherbergt die Schweiz 700.000 Millionäre.

  • Platz 8

    Kanada: 3 Prozent

    In Kanada leben 1.100.000 Millionäre, das sind 105.000 als im Vorjahr und drei Prozent aller Millionäre weltweit. Damit verzeichnet Kanada den siebtgrößten Millionärszuwachs weltweit.

  • Platz 7

    China: 3 Prozent

    China ist die größte Volkswirtschaft der Welt und verzeichnet rasante Wachstumsraten. Bei den Superreichen zeichnet sich das nur bedingt ab. Ganze acht Länder haben im vergangenen Jahr mehr Millionäre hervorgebracht. Trotzdem: 90.000 neue Millionäre können sich sehen lassen. Insgesamt gibt es in China 1.100.000 Millionäre.

  • Platz 6

    Australien: 4 Prozent

    In Australien lassen es sich mittlerweile 1.200.000 Millionäre gutgehen. Das sind 106.000 mehr als im Vorjahr.

  • Platz 5

    Italien: 5 Prozent

    Italien steckt immer noch in der Wirtschaftskrise. Das merken längst nicht alle Einwohner. 216.000 können sich dort als Neu-Millionäre bezeichnen. Italien beherbergt damit 1.500.000 Millionäre.

  • Platz 4

    Deutschland: 6 Prozent

    Deutschland legte kräftig zu: 243.000 Millionäre sind im vergangenen Jahr hinzugekommen, sodass heute 1.900.000 Millionäre hierzulande leben.

  • Platz 3

    Frankreich 7 Prozent

    Frankreich verzeichnet den drittgrößten Millionär-Zuwachs. 310.000 neue Millionäre kamen im Jahr 2014 hinzu, sodass nun 2.400.000 Millionäre das Leben in Frankreich genießen.

  • Platz 2

    Japan: 8 Prozent

    In Japan hat sich die Zahl der Millionäre binnen eines Jahres um 91.000 erhöht. Mittlerweile leben dort 2.700.000 Millionäre.

  • Platz 1

    USA: 41 Prozent

    2013 lebten in den USA noch 12.500.000 Millionäre – 2014 kamen eineinhalb Millionen hinzu, sodass die USA nun über 14.000.000 Einwohner mit über eine Millionen US-Dollar beherbergt.

    Damit verzeichnen die USA auch den größten Millionärszuwachs weltweit - insgesamt lebt dort nahezu die Hälfte aller Millionäre.

Als Gegenmaßnahme fordert Oxfam: Bekämpfung der Steuerflucht, höhere Investitionen in den öffentlichen Sektor sowie Anstrengungen, die Einkommen von Niedrigst-Verdienern zu erhöhen.

Die Investitionen von Unternehmen in Steuerparadiesen hätten sich zwischen 2000 und 2014 vervierfacht. Neun von zehn der weltweit führenden Großunternehmen hätten Präsenzen in mindestens einer Steueroase. Alleine mit den Einnahmen, die afrikanische Staaten dadurch verlören, ließe sich die Gesundheitsversorgung für Mütter und Kinder auf dem Kontinent sicherstellen. Das würde pro Jahr rund vier Millionen Kindern das Leben retten, meint Oxfam.
Obdachlose Frauen in Nepal.

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5 Kommentare zu Oxfam: Die 62 Reichsten haben so viel wie die halbe Weltbevölkerung

  • Wie bei einem großen Monopolyspiel wird am Ende nur einer übrig bleiben und den werden wir dann IMPERATOR nennen.

  • Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht.
    Die weltweite Vermögensverteilung erinnert an die im vorrevoltionären Frankreich.
    Die Dimensionen haben sich geändert, aber die Proportionen sind gleich geblieben.
    Solange man nicht darben muss, hält man sich darüber bedeckt, aber das Verständnis für den marodierenden Abschaum aus Nordafrika wächst mit jeder neuen Milliarde der Superreichen.
    Ob ichs noch erleben darf, wer Marie Antoinette mit ihrem Ludwig spielen wird, wenn das Fass überläuft?

  • Sicher ist eine einseitige Kapitalbildung bei wenigen nicht erstrebenswert. Was machen diese Leute mit ihrem Vermögen? Liegt das nur rum oder wird es investiert und es entstehen Arbeitsplätze. Selbst wenn diese Leute in Saus und Braus leben, können sie keine Milliarden ausgeben. Wenn der Staat das Geld verpulvert, sind am Ende alle ärmer. Das ist und war in vielen Ländern zu beobachten. Wenn die Datenbasis nicht angegeben ist, sind solche Aussagen, wie von Oxfam nur Polemik. Auch NGO's sind Lobbyisten. Die Reichsten der Welt kann man ja noch einigermaßen zusammen rechnen, obwohl auch das schwierig ist, auch wenn über die ja einiges bekannt ist. Bei der Hälfte der Menschheit wird das unmöglich. Oder wie erfaßt man das "Vermögen" eines nepalesischen Hochlandbewohners oder eines Beduinen in Nordafrika? Sind nur Beispiele. Selbst für Deutschland könnte man nur Hochrechnungen machen. Also mit solchen Aussagen ist keinem gedient.

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