Pariser Klimavertrag: Tesla-Chef will Trump bei Ausstieg nicht länger beraten

Pariser Klimavertrag: Tesla-Chef will Trump bei Ausstieg nicht länger beraten

, aktualisiert 01. Juni 2017, 08:06 Uhr
Bild vergrößern

Tesla-CEO Elon Musk

Elon Musk verkündet auf Twitter, seine Beraterfunktion für US-Präsident Trump im Falle eines US-Ausstiegs aus dem Pariser Klimaabkommen aufzugeben. Auch die EU will einen Ausstieg nicht ohne weiteres akzeptieren.

Tech-Milliardär und Star-Unternehmer Elon Musk hat angekündigt, seine Beraterfunktion für US-Präsident Donald Trump im Falle eines US-Ausstiegs aus dem Pariser Klimaabkommen aufzugeben. Sollte es so kommen, habe er „keine Wahl“, teilte der Chef des Elektroautobauers Tesla am Mittwoch (Ortszeit) über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Musk ist bislang mit einer Reihe anderer US-Konzernchefs in verschiedenen Gremien vertreten, die Trump in Wirtschaftsfragen beraten sollen.

Anzeige

Auch die Europäische Union will die drohende Abkehr der USA aus dem Pariser Klimavertrag nicht einfach akzeptieren. "Es ist die Pflicht Europas zu sagen: So geht das nicht", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Berlin. Es werde Jahre dauern, bis die USA aus ihren Verpflichtungen herauskämen. US-Präsident Donald Trump will einem Insider zufolge aus dem Klimaabkommen aussteigen und wendet sich damit in einem wichtigen Punkt von der Weltgemeinschaft ab. Die Entscheidung sei gefallen, sagte eine mit dem Beschluss vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Das ist der Klimavertrag von Paris

  • Das "Zwei-Grad-Ziel"

    Es ist 25 Seiten lang und eine historische diplomatische Leistung: 195 Staaten einigen sich im Dezember 2015 auf das Pariser Klimaabkommen. Darin setzen sie sich das Ziel, die Erderwärmung durch den Treibhauseffekt auf „deutlich unter zwei Grad“ im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Die zwei Grad sind nicht zufällig gewählt. Nach der 1994 in Kraft getretenen Klimarahmenkonvention von Rio de Janeiro darf der Ausstoß der Treibhausgase nur so weit steigen, dass sich „die Ökosysteme auf natürliche Weise den Klimaänderungen anpassen können“ und „die Nahrungsmittelerzeugung nicht gefährdet wird“. Die meisten Experten gehen davon aus, dass diese Grenze bei einem Temperaturanstieg von durchschnittlich 1,5 bis 2 Grad liegt.

  • Inkrafttreten des Pariser Abkommens

    Am 4. November 2016 tritt das Abkommen in Kraft. Jedes Land soll eigene Ziele zur Reduzierung der Treibhausgase setzen, regelmäßig wird geprüft, wie weit man ist und ob es schon reicht. Wie das im Detail ablaufen soll, darüber wird noch verhandelt.

Mehrere US-Medien wie der Sender Fox News berichteten dies ebenfalls. Trump selbst erklärte, er werde sich in den kommenden Tagen äußern. Die USA als zweitgrößter Treibhausgasproduzent nach China wären damit neben Syrien und Nicaragua das einzige Land außerhalb des Abkommens von 2015. Dahinter stehen rund 200 Staaten. Ziel ist es, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Der Klimaschutz soll auch Teil des Beschlusses der 20 einflussreichsten Staaten der Welt (G20) werden, die sich im Juli in Hamburg treffen.

Trump hatte den Klimawandel im Wahlkampf als Erfindung der Chinesen bezeichnet, die nur der US-Wirtschaft schaden wollten. Er stellte deswegen den Austritt aus dem Abkommen in Aussicht. Nach seinem Regierungsantritt legte er sich jedoch nicht mehr öffentlich fest.

PremiumUSA Was wäre, wenn Trump geht?

Donald Trump könnte über die Russland-Affäre stürzen. Für eine Welt ohne ihn gibt es noch keinen Plan: drei Szenarien – und ein überraschendes Fazit.

Undurchsichtig: Trumps Welttournee: Antrittsbesuche oder Abschiedsvorstellung? Quelle: Laif

Die EU und Deutschland versuchten noch auf verschiedenen diplomatischen Kanälen, Trump von einem Austritt abzuhalten. Einen Plan B für einen Klimavertrag ohne die USA gebe es nicht, sagte der stellvertretende Präsident der EU-Kommission, Maros Sefcovic. "Als ich selbst im Weißen Haus war, habe ich erklärt, dass es keinen Plan B gibt, denn es gibt keinen Planeten B." Die EU sei aber für eine Führungsrolle in Klimafragen bereit, wenn die USA nun ausfalle. "Wenn sie sich entscheiden auszusteigen, wäre das enttäuschend. Aber ich glaube nicht, dass dies den Lauf der Geschichte ändern wird." Auch die Bundesregierung arbeitete daran, dass ein Ausstieg der USA keinen Dominoeffekt auslöst. Wichtige Staaten wie China und Indien haben bekräftigt, sie würden zum Vertrag stehen. Die Bundesregierung selbst erklärte, sie kenne keinen Beschluss Trumps.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%