Pakistan: Zahl der Toten steigt auf 70

Pakistan: Zahl der Toten steigt auf 70

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Pakistan: Zahl der Toten steigt auf 70

In einem Park in Lahore feiern christliche Familien mit vielen Kindern das Osterfest, als ein Selbstmordattentäter zuschlägt. Dutzende Menschen kommen. Eine Splittergruppe der pakistanischen Taliban bekennt sich.

Anschlagziel Spielplatz: Bei einem Bombenattentat in einem Park in der pakistanischen Stadt Lahore sind 65 Menschen getötet worden. Mehr als 300 Personen hätten Verletzungen erlitten, sagte ein Sprecher der Notfallbehörde der Stadt. Polizeichef Haider Ashraf sagte, die Explosion habe sich in der Nähe mehrerer Kinderkarussells ereignet und sei wohl ein Selbstmordattentat. Eine Splittergruppe der pakistanischen Taliban bekannte sich zu dem Anschlag und erklärte, es seien gezielt Christen ins Visier genommen worden.

Ministerpräsident Nawaz Sharif berief eine Krisensitzung ein, um die Sicherheitslage in Lahore zu prüfen. Deutschland und die USA verurteilten die Bluttat scharf.

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Polizeichef Ashraf sagte, die Ermittlungen zum Anschlag seien noch im Gange. Viele Verwundete seien so schwer verletzt, dass die Zahl der Toten noch steigen könne. In dem Park Gulshan-e-Iqbal hätten zahlreiche Christen Ostern gefeiert. Viele Familien seien bereits auf dem Rückweg gewesen, als es zur Detonation gekommen sei. Polizisten und private Sicherheitsdienste seien im Park postiert worden. „Wir sind in einer kriegsähnlichen Situation. Es gibt immer eine allgemeine Bedrohung, aber für diesen Ort hatten wir keine besondere Warnung“, sagte Ashraf.

Die Behörden hatten eine Mann zum Tod verurteilt, der aus religiös-rechtlichen Gründen einen Politiker ermordet hatte. Nach der Vollstreckung des Urteils sammelten sich mehrere Demonstranten auf den Straßen.

Aufnahmen lokaler Fernsehstationen zeigten, wie Menschen mit Kindern in den Armen aus dem Park rannten. Andere trugen Verletzte. Eine schluchzende Frau suchte verzweifelt nach ihrem fünfjährigen Sohn. Ein Mann berichtete, er sei mit seiner Frau und zwei Kindern auf dem Weg zu dem Spielplatz gewesen, als er eine gewaltige Explosion gehört habe, die alle vier zu Boden geschleudert habe. Ein Augenzeuge berichtete AP, er habe 20 Kinder ins Krankenhaus gebracht und drei Leichen in ein Polizeiauto getragen.

Die Verwundeten wurden in sechs Krankenhäuser gebracht. Die Provinzregierung rief zu Blutspenden auf. Viele der Verletzten seien in kritischem Zustand. Die Regierung des Punjab ordnete eine dreitägige Trauer an und versprach, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Pakistans Armeechef Raheel Sharif berief eine Dringlichkeitssitzung der Geheimdienste ein. Dabei wurden Wege erörtert, wie die Urheber der Bluttat aufgespürt werden könnten, sagte Sprecher Asim Saleem Bajwa.

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Der Sprecher der Taliban-Gruppe Jamaat-ul-Ahrar, Ahsanullah Ahsan, sagte AP, das Selbstmordattentat sei bewusst auf Christen verübt worden. Er drohte mit weiteren Anschlägen. Die Gruppe hatte unter anderem im Dezember bei einem Selbstmordattentat auf ein Regierungsbüro in der Stadt Mardan mindestens 26 Menschen getötet.

Das Bundesaußenministerium verurteilte den Anschlag. Der Terrorismus richte sich in seinem mörderischen Wahn gegen alle Menschen, gleich welchen Glaubens und welcher Hautfarbe, erklärte eine Sprecherin. Die Bundesregierung trauere mit Pakistan um die Opfer und sei in Gedanken bei den Angehörigen und Verletzten. Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Ned Price, sprach von einem feigen Akt. Die USA würden mit Pakistan und ihren Partnern an der Ausrottung des Terrorismus arbeiten.

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